Donaueschingen Harald Kille: Nähe und Entfernung

Ausstellung von Harald Kille in Turm-Galerie. Die Kunst und das Wutbürgertum. Musikalische Uraufführung bei Vernissage.

Schwere Kost bereitet der in Schwenningen geborene Künstler Harald Kille den Besuchern der Galerie im Turm. "Nähe und Entfernung" heißt seine aktuelle Ausstellung, die am Sonntag in der Städtischen Galerie im Turm bei über 20 Kunstinteressierten von Kulturamtsleiterin Kerstin Rüllke eröffnet wurde.

Der pensionierte Kunsterzieher Arnd Kaiser stellte in seiner engagierten Einführung Kille als einen eminent politischen Maler vor, der seine künstlerische Hand "auf die Wunden der Zeit legt". Schon in den letzten Jahren habe er sich Themen wie "Quo vadis, Europa?", dem Faschismus wie den Kapitalismus kritisch vorgenommen. Und im Turm nehme er sich der Folgen des Krieges, des Terrors vor.

In dem Triptychon für eine imaginäre Kirche aus der Serie "Nachbarschaft, Flucht, Vertreibung und Wandel", das im Turm die Ausstellung beherrscht und die Betrachter schon beim Eintritt von oben her gefangen nimmt, stimme Kille auf seine Anliegen ein. In den Bildern "Wir sind das Volk", Flüchtlinge in Ungarn" und "Balkanroute" erschüttere Kille den Betrachter weit mehr als die dokumentarischen Fotos.

Eindrücklich sind seine Angriffe auf das Wutbürgertum, die Unbarmherzigkeit der Menschen und ihren Hass und Gewalt gegen die Flüchtlinge. Durch die sehr körperhaft betonte Malweise und äußerst betonte Farbmaterie im Pinselauftrag solle der Betrachter durch die beim näheren Betrachten brutal und chaotisch wirkende Malweise den Menschen verändern durch intensives Betrachten.

Der deprimierende Eindruck durch diese Kunst solle überwunden werden durch das entstehende Gefühl der Verantwortung und die Einzigartigkeit des Menschen trotz verschiedener Hautfarbe, Religion und Herkommen bewusst werden lassen.

Ein Hauch von Musiktagen

So wie die Bilder Killes den Turmraum erfüllen, so sind es die Klänge des Komponisten Burkhard Egdorf in der Uraufführung seiner acht Miniaturen "Komm ins Offene – Identität!" für Gitarre solo, die kongenial zur Ausstellung für mehr als den musikalischen Rahmen dieser Vernissage sorgen und schon drei Wochen vor den Musiktagen in die Welt der neuen Musik einstimmen. Maximilian Mangold an der Gitarre, war der meisterhafte Musiker, der die Ausstellung mit seinen Gitarrenklängen bereichern konnte.
 

Die Ausstellung

Die Ausstellung "Harald Kille – Nähe und Entfernung" in der Stadtbibliothek Donaueschingen ist zu sehen bis 25. November während der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek: Dienstag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr, Dienstag und Samstag von 9.30 bis 13 Uhr. Zusätzliche Öffnungszeiten während der Musiktage: Samstag, 21. Oktober von 13 bis 17 Uhr, Sonntag, 22. Oktober von 10 bis 17 Uhr.

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