Furtwangen Landwirte diskutieren neue Chancen

Philipp Weckenbrock geht beim Forum pro Schwarzwaldbauern auf Nährstoffrecycling ein.

Mit dem komplexen Thema Agrarökologie befassten sich die Landwirte der Region bei ihrem traditionellen Treffen des Forums pro Schwarzwaldbauern. Mit Philipp Weckenbrock aus Freiburg hatten sie einen kompetenten Referenten eingeladen. Allerdings drohte die Diskussion zu diesem Thema immer wieder abzudriften, denn mit der Agrarökologie sind viele weitere Aspekte der Landwirtschaft verbunden, die dann in den Mittelpunkt der Diskussion gerieten.

Wie Siegfried Jäckle vom Forum pro Schwarzwaldbauern bei der Begrüßung ausführte, war diese Veranstaltung gerade am Tag der Berge, bei dem die Höhenlandwirtschaft im Mittelpunkt stand. In einem Rückblick erinnerte er daran, dass man in früheren Jahren versucht hatte, gerade durch die Bio-Wirtschaft den Berggebieten eine bessere Chance zu geben. Jäckle brachte einen eher ungewöhnlichen Aspekt in die Diskussion: Immer wieder werde von verschiedenen Seiten die natürliche Tierhaltung gefordert. Diese werde aber weder im Laufstall noch mit Anbinde-Haltung erreicht: Natürlich für das Vieh sei einzig die Weidehaltung.

Weckenbrock stellte sich dann kurz vor: Als ausgebildeter Geograf habe er sich bei vielen internationalen Projekten speziell der Landwirtschaft gewidmet und ist nun unter anderem mit einem Saatguterzeuger dabei, alte Pflanzensorten wieder zu beleben. Aktiv ist er bei den Agronauten, einer interdisziplinären Forschungsgesellschaft für nachhaltige und regionale Landwirtschaft mit Sitz in Emmendingen bei Freiburg. Gerade die Nachhaltigkeit müsse in der Landwirtschaft noch mehr an Bedeutung gewinnen. Soziale und ökologische Aspekte müssten Berücksichtigung finden. Zu den Schlagwörtern in diesem Bereich gehören das Nährstoffrecycling, die Bodenbedeckung und die Vielfalt.

In diesem Zusammenhang kam unter anderem das Thema Mischkulturen zur Sprache. Dies war ein gutes Beispiel dafür, wie die Diskussion auch ins Politische abschweifte. Denn die eigentlich sinnvollen Kulturwechsel auf den Flächen sind in vielen Gebieten nicht möglich, da von staatlicher Seite das Umbrechen des Bodens verboten ist. Auch die Regionalisierung beispielsweise durch eine Vermarktung lässt sich nicht so verallgemeinern, wie die Diskussion zeigte. Es kann in ländlichen Bereichen eine Möglichkeit sein, dass die Wertschöpfung nicht dem Bauern aus der Hand genommen wird, nicht aber in größeren Städten.

Aber nicht nur die Landwirte wurden durch Referat und Diskussion angeregt, auch für Weckenbrock gab es wieder viele neue Erkenntnisse. Gerade die in der Schwarzwälder Höhenlage übliche Grünlandwirtschaft mit den verschiedenen Grassorten war für ihn von besonderer Bedeutung.

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