Furtwangen Narren frischen die Donauquelle auf

Die verschiedensten Themen rund um Fasnet, die Bürgermeisterwahlen und Weißnarren wurden bei der Elfimess besprochen bei immerhin acht Büttenrednern, über die sich Narrenchef Christof Winker bei seiner letzten Elfimess als Zunft-Obermeister freute.

Zunächst trat das Hoch-Mariele (Regina Kienzler) in die Bütt. Sie erkannte von einer Wolke herab das ganze Elend um die Martinskapelle. Deshalb habe sie in einer Nacht allen Gemeinderäten im Schlaf eine Eingebung mitgegeben. „Un no hen die glaubt, des isch ihre Idee gsi, dass mer do owwe was mache mueß“, erklärte sie. Am Ende sei es dann Danuvius (Heinz Guhl) gewesen, der der Donauquelle neuen Glanz gab. Allerdings habe der Geist Probleme gehabt, dem Gemeinderat ans Schwarze Meer zu folgen – wegen der Donauversickerung.

Rentner Emil behauptete von seiner Frau Hedwig (Gerda und Werner Dold), dass Frauen halt überall stehen bleiben zum Schwätze. Im Schwimmbad müsse sie gar aufpassen, dass sie nicht auch auf der Zunge Sonnenbrand bekommt. Nach dem Besuch der Narren im Rathaus sei eine Riesensauerei liegen geblieben, die sich aber als Wahlprospekte des Schultes entpuppte. „Eimol im Johr butze langt halt net“, scherzten die beiden in Richtung Rathaus. Sorge bereite ihnen die Zukunft, wenn die Fasnet nur noch aus dem Handy komme.

Flitzer-Blitzer Dorothea Nopper hält Ausschau nach schnellen Opfern.
Flitzer-Blitzer Dorothea Nopper hält Ausschau nach schnellen Opfern. | Bild: Kommert

Dass sie meistens ignoriert werde, beklagt Flitzer-Blitzer Dorothea Nopper. Doch ab und zu schlage sie erbarmungslos zu – sogar bei den Pfarrern. Nur wenn „der Demmelmair mit seiner Haushälterin unterwegs“ sei, mache er langsam. Eine richtige Porträt-Galerie habe sie von Guido Nopper, der auf der Fahrt zum Skifahren kaum einen Blitzer ausgelassen habe. Beim einen oder anderen Geblitztem habe sie schon eine „Direkt-Abbuchungs-Erlaubnis“.

Julia Kossow gab ein Highlight vom Narrenchef zum Besten: Im Europapark habe dieser ein völlig neues Hexen-Outfit geprägt. Die moderne Hexe trage nicht Armani, sondern Winker Allemani, was einige Hexen direkt vorführten.

Pascale Moser bewies sich in diesem Jahr als junge Donau. Sie sei gekommen, um mit dem Stadtrat zu schimpfen, wegen des dicken Kunstwerk-Brockens über ihr. Zudem erzählte sie von der „Luschdreise“ der Ratsmitglieder. Allerdings hatte sie auch ein neues Fischgericht im „Rössle“ entdeckt, den Donau-Dampf-Fisch. Der Zustand der Gastronomie in Furtwangen machte ihr ebenso zu schaffen.

Als „iisere Magd“ hatte Klaus Zandomeni auch wieder einige unter die Gürtellinie reichende Witze mitgebracht. Neben seinem berühmten kleinen Notizzettel hatte er diesmal einen ganz großen dabei. „Zando“ brach eine Lanze für die Guggenmusik, der er selbst angehört. Man rede immer nur davon, dass sie zu viel trinken, „vummDuurscht verzellt kainer ebbis“, beklagte er sich. Zudem baute er aus dem großen Zettel ein preiswertes Haus, das sogar Raum für die Schwiegermutter beinhalte.

Joachim Josefowitz (von links), Petra Krampf, Ingrid Josefowitz sowie Luzia Burgbacher werden als aktive Narren bei der Elfimess geehrt. Bilder: Hans-Jürgen Kommert
Joachim Josefowitz (von links), Petra Krampf, Ingrid Josefowitz sowie Luzia Burgbacher werden als aktive Narren bei der Elfimess geehrt. Bilder: Hans-Jürgen Kommert | Bild: Kommert

Andrea Klausmann hatte sich diesmal herausgeputzt als letztes Mitglied der Jungfrauen-Kongregation. Sie mache sich große Sorgen um des „jung Bürgermeister-Maidli“: „Basset bei eure Treffe eweng uff sie uff, der Gallus hätt ä Aug uff se gworfe“, trug sie dem Bürgermeister auf. Ein Loblied sang sie auf die „Elektro-Seelsorge“, die sogar Kaffee-Vollautomaten richte, wenn das noch möglich sei. Sie wusste aber auch, dass so mancher eine top-reparierte Maschine auch schon mal in den Wertstoffhof bringe.

Als Scheich Abdul schloss Peter Mark die Elfimess. Er sei aus dem fernen Orient gekommen, um bei der Wahl des Zunftobermeisters dabei zu sein. Er schlage ja den Bürgermeister vor, weil der sowieso nicht ausgelastet sei. „Aber vom Nußbe nemmer mer keiner“, relativierte er.

Etwas ungeplant war der Auftritt des Bürgermeisters zu Beginn. Er überbrachte die Landesehrennadel für den scheidenden Narrenchef Christof Winker. Dieser habe sich über Jahrzehnte in jeder Hinsicht für das Brauchtum eingesetzt und seine Erfahrungen auch weitergegeben, so Herdner. Zudem habe sich Winker auch für den Trödlermarkt stark gemacht. „Fasnet ist nicht nur Brauchtum, es ist auch ein Stück Heimat“, wusste der fast sprachlose Zunft-Obermeister zu berichten.

Die Landesehrennadel übergibt Josef Herdner (links) an Christof Winker.
Die Landesehrennadel übergibt Josef Herdner (links) an Christof Winker. | Bild: Kommert

Pech bei der Ehrung der passiven Mitglieder hatte der Vorsitzende. Keiner der drei 30-Jährigen – Gisela Schwenk, Markus Fehrenbach und Michael Laupe – war anwesend. Doch diesmal hatte er auch noch Aktive im Gepäck, die seit 30 Jahren dabei und „echte Raketen“ seien: Petra Krampf, Luzia Burgbacher sowie Ingrid und Joachim Josefowitz.

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