Donaueschingen Gratis-Bus in der City?

SÜDKURIER-Wahlforum: Die „Großbaustelle“ Stadtbusverkehr. Erik Pauly macht sich für einen kostenlosen Elektro-Bus in der City stark. Klotzbücher und Wössner halten ehrenamtliche Fahrdienste für Senioren denkbar.

Eine mit Autos verstopfte Karlstraße und eine wachsende Zahl an Senioren, die nicht mehr mit dem eigenen Auto in die Stadt fahren können oder wollen, hier aber einkaufen wollen, stellt die Stadtpolitik in den nächsten Jahren vor eine Herausforderung, denn hierzu müsste der Stadtbusverkehr dringend reformiert werden. Ein Unterfangen, das schon vor Jahren angegangen wurde, dann aber an den befürchteten Kosten scheiterte. Zum Stadtverkehr hat Irmgard Engel, Vorsitzende des Stadtseniorenrates, eine Frage: Welche Möglichkeiten der Ergänzung des bereits bestehenden ÖPNV (der sich vorwiegend am Bedarf der Schülerbeförderung orientiert) sehen Sie im Hinblick auf die eingeschränkte Mobilität im Alter?

Erik Pauly: Es ist für Donaueschingen ein entscheidender Standortfaktor, den bestehenden ÖPNV deutlich zu verbessern. In einem Gesamtverkehrskonzept, das den Auto- aber insbesondere auch den Fahrradverkehr mit einbindet, muss der ÖPNV an die bestehenden Bedürfnisse angepasst werden und attraktive Alternativen zum Auto anbieten. Ich trete daher dafür ein, dass die Stadt sich beim Landratsamt dafür einsetzt, die Konzession zum Betrieb des ÖPNV selbst zu erhalten und die bereits vorliegenden Pläne einer optimierten Neustrukturierung des ÖPNV umgehend verwirklicht. Donaueschingen braucht eine höhere Frequenz beim Stadtbus und eine gute Anbindung der Ortsteile. Ich trete zudem für die Einführung eines – möglichst kostenlosen – Elektro-City-Bus im engen Innenstadtbereich ein. Zur Förderung der Mobilität im Alter gehört daneben auch die Schaffung barrierefreier Zugänge von Gebäuden sowie die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten in den Ortschaften.

Björn Klotzbücher: Die Anbindung mit öffentlichem Nahverkehr an die Stadt auch außerhalb der Schulzeiten ist für alle Teilorte ein wichtiger Faktor für die Attraktivität als Wohnort. Mit dem Rufbus ist hier schon einiges erreicht worden, so gibt es – nach Voranmeldung – selbst an Feiertagen regelmäßige Verbindungen zwischen der Donaueschinger Kernstadt und den Teilorten. Um das Angebot „regulärer“ Busverbindungen zu verbessern, wäre es notwendig, die noch nicht im SBG-Liniennetz enthaltenen Teilorte (Hubertshofen, Aasen, Heidenhofen) darin zu integrieren, wofür wiederum eine sinnvolle Weiterführung der Linien notwendig wäre (z.B. von Heidenhofen weiter nach Bad Dürrheim). Inwieweit so etwas darstellbar ist, muss gemeinsam mit der SBG geprüft werden. Eine Möglichkeit zum regelmäßigen Einkauf könnte sich auch dadurch ergeben, dass jüngere Senioren ehrenamtlich mit älteren Senioren zum Einkaufen nach Donaueschingen fahren oder dass alternativ gewerblich ein Einkaufsservice angeboten wird.

Roland Wössner: Für die Kernstadt und die Ortsteile könnten im Anschluss an die Schülerbeförderung im Linienverkehr Kleinbusse eingesetzt werden. Die Südbaden-Bus-AG hat bereits solche Kleinbusse im Einsatz.

Im Hinblick auf die eingeschränkte Mobilität im Alter sehe ich überall dort, wo der vorgesehene Zeittakt nicht ausreicht, die Möglichkeit, ein Rufbussystem mit Kleinbussen und zusätzlichen Haltepunkten als Ergänzung zu festen Fahrzeiten im Linienverkehr anzubieten. Das Rufbussystem könnte ergänzend zum Zeittakt angeboten werden, insbesondere am Vormittag zwischen 9 und 12 Uhr, am Nachmittag zwischen 13.30 und 15.30 Uhr sowie am Abend für Veranstaltungsbesuche zwischen 19 und 23 Uhr. Die übrigen Zeiten sind über den Linienfahrplan mit festen Fahrzeiten abzudecken. Grundlage müsste jedoch eine Bedarfserhebung sein.

Dabei sollten bei den Bussen auch Einstiegshilfen und tiefere Einstiege vorhanden sein. Auch ehrenamtliche Fahrdienste über eine Koordinationsstelle eines Altenhilfevereins halte ich für möglich.


SÜDKURIER-Wahlforum

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