Donaueschingen Die Grüninger sollen noch länger auf ihre Halle warten

Die Verwaltung hat wieder das Hallenprojekt geschoben. Jetzt soll erst in 2020 gebaut werden. Obwohl Stadträte im Juli anders entschieden haben.

Gerade einmal drei Monate ist es her: Die Grüninger verließen damals glücklich die Sitzung des Technischen Ausschusses. Immerhin hatten die Gemeinderäte nach reichlichen Diskussionen und mit einer hauchdünnen Mehrheit gerade entschieden, dass sie zu ihrem Wort stehen werden. „Der technische Ausschuss empfiehlt dem Gemeinderat, die ursprüngliche Planung weiter zu verfolgen und diese gegebenenfalls auch ohne ELR-Zuschuss zu verwirklichen“, hieß es damals. Sieben Ja, sechs Nein und eine Enthaltung.

Bei der Lektüre des Haushaltsentwurfes dürfte so manch ein Grüninger große Augen machen und ziemlich sauer sein. Denn obwohl der Technische Ausschuss sich für die Realisierung der Halle nach den alten Plänen ausgesprochen hatte, hat die Verwaltung entschieden, dass vorerst nicht gebaut wird. 1,6 Millionen Euro waren für den Bau im kommenden Jahr vorgesehen. Nun steht dort gar nichts mehr, denn die Baukosten sind mit 2,4 Millionen Euro in das Jahr 2020 gewandert. Wohl – wenn die ELR-Zuschüsse früher kommen – könnte die Realisierung des Projektes auch wieder nach vorne rücken. Allerdings nur mit dem Landeszuschuss, was der Entscheidung des Technischen Ausschusses widerspricht.

Und so wird in den Haushaltsberatungen ausführlich über die Grüninger Halle diskutiert werden. Denn es ist nicht das erste Mal, dass das Projekt geschoben wird. Und weil die Grüninger schon lange warten, herrscht in einem Punkt große Einigkeit. „Wir sollten die Halle realisieren, nicht weil wir sie vom Tisch haben wollen, sondern weil wir bei den Grüningern im Wort stehen“, sagte damals Grünen-Stadtrat Wolfgang Kaiser. Und FDP-Stadtrat Achim Durler: „Wir sollten den Grüningern ihre Halle bauen und nicht erst in vier Jahren.“

SPD-Stadtrat Wolfgang Karrer blickte zurück: Der ehemalige OB Thorsten Frei habe den Grüningern versprochen, dass die Halle 2016 gebaut werde. „Ich fühle mich da noch in der Verantwortung“, so Karrer. Und auch GUB-Stadtrat Franz Wild konnte sich dem Verwaltungsvorschlag nicht anschließen, „da man ansonsten das Projekt bis auf den Sankt-Nimmerleins-Tag“ verschiebe. Und CDU-Stadtrat Reinhard Müller konnte als Ortsteilbürger die Wünsche der Grüninger sowieso gut nachvollziehen.

Diskutiert wurde viel: Die Steigerung der Kosten für das Bauwerk. Die abgespeckte Variante brachte nur minimale Einsparungen. Soll der Bau der Halle nun an eine Förderung aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) gekoppelt werden, oder auch ohne Zuschüsse realisiert werden? Geduldig haben sich die Grüninger das angehört. Die Abordnung gehörte bei den Haushaltsberatungen im vergangenen Jahr zu den treusten Zuhörern auf den sonst so leeren Stühlen für die Bürger. Stunde um Stunde harrten sie aus, bis das Grüninger Projekt an der Reihe war. Und im Technischen Ausschuss haben sie auch stets mit ihrer zahlreichen Anwesenheit gezeigt, dass ihnen die Halle am Herzen liegt.

Nun dürfte die Geduld allerdings so langsam am Ende sein. Viel Zeit und Mühen haben sie in die Vorbereitungen gesteckt. Beispielsweise waren da die Grundstücksverhandlungen, wo es galt, 13 Köpfe einer Erbengemeinschaft unter einen Hut zu bringen. Es gelang den Grüningern. Oder Bedenken im Bezug auf den Naturschutz. Diese konnten die Grüninger ausräumen. Auch der Bebauungsplan ist aufgestellt. Alle Vorarbeiten wurden von ihnen erledigt. Das Einzige, was zwischen den Grüningern und dem Bau ihrer Halle steht, das sind die Finanzen.

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