Furtwangen Einmündungen sind Unfall-Schwerpunkte in Furtwangen

180 Unfälle werden im Schnitt pro Jahr auf der Gemarkung Furtwangen gezählt. Ein Kreisverkehr soll jetzt die Einmündung der Hinterbregstraße in die B  500 am Ortsausgang Richtung Neukirch entschärfen.

Auf der Gemarkung Furtwangen ereignen sich immer weniger Autounfälle mit Verletzten. Die Zahl der Verkehrstoten liegt seit 2016 sogar bei Null. Dennoch weist die Polizeistatistik jedes Jahr rund 180 Fälle aus. Das hat einen einfachen Grund.

Es braucht nur eine Sekunde: Ein flüchtiger Blick auf das Smartphone, einen neuen Radiosender einstellen, ein unachtsames Auge auf den Gegenverkehr – und schon ist es passiert. Das Motorrad knallt ans Auto, der Zweiradfahrer wird von seiner Maschine geschleudert und schwer verletzt, die Insassen leicht. Solche Szenen seien es, die gerade an der L173 schon häufiger vorgekommen sind. Zwischen 2015 bis einschließlich 2016 sind an diesem neuralgischen Punkt fünf Unfälle passiert, bei denen zwei Motorradfahrer schwer und sieben leicht verletzt wurden. Für Arno Göpfert, beim Polizeipräsidium Tuttlingen zuständig für die Verkehrssicherheit im Schwarzwald-Baar-Kreis, auch ein Zeichen für „mangelnde Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer“.

Dennoch: Im Großen und Ganzen gebe es keine Unfallschwerpunkte. „Die Tendenz für Furtwangen ist positiv“, so seine Bilanz, heißt anders ausgedrückt: Die Zahl der Unfälle steigt nicht, sondern verharrt jedes Jahr auf ähnlichem Niveau. Göpfert: „Sie wird nicht schlechter.“Auf Nachfrage teilt er die genauen Unfallzahlen mit: Ihre Gesamtzahl lag in den Jahren 2015 und 2016 bei rund 180, dieses Jahr ereigneten sich bis Ende September rund 140. Ein näherer Blick in die Statistik verrät jedoch: Im gleichen Zeitraum ereigneten sich rund acht Bagatellunfälle pro Monat, die in den Gesamtzahlen ebenfalls enthalten sind.

Göpfert: „Das sind kleinere Sachen, wenn zum Beispiel jemand ein parkendes Auto oder den Poller streift.“ Von den rund 180 Fällen in den beiden vergangenen Jahren blieben daher jeweils noch rund 85 übrig, die für die Beteiligten folgenschwerer wogen.

2015 mussten zwei Menschen sterben und zwölf wurden schwer verletzt. Für das aktuelle Jahr und 2016 verzeichnet die Polizeistatistik eine erfreuliche Entwicklung: Sie weist keinen einzigen Verkehrstoten auf der Gemarkung Furtwangen aus, allerdings seit 2016 insgesamt 16 Schwerverletzte.

Eine in der Vergangenheit immer wieder auffällige Stelle sei die Einmündung der Hinterbregstraße in die B  500 am Ortsausgang Richtung Neukirch. Göpfert zählt auf: „Seit 2012 bis einschließlich September 2017 gab es dort acht Unfälle mit drei leicht und drei schwer Verletzten. Und auch zwei Tote hat es leider gegeben.“ Der letzte Unfall ereignete sich dort noch in diesem Jahr. Ein Kreisverkehr soll nun Abhilfe schaffen. Gebaut wird er „im nächsten Frühjahr“, wie Bürgermeister Josef Herdner auf Nachfrage berichtet. Zudem habe die neue feste Radarfalle eine Verbesserung gebracht. Was Herdner jedoch beklagt, sind Autorennen auf der Bundesstraße zwischen Vöhrenbach und Schönenbach sowie Furtwangen und Schönwald, über die sich Anwohner offenbar immer wieder beschweren. Eine Anzeige ist bislang nicht beim Polizeiposten in Furtwangen eingegangen. Autofahrer müssten sich weiterhin auf Geschwindigkeitskontrollen einstellen.

Tipps vom Profi

Verkehrsexperte Arno Göpfert warnt im Hinblick auf die Hochlagen im Schwarzwald vor drei Gefahren.

  • Überfrierende Nässe: Das ist die wohl tückischste aller Unfallursachen, weil die meisten Autofahrer sie erst wahrnehmen, wenn es zu spät ist. Glatte Fahrbahnen kommen „vor allem in Senken und an Waldrändern vor, von denen es im Schwarzwald viele gibt“. Göpfert rät: „Unbedingt die Temperaturen im Auge behalten. Langsamer fahren, wenn es auf null Grad zugeht.“
  • Wildwechsel: Kommt gerade im Herbst vor, wenn es früher dunkel wird. Göpfert: „Auf keinen Fall ausweichen.“ Die sicherste Methode: „Einfach draufhalten und bremsen.“ Ruckartige Fahrbewegungen können unnötig gefährlich werden, sagt er.
  • Nasses Laub: „Man muss damit rechnen, dass Blätter auf der Straße liegen.“ Göpfert: „Langsam fahren.“

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