Donaueschingen Eine Stadt und ihre Waffen-Schmiede: Filmvorführung von "Vom Töten leben" im Guckloch-Kino

Film "Vom Töten leben" im Guckloch-Kino. Sind die Oberndorfer allein für Waffenproduktion und Export verantwortlich?

1984, auf dem Höhepunkt der Friedensbewegung, machte Regisseur Wolfgang Landgraeber in seinem Film "Fern vom Krieg" bereits Oberndorf mit seiner Waffenfabrikation, vor allem bei Heckler und Koch, zu einem symbolträchtigen Ort. Nun ist sein neuester Film "Vom Töten leben" erschienen, und er wurde im Donaueschinger Gucklochkino vor etwa 40 Personen vorgeführt.

Es war ein beklemmender Film, der in aller Deutlichkeit die Rolle von Heckler und Koch, deren Gewehre überall auf der Welt in allen Krisen- und Kriegsgebieten eine bedeutende Rolle spielen, aber auch die gespaltene Rolle der Menschen der Stadt darstellt. Viele arbeiten in der Waffenindustrie und leben davon, sehen kaum eine Alternative dieser Art von Broterwerb und Lebenssicherung. Was heißt es für sie, vom Töten zu leben, wie der Filmtitel nahe legt? Gibt es für sie überhaupt Alternativen? Wie ist es zu ertragen, ständig mit brutalsten Kriegsbildern vom Leiden und Sterben der Menschen in den betroffenen Gebieten konfrontiert und indirekt für das Töten auf der ganzen Welt verantwortlich gemacht zu werden?

Der Film provoziert bewusst, wenn er zwischen den harten Szenen Bilder vom fröhlichen Fasnachtstreiben in der Stadt zeigt. Niemand ist dann verwundert, wenn die Filmemacher sagen, man komme an die Oberndorfer nicht mehr heran: der einheimische Ulrich Pfaff verglich die Bevölkerung gar mit den drei chinesischen Affen: "Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen".

Die vier Friedensaktivisten, die auch im Film mitwirkten, stellten sich nach der Vorführung des Films einer sehr angeregten Diskussion mit dem Publikum: Eva Scherer, Ulrich Pfaff (beide aus Oberndorf), Alexander Schleicher (katholischer Pfarrer in Niedereschach) und Helmut Lohrer (Arzt in Villingen). Mehrfach wurde aus dem Publikum darauf hingewiesen, dass man auch die schwierige Situation der Oberndorfer sehen müsse, und es wurde das Problem des Waffenindustrie, des Waffenexports als ein allgemeines Problem der Gesamtgesellschaft und der Politik, der Regierung angesprochen. Eng zusammen damit hängt das Problem der Konversion auch im industriellen Bereich, das aber auch in Oberndorf angesichts der handwerklichen und technischen Fertigkeiten der Oberndorfer, die nicht auf die Waffenherstellung spezialisiert sein muss, angegangen werden könne. Und besonders Ulrich Pfaff betonte, dass es darum gehe, dass man gerade in Oberndorf versuchen müsse, das Bewusstsein und die Friedensbereitschaft angesichts der Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten zu verändern.

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