Gütenbach Fleischlos ist fürs Fräulein nichts

Cordula Möhringer alias Fräulein Knöpfle und ihre Herren-Combo gastieren erfolgreich in der Kulturfabrik.

Einen sym-badischen Abend und ein ausverkauftes Haus bescherte „Fräulein Knöpfle und ihre Herrenkapelle“ der Kulturfabrik mit einer schrägen Mischung aus Comedy, Schauspielerei und exzellenter Musik.

Die gelernte Fleischereifachverkäuferin Susi Knöpfle gibt sich scheu, hat aber Einiges zu erzählen, wohnt bei Mutti und hat jede Wurst lieb, doch den Schinken am meisten. Aber auch sonst ist das naiv daherkommende Fräulein gerne beim Flirten und beim Yoga und bringt dies in schräger Komik auch ihrem Publikum bei, gerne gewährt sie diesem Einblicke in ihre privaten Angelegenheiten.

Ein Selbstversuch als Vegetarierin war zum Scheitern verurteilt und auch einem klassischen Konzert konnte sie nicht wirklich etwas abgewinnen. Das badische Plaudertäschle aus Karlsruhe agiert schauspielerisch und sehr nah am Publikum und bleibt ihrer Rolle stets treu. Sie ist alleinstehend wie ihre geliebte Dampfbügelstation, deren Zischeln dann auch den Beat für einen Song ihrer Herrenkapelle bietet.

Ihre beiden musikalischen Begleiter an Klavier und Stimme, Saxophon und Klarinette, stimmen den Abend mit einem Lied über das Leid als Künstler ein und haben alle Musikgenres drauf, von der Schmachtmelodie aus den 20er Jahren bis zum jazzigen Tribute an Frank Sinatra. Alles beginnt in ernster Tonlage und wird immer wieder durch Komik und gerne auch mal durch unangebrachte Eingriffe von Susi Knöpfle gebrochen.

Als Hippies mit Gitarre und Blockflöte singen sie vom wahren Mann und kreieren eine musikalische Liebesgeschichte, die sich aus 55 Schlagertiteln zusammensetzt. Da muss unter anderem über sieben Brücken gegangen werden, als bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt. Uli Kofler am Klavier erweist sich als schelmischer Tastenvirtuose, Reiner Möhringers stimmliche Gewalt wie auch seine Vielseitigkeit an den Instrumenten überzeugt. Im Stück zerlegt er seine Klarinette und erzeugt dadurch immer neue Töne.

Jeder einzelne ist eine Klasse für sich, doch zusammen liefern sie sich musikalische Wettläufe und harmonieren dabei bestens. Kommt dann noch die Komik von Fräulein Knöpfle alias Cordula Möhringer hinzu, ergibt das eine einzigartige Mischung nach dem Motto „Darf’s a bisserl mehr sein?“ Und das gibt es dann auch – eine Zugabe. Und mit der und der gekonnten Mischung aus Persiflage, hoher Musikalität und Charme gewinnen die Akteure die Herzen ihrer Zuschauer.

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