Donaueschingen Baaremer Windriesen wanken

Das Regierungspräsidium stoppt nach Protesten vorerst die Abholzungspläne. Investor Green City Energy bleibt zuversichtlich.

Das Regierungspräsidium verweigert aus naturschutzrechtlichen Gründen vorerst die Abholzungsgenehmigung von einigen tausend Bäumen auf einer 17 Hektar großen Fläche auf der Länge und dem Ettenberg. Die Bäume sollten Platz machen für 13 große Schwachwindkraftanlagen mit einer Höhe von jeweils rund 230 Meter. Gegen dieses gut 70 Millionen Euro umfassende Projekt hatte sich zuletzt der Protest aus der Bevölkerung und seitens der Naturschützer und Windkraftgegner verstärkt.

"Die begehrte Waldumwandlungsgenehmigung für den Windpark Donaueschingen-Blumberg (Länge und Ettenberg) kann kurzfristig nicht in Aussicht gestellt werden", heißt es in einer am Freitagmorgen veröffentlichten Pressemitteilung des Regierungspräsidiums (RP). Hintergrund seien fehlende Unterlagen und Untersuchungen bezüglich des Ausgleichskonzepts und Mängel bei der Tiefe der Untersuchungen, teilt RP-Sprecher Markus Adler mit. Es seien auf jeden Fall umfangreiche weitere Untersuchungen notwendig, sodass das Regierungspräsidium davon ausgeht, dass diese nicht vor dem Sommer vorliegen werden. Es werde in der kommenden Woche ein Gespräch mit den beiden Investoren und dem Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises bezüglich des weiteren Vorgehens geben.

Die Investoren Green City Energy AG aus München plant auf dem Ettenberg auf Blumberger Gemarkung fünf und die Singener Solarcomplex AG acht Schwachwindanlagen. Die Baugenehmigung wurde vom Landratsamt Ende Dezember unter Auflagen erteilt. Diese sieht das RP nun nicht erfüllt. Die für die nächsten Tage geplante Abholzung des Waldgebiets kann daher vorerst nicht erfolgen.

Das hatten sich die beiden Investoren-Unternehmen so nicht vorgestellt. Ursprünglich war dieses Projekt nicht als Ganzes, sondern in Teilen betrachtet worden, da die Räder auf Donaueschinger, Hüfinger, Blumberger Gemarkung und auch Land des Hauses Fürstenberg erstellt werden sollen. Von einer vollen Umweltverträglichkeitsprüfung, die ab zehn Hektar verbindlich ist, wurde nicht ausgegangen. Und auch das Landratsamt hat das ursprünglich so gesehen. Ein so genanntes vereinfachtes Genehmigungsverfahren wurde eingeleitet, das eine Beteiligung der Öffentlichkeit nicht vorsieht. Diese Nichtbeteiligung wird den Behörden nun seitens der Bevölkerung rund um Länge und Ettenberg vorgeworfen. Über 120 Widersprüche, die meisten auf Unterschriftenlisten aus Fürstenberg und Hondingen, sind inzwischen beim Landratsamt eingegangen. Das Regierungspräsidium wertet die Anlagen nun aber als ein Projekt mit 17 Hektar Rodungsfläche.

Zur Entscheidung aus Freiburg meinte Laura Rottensteiner, die Pressesprecherin von Green City Energy aus München: "Wir sind zuversichtlich, dass zu besprechende Punkte in absehbarer Zeit gelöst werden und die Waldumwandlungsgenehmigung erfolgen kann." Von der Solarcomplex AG gab es keine Stellungnahme. Als Glücksmoment wertete dagegen Edgar Schmieder von der BI Hochschwarzwald die Nachricht. Für ihn ist die Rodungsaktion in diesem Frühjahr vom Tisch.

Windrad-Protest

Nicht nur in der relativ windschwachen Region Hegau und Hochschwarzwald ist der Widerstand gegen die Windriesen inzwischen groß. Umweltberater Gerhard Bronner wies gestern auf einen besonderen Fall hingewiesen: NABU und LNV haben im Dezember einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Stuttgart gegen die Inbetriebnahme eines bereits errichtetes Windrad in Braunsbach eingereicht. Auch hier befindet sich ein Milan-Dichtezentrum.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Die leckersten Gins vom Bodensee und Schwarzwald
Neu aus diesem Ressort
Donaueschingen
Donaueschingen
Donaueschingen
Donaueschingen
Donaueschingen
Donaueschingen
Die besten Themen
Kommentare (1)
    Jetzt kommentieren