Donaueschingen Dorothy Fratt und Co. – Das Museum schwelgt im Farbenrausch

Das Art-Plus in Donaueschingen stellt die Künstlerin Dorothy Fratt in den Fokus. Das bestimmende Thema ist Farbe. Die Jahresausstellung wird am 18. Februar eröffnet.

Einer wahren Farbenpracht sieht sich der Besucher der neuen Jahresausstellung im Museum Art-Plus ausgesetzt. Am Sonntag, 18. Februar, um 12 Uhr wird die Ausstellung „farbenfroh – colorful“ eröffnet. Sie ist im vor allem Werken der 2017 im Alter von 94 Jahren gestorbenen amerikanischen Künstlerin Dorothy Fratt gewidmet.

Simone Jung gab tiefe Einblicke in das Werk und die Bedeutung dieser großen Künstlerin. Fratt ist in Deutschland fast unbekannt, und das Donaueschinger Museum Art-Plus leistet mit dieser Werkschau wahre Pionierarbeit.

Die Jahreausstellung hat unübersehbar das Motto: „farbenfroh – colorful“. Hier ein Bild von Gerhard Langenfeld. Bilder: Horst Fischer
Die Jahreausstellung hat unübersehbar das Motto: „farbenfroh – colorful“. Hier ein Bild von Gerhard Langenfeld. Bilder: Horst Fischer

Die Amerikanerin hat seit den 1950er Jahren in einer ganz persönlichen Formensprache einen Farbenrausch entwickelt, der über die expressive und abstrakte Malweise hinausgeht. In flächiger Malweise werden die Farbräume neben- und übereinandergesetzt. Fratt zeigt, wie das begeisternde Farbspiel sortiert wird, Farben und Formen sichtbar und systematisch angeordnet werden.

Eine geniale Idee des Museums Art-Plus unter Simone Jung ist es, einige der Werke Pierre Soulages, die im Mittelpunkt der gerade zu Ende gegangenen Ausstellung „Leidenschaft. Passion“ standen, in der neuen Schau in Kontrast zu Bildern von Dorothy Fratt zu stellen. Hier der Farbrausch, dort die Konzentration Soulages auf das Schwarz, wo Licht und die Nicht-Farbe Schwarz eins werden, wo je nach Perspektive die schwarzen, reliefartig gestalteten Flächen zur Reflektion anregen.

Das Verdienst des Museum Art.Plus ist es aber auch, neben den beiden Polen Soulage und Frass zahlreiche Arbeiten von farbenfrohen, zwei- und dreidimensionalen Kunsterwerken weiterer international bekannter und regionaler Künstler zu präsentieren. Sie machen – und das macht auch den Reiz dieser Ausstellung aus – die verschiedenartigen Kunstpositionen der Moderne aus.

Simone Jung im Gespräch mit Emil Kiess vor dessen 30 Jahre altem Gemälde „Malerei“.
Simone Jung im Gespräch mit Emil Kiess vor dessen 30 Jahre altem Gemälde „Malerei“.

Schon beim Betreten des Raumes 1 im Erdgeschoss werden die Besucher überwältigt von der Farbenpracht, ja vom Farbenrausch der zwei- und dreidimensionalen Kunstwerke. Mehrfach trifft man auf alte Bekannte vorheriger Ausstellungen seit 2009: Bilder der jungen Wilden (Helmut Middendorfs rot-schwarzes Nashorn), der „Nuova Scuola Romana“ oder zwei aufregende Gemälde des Engländers Matthew Radfords sind zu sehen.

Anziehungspunkt für die Besucher wird das 30 Jahre alte Bild „Malerei“ sein – ein typischer Emil Kiess. Er war der einzige ausstellende Künstler, der anwesend sein konnte – andere waren durch widrige Umstände verhindert.

Simone Jung (Bildmitte) bei ihrer Führung durch die neue Ausstellung.
Simone Jung (Bildmitte) bei ihrer Führung durch die neue Ausstellung.

Die Begegnung mit Emil Kiess war ein Ereignis, und er machte das Pressegespräch zum einzigartigen Erlebnis, ob er nun mit auch für den Nicht-Kunstexperten äußerst anschaulichen Erläuterungen zur modernen Kunst und ihren verschiedenartigen Ansätzen und Konzepten oder zu seinem eigenen Schaffen sich äußerte. Und in diesem Schaffen ist für ihn eine grundlegende Erkenntnis in immer neuer Form: „Ich kehre immer wieder nach Donaueschingen und auf die Baar zurück.“

Pressegespräch im Museum Art-Plus, von links: Sebastian Steinhäußer, Simone Jung, Margit Biedermann, Emil Kiess.
Pressegespräch im Museum Art-Plus, von links: Sebastian Steinhäußer, Simone Jung, Margit Biedermann, Emil Kiess.

 

Ausstellung

Die Ausstellung „Colorful – Farbenfroh. Im Fokus: Dorothy Fratt“ findet statt vom 18. Februar bis 20. Januar 2019. Die beteiligten Künstler sind neben Dorothy Fratt: Gianni Dessi, Rainer Fetting, Ralph Fleck, Günter Fruhtrunk, Winfried Gaul, Heidi Gerullis, Otto Herbert Hayek, Keith Haring, Emil Kiess, Gerhard Langenfeld, Thomas Lenk, Alessandro Mendini, Helmut Middendorf, Georg Karl Pfahler, Lothar Quinte, Matthew Radford, Gert Riel, Reiner Seliger, Paolo Serra, Pierre Soulage. Die Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, 18. Februar um 12 Uhr (freier Eintritt an diesem Tag). Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Freitag von 13 bis 17 Uhr, Samstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr und jeden ersten Donnerstag im Monat von 13 bis 20 Uhr.

 

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