Donaueschingen Auktion im Mozartsaal: Jeder Koffer birgt eine Überraschung

Wenn der Mozartsaal zum Auktionshaus wird, dann ist Spannung garantiert. Denn hier werden die Fundstücke der Lufthansa versteigert und man kann wahre Schnäppchen machen.

Die Zeiger der Uhr standen auf 12 Uhr mittags als Auktionator Martin Clesle die Kofferauktion 2017 im Mozart-Saal eröffnete. Eine Minute später ging erstmals der Ruf "Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten" durch den Raum und ein prall gefüllter pinkfarbener Nike-Rucksack hatte eine neue Besitzerin. Es folgte eine bestens vorbereitete Auktion, in welcher Clesle mehrere hundert Koffer und Fundstücke in Sekundenschnelle versteigerte.

Das Auktionsspektakel nahm seinen Lauf. Begonnen hatte es bereits in den Morgenstunden, als Neugierige, Interessierte und Versteigerungsprofis den Mozartsaal stürmten, um die ausgestellten Fundstücke und Koffer zu inspizieren. Zwei Stunden hatten sie dafür Zeit. Wer mitsteigern wollte, ließ sich vorab registrieren und erhielt für einen kleinen Pfandbeitrag eine Versteigerungsnummer.

Mit Esprit und Humor versteigert Auktionator Martin Clesle die Fundstücke.
Mit Esprit und Humor versteigert Auktionator Martin Clesle die Fundstücke.
Zwei, die zum ersten Mal bei der Kofferauktion dabei waren, sind die Riedlinger Patrick Jacques und Claudia Wekesser. "Wir haben uns die Nummern einiger Koffer notiert, deren optisches Aussehen uns gefiel", bemerkte Jacques. Er kam mit dem Vorhaben zur Auktion, einen Koffer für seine Tochter zu ersteigern, die demnächst in den Türkeiurlaub fliegt.

Eine Premiere war die Kofferauktion auch für Jürgen und Daniela Mattes aus Böttingen bei Spaichingen. "Wir erfuhren im Internet von der Kofferauktion, die wir mehrfach bereits im Fernseher verfolgten. Die Gelegenheit live dabei zu sein, war noch selten günstiger. Wir sind sicher, dass wir nicht leer nach Hause gehen", fiebert Daniela Mattes bereits gespannt dem Moment am Abend entgegen, in welchem sie den ersteigerten Koffer öffnet.

Den Weg von Emmendingen nach Donaueschingen nahmen Katrin Fluck und Markus Schultes in Kauf und kombinierten einen Ausflug mit der Gelegenheit diesem außergewöhnlichen Spektakel teilzuhaben. Fluck sprach von einer anderen Art der samstäglichen Freizeitbeschäftigung und wollte bereits zur Hälfte der Veranstaltung keine Sekunde des Ereignisses missen. "Just vor fun" war auch die Villingerin Antonia Dold vorbeigekommen, die sich im Foyer einen Kaffee gönnte. "Alles ist bis ins kleinste Detail vorbereitet. Auch die Bewirtung stimmt. Je nachdem wie es sich ergibt, gehe ich nicht mit leeren Händen nach Hause." Definitiv mit dem Ziel eines der Fundstücke zu erobern waren ihre beiden Tischnachbarn, Günzburg gekommen, die ein Paar Kopfhörer im Visier hatten.

Was ist im Koffer? Vielleicht das ein oder andere Pfohrener Markus und Jennifer Mergel mit ihren Kindern Marie (links) und Leyla brauchen können. Die Vier beteiligen sich zum ersten Mal an der Kofferauktion.
Was ist im Koffer? Vielleicht das ein oder andere Pfohrener Markus und Jennifer Mergel mit ihren Kindern Marie (links) und Leyla brauchen können. Die Vier beteiligen sich zum ersten Mal an der Kofferauktion.

Ein Heimspiel war die Kofferauktion für die Pfohrener Markus und Jennifer Mergel, die wegen dem Freizeiterlebnis vorbeikamen und um sich das eine oder andere Schnäppchen zu ersteigern. Unvorbelastet betrat auch der Unadinger Heinrich Egy den Mozart-Saal. Seit Langem wollte er ein solches Koffererlebnis miterleben.

Unter den mehreren hundert Besuchern befanden sich auch einige Auktionsprofis, die von Versteigerung zu Versteigerung durch die Lande touren, um die Fundstücke meistbietend zu ersteigern. Sie waren in der Regel erkennbar an den langen Notizlisten und Tablets, auf denen sie die Nummern der Artikel eintrugen und ihre Kaufvorstellungen mit den Angeboten im Internet verglichen. Einer von ihnen ist Michael Prothmann aus Titisee-Neustadt. Er besucht die Auktionen mit dem festen Vorsatz, liegen gebliebene iPad, Tablets, Laptops und sonstige Elektrogeräte zu ersteigern.

"Donaueschingen war wie immer eine gute Hausnummer", bilanzierte Auktionator Martin Clesle. Mit seinem Team kehrte er deutlich leichter beladen den Heimweg, an als er gekommen war. Nahezu alle Artikel waren versteigert. "Es ist immer wieder eine Freude mitzuerleben, mit wie viel Spaß sich die Zuschauer an der Aktion beteiligen", bemerkte Clesle, der zu Beginn mit ein paar kurzweiligen Spielen die Stimmung auflockerte. "Das Publikum kann kommen und gehen, wie es möchte. Doch wer ein Auge auf die Schmuckstücke, das Beckeninstrument oder die Golfausrüstung geworfen hatte, sollte schon hierbleiben." Den Inhalt der Koffer beschreibt Clesle als eine Wundertüte, in der sich vom maßgeschneiderten Armani-Anzug bis zur Schmutzwäsche alle befinden kann. "Wir wissen selbst nicht, was in den einzelnen Gepäckstücken steckt, aber das wir wieder nach Donaueschingen kommen", lobt Clesle den Veranstaltungsort.

Die Versteigerung

Am Samstag versteigerte das Aktionshaus Clesle während der Kofferauktion rund 400 Koffer und Fundsachen, die auf einem Hin- oder der Rückflug der Lufthansa AG ordnungsgemäß in die EU eingeführt und liegengeblieben sind. Die Versteigerung der Koffer erfolgt mit deren Originalinhalt. Lediglich verbotene Gegenstände, Bargeld, nasse Teile und verderbliche werden im Voraus entfernt.

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