Geisingen/Immendingen Arbeit der Geisinger Sozialstation immer gefragter

Geisinger Einrichtung bilanziert steigende Zahlen bei Pflege und Hausbesuchen. Neubau soll 2018 eingeweiht werden.

Die Sozialstation St. Beatrix, westlicher Kreis Tuttlingen, feiert im nächsten Jahr ihr 40-jähriges Bestehen und 2018 kann sie auch die Fertigstellung eines der größten und ehrgeizigsten Bauvorhaben einer Sozialstation in der ganzen Region feiern. Derzeit erstellt die Sozialstation, deren Träger die Seelsorgeeinheiten Geisingen, Immendingen und Emmingen-Liptingen sind, in Geisingen ein Gebäude mit Gemeinschaftsräumen, Betreutem Wohnen und eigenen Geschäftsräumen sowie einer Arztpraxis. Das Bauvolumen beträgt rund 5,5 Millionen Euro.

Wie der zweite Vorsitzende Bernfried Huber bei der Generalversammlung der Sozialstation erläuterte, liege man derzeit auch im Kostenrahmen. "Bisher sind 20 Gewerke vergeben, sieben werden demnächst ausgeschrieben. Ziel ist, Mitte Juli den Neubau einzuweihen", erklärte Huber. Nach dem Baubeginn am 28. März rechnet Huber damit, noch im Dezember das Richtfest feiern zu können. "Derzeit wird das zweite Geschoß errichtet, in zwei Wochen folgen das dritte in Holzständerbauweise und das Dach. Bis Ende November ist geplant, den Bau winterfest zu machen, damit der Innenausbau beginnen kann", erklärte Huber.

Der eigentliche Schwerpunkt der Generalversammlung war allerdings nicht die Information über den Neubau, sondern die Bilanz der Hilfe der Sozialstation. Diese Bilanz ist positiv, wie Silvia Liegbott, seit März im Amt befindliche Pflegedienstleiterin, sowie Geschäftsführerin Renate Wittenberg, erläuterten. "Die Nachfrage nach Leistungen der Schwestern der Sozialstation ist noch weiter gestiegen, sodass man sogar Anfragen an andere Pflegedienste weiterleiten musste, was es bislang noch nie gab", sagte Liebgott. So stieg die Anzahl der Behandlungspflegen von 43 790 im Jahr 2015 auf 50 604 im letzten Jahr an, die Zahl der Hausbesuche von 66 561 auf 74 669. Auch die Zahl der versorgten Patienten stieg um rund zehn Prozent von 263 auf 298 an. Dementsprechend stieg dann aufgrund der immensen pflegerischen und nachbarschaftlichen Betreuung der Patienten und Kunden auch das wirtschaftliche Ergebnis auf einen Umfang von 1,371 Millionen Euro an, die Personalkosten stiegen auf rund 912 000 Euro an. Durch mehr Leistungen stieg auch die Bürokratie und Verwaltungsarbeit, durch ständig neue Gesetz sei der Bürokratieaufwand über Gebühr gestiegen, was zur Personalaufstockung in der Verwaltung führe.

"Aber auch im Pflegebereich wurde Personal eingestellt und wird dringend gesucht, was nicht einfach ist", wie Silvia Liebgott erläuterte. Sorgen bereiten der Sozialstation aus Krankenhäusern entlassende Patienten, oft mit den vielmals zitierten "blutenden Wunden", von heute auf morgen oder am Wochenende, ohne dass ein Hausarzt informiert worden sei, ohne entsprechende Medikamente oder Verbandmaterial. "Hier wird die Einsatzleitung wie auch das Personal bis an die Grenzen der Belastbarkeit gefordert, nur dadurch, dass alle an einem Strang ziehen und ein guter Teamgeist herrscht, ist dies zu bewältigen", sagte Liebgott. Der Vorsitzende der Sozialstation, Pfarrer Ewald Bilharz, dankte Geschäftsführerin Renate Wittenberg sowie Einsatzleiterin Silvia Liebgott für ihren Einsatz, aber auch Bernfried Huber für die Arbeit beim Neubau.

Sozialstation

Die Sozialstation St. Beatrix, westlicher Kreis Tuttlingen, wurde am 20. April 1978 gegründet und nahm am 1. Oktober 1978 den Betrieb auf. Damals waren sämtliche katholische Pfarrgemeinden der Regionen Immendingen, Geisingen, Emmingen-Liptingen, Möhringen und Esslingen die Gründer und Mitglieder. Durch die Reform der Pfarrgemeinden sind die Seelsorgeeinheiten Kirchtal-Donau (Geisingen), St. Sebastian (Immendingen mit Möhrigen) und Egg (Emmingen-Liptingen) Mitglieder der Sozialstation. (ph)

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