Donaueschingen Drogenbande wird der Prozess gemacht

Vor dem Landgericht beginnt das Strafverfahren gegen sieben Angeklagte, die die Baaremer Drogenszene mit Kokain versorgt haben.

Ende 2016 ist dem Polizeipräsidium Tuttlingen und der Staatsanwaltschaft Konstanz ein bedeutender Erfolg bei der Bekämpfung des internationalen Drogenhandels gelungen: Die Ermittlungsbehörden zerschlugen nach monatelangen Ermittlungen einen europaweit agierenden Drogenhändlerring. Seitdem sitzen sieben Personen im Alter zwischen 21 und 72 Jahren in Untersuchungshaft, bei dem Polizeieinsatz wurden über fünf Kilogramm Kokain im Schwarzmarktwert von rund 500 000 Euro beschlagnahmt. Am Montag, 22. Januar, beginnt nun der Prozess gegen die Bande. Elf Verhandlungstage sind vom Gericht angesetzt worden. Das liegt auch daran, dass albanisch-, griechisch- und rumänischsprechende Dolmetscher benötig werden.

Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher: Spätestens im März 2016 sollen sich die sieben Angeklagten zu einer Bande zusammengeschlossen haben, um im großen Stil mit Betäubungsmitteln, vorwiegend Kokain, zu handeln. Dabei habe jedes Mitglied ganz spezielle Aufgaben gehabt – weshalb in der Anklageschrift von organisierter Kriminalität die Rede ist.

Die Dealer sollen das Kokain in den Niederlanden besorgt und dann weiter nach Deutschland, Österreich und Italien gebracht haben. In Baden-Württemberg seien die Drogen vor allem im Raum Donaueschingen, in Bad Dürrheim und in Tuttlingen mit viel Gewinn an Rauschgiftkonsumenten verkauft worden sein.

40 Beschaffungsfahrten

Seit Anfang 2016 ermittelten die Beamten des Polizeipräsidiums Tuttlingen in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Köln, Mönchengladbach und den Niederlanden gegen die Drogenschmuggler. Anfang Dezember schlugen sie dann zum ersten Mal zu und verhafteten in Nordrhein-Westfalen zwei Personen, die nach Süddeutschland wollten. Dabei stellte die Polizei drei Kilogramm Kokain und 4000 Euro sicher. Das Rauschgift sei professionell im Auto der Verdächtigen versteckt gewesen, hieß es damals in einer Polizeimeldung. Die Staatsanwaltschaft will in dem Prozess nachweisen, dass zwischen März und Dezember 2016 40-mal zwischen den Niederlanden und Deutschland hin- und hergependelt wurde und dabei insgesamt 51 Kilogramm Kokain transportiert worden sind. Und zwar in Mengen zwischen 0,5 und 4,5 Kilogramm. Außerdem haben holländische Polizisten eine Depotwohnung in Rotterdam auf den Kopf gestellt und dabei 9 Kilogramm Kokain entdeckt.

Alle Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft, die zwei in Rotterdam festgenommenen Bandenmitglieder befanden sich zuvor drei Monate lang in Auslieferungshaft. Die Kriminellen wohnten im Raum Tuttlingen, in Köln, in Mönchengladbach und in Rumänien. Drei Zeugen haben für den Prozess eine Vorladung von Richter Arno Horstein erhalten.

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