Brigachtal Neuer Kreisel in Brigachtal ausgebremst

Die Maßnahme wird die Gemeinde voraussichtlich 600 000 Euro kosten – für viele Gemeinderäte zu viel.

Eine Verbreiterung der Gehwege am Seniorenzentrum und ein Kreisverkehr an der Ortseinfahrt auf der Marbacher Straße. Mit diesen beiden Maßnahmen will die Gemeinde Brigachtal eine "Verbesserung des Wohnumfelds" erziehen. Während der Gemeinderat die Sanierung am Seniorenzentrum klar befürwortete, sorgte der Kreisverkehr angesichts der hohen Kosten für Zweifel. Dennoch werden nun Förderanträge für beide Projekte gestellt.

"Es geht insgesamt um die Aufwertung der Ortsdurchfahrt", sagte Henner Lamm vom Planungsbüro Kommunalplan. Konkret geht es um einen Kreisverkehr, bei dessen Arbeiten zudem ein Radweg angelegt und eine neue Bushaltestelle am Friedhof gebaut werden soll. Der Weg entlang des Friedhofs soll mit neuen Straßenleuchten versehen werden. Am Seniorenzentrum sollen die Gehwege ausgebaut werden. Zudem sind Parkplätze am Straßenrand und Baumpflanzungen vorgesehen. Ziel sei es, dass das Rathaus möglichst bequem und barrierefrei vom Seniorenzentrum aus zu erreichen ist.

Wenig enthusiastisch zeigten sich die Gemeinderäte angesichts der veranschlagten Preise. So soll der Kreisverkehr rund 665 000 Euro kosten. Bei einer theoretisch möglichen Fördersummer von rund 65 000 Euro bliebe für die Gemeinde ein Anteil von rund 600 000 Euro. Für die Maßnahmen am Seniorenzentrum fallen laut Kostenschätzung rund 414 000 Euro an. Bei einer erwartenden Fördersumme von 139 000 Euro, müsste die Gemeinde noch rund 275 000 Euro selbst finanzieren. Somit stünde die Gemeinde vor Investitionen in Höhe von etwa 875 000 Euro.

Weitgehende Einigkeit herrschte darüber, dass die Förderanträge auf jeden Fall gestellt werden sollen. "Antragstellung ja. Da verbauen wir uns nichts", sagte Gemeinderat Olaf Faller von der Bürgerinitiative Brigachtal. Auch Gemeinderat Josef Vogt von Pro Brigachtal plädierte dafür, die Anträge zu stellen, machte aber auch deutlich, dass er den Kreisverkehr in Frage stellt: "Bei uns bleiben 600 000 Euro hängen. Das ist ein hoher Preis."

Den Kreisel völlig fallen lassen möchte Gemeinderat Ferdinand Ritzmann, ebenfalls von Pro Brigachtal. "Für mich ist das zu viel Aufwand für das, was es bringt", sagte er. Man müsse so etwas nicht unbedingt bauen, nur weil es gefördert wird. Dieser Aussage widersprach Bürgermeister Michael Schmitt deutlich: "Wir machen das nicht nur, um die Förderung abzugreifen", sagte er. Man wolle die Situation an diesen Stellen verbessern und mit dem Kreisverkehr in der Ortsmitte habe man gute Erfahrungen gemacht.

Zudem müsse die Gemeinde in naher Zukunft ohnehin die Straße für dringende Kanalsanierung öffnen. "Die Dringlichkeit ist da. Gefordert sind wir jetzt schon", sagte Bürgermeister Schmitt. Bei Starkregen laufen die Grundstücke der darunterliegenden Firmen heute schon Gefahr, überschwemmt zu werden. Die Kosten für die Kanalarbeiten werden momentan berechnet.

Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, die Förderanträge für die beiden Maßnahmen zu stellen. Mit dem Ergebnis und Förderbescheid sei im März kommenden Jahres zu rechnen, sagte Henner Lamm.

Weitere Maßnahmen

Weitere Bereiche, in denen die Gemeinde Verbesserungen erreichen will, sind bei der momentanen Apotheke und dem Kastanienweg, am Werk- und Vereinshaus, an der Kreuzung Haupt-, Ring- und Gartenstraße und am Ortseingang Richtung Donaueschingen.

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