Geisingen Alterssimulation hilft beim Umdenken

Handwerker informieren sich durch Fachseminar über barrierefreies und altersgerechtes Bauen

An einem Fachseminar über barrierefreies Bauen haben diese Handwerker teilgenommen.
An einem Fachseminar über barrierefreies Bauen haben diese Handwerker teilgenommen. | Bild: privat

Wie wichtig barrierefreies und altersgerechtes Bauen angesichts des demografischen Wandels in Zukunft sein wird, erfahren Handwerker aus der Region bei speziellen Schulungen, die vom Kreisseniorenrat und der Kreishandwerkerschaft Tuttlingen initiiert wurden. Zum Auftakt nahmen sechs Handwerker von „bauTUTwas“ am Seminar „Barrierefreies Bauen und Modernisieren“ der Mühlheimer Architektin Cornelia Lurz teil. Dabei erlebten sie ihre Umgebung einmal in einem Alterssimulationsanzug.

Anfang des Jahres hatte der Kreisseniorenrat Tuttlingen deutlich gemacht, dass in Sachen barrierefreies Bauen und Modernisieren im Kreis Tuttlingen dringender Handlungsbedarf besteht (wir berichteten). Vertretern von Betrieben aus dem Baugewerbe empfahl man deshalb die Teilnahme an einer entsprechenden Weiterbildung. Beim ersten derartigen Seminar haben sechs Tuttlinger Handwerker jetzt in der Fachstelle für Pflege und Senioren grundlegende Kenntnisse auf dem Gebiet des barrierefreien Bauens erworben. Damit verdeutlichten sie, dass sie die Herausforderungen anpacken, die der demografischen Wandel bringt: 95 Prozent der deutschen Eigenheimbesitzer über 50 Jahre möchten bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden leben, doch laut einer Studie sind in Deutschland bislang nur ein Prozent von 39 Millionen Wohnungen baulich darauf vorbereitet.

Nach einem Grußwort des Kreisseniorenratsvorsitzenden Martin Stützler sensibilisierte die Expertin Cornelia Lurz die Schulungsteilnehmer Gerhard Hilzinger, Rolf Harfmann, Jens Höpfl, Rainer Hohner, Volker Martin und Joachim Hilzinger für die Bedürfnisse von Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Dabei haben sie die Fortbewegung in der Tuttlinger Innenstadt selbst neu erfahren – mit dem Rollstuhl, am Rollator, mit Spezialbrillen und im Alterssimulations-Anzug. Dieser für die Autoindustrie entwickelte gerontologische Testanzug macht Einschränkungen älterer Leute für Jüngere erlebbar. Cornelia Lurz vermittelte auch Basiswissen zur demografischen Entwicklung im Kreis, Fördergeldern und der medizinischen Seite. Kommunikationsberater Jürgen Kupferschmid (Konstanz) berichtete, wie der Nutzen von barrierefreiem Bauen gegenüber allen Generationen kommuniziert werden kann. Am Ende bekamen alle Teilnehmer ein Zertifikat. Beim Kreisseniorenrat, der Kreishandwerkerschaft, der Fachstelle für Pflege und Senioren und Cornelia Lurz kann man eine Liste der ausgebildeten Betriebe anfordern.

Das nächste Seminar am 19./20. Oktober ist ausgebucht. Für den Termin am 23./24. November sind noch wenige Plätze frei.

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