Brigachtal Der jüngste Strohmann ist aus Stein

Brigachtal – Die Augen von Jürgen Häßler leuchten, wenn er seinen jüngsten Strohmann betrachtet. „Einfach schön“, lautet der Kommentar des Zunftmeisters der Brigachtaler Narren.

Humbert Müller macht sich an den letzten Feinschliff. Bis Montag muss der Stein-Strohmann fertig sein.
Humbert Müller macht sich an den letzten Feinschliff. Bis Montag muss der Stein-Strohmann fertig sein. | Bild: Bilder: Jakober

Gerade einmal 65 Zentimeter ist der „Strohma'“ groß und im Gegensatz zu den Kollegen ist er aus Stein. Genauer gesagt aus Sandstein – noch genauer aus Ibbenbürener Sandstein, damit er auch seinen Kollegen optisch gleicht. Die schwarzen Schuhe hingegen sind aus Granit.

Als letzten Akt des großen Jubiläumsfest „50 Jahre Narrenzunft Brigachtal“ soll der Stein-Strohmann am Montag, 3. Oktober, am Brigachtaler Geschichtspfad aufgestellt werden. Und es wären nicht die Brigachtaler Narren, wenn sie dies still und leise machen würden. „Die Bürger sind natürlich eingeladen“, sagt Jürgen Häßler. Um 13 Uhr geht es los. Für 14 Uhr ist dann die feierliche Enthüllung der Steinskulptur geplant. Die Trummlerwieber werden für den richtigen Tusch sorgen und auch die Theatergruppe Bundschuh ist mit von der Partie. Nicht nur mit ihren Liedern werden sie die Narren bei ihrem „richtig schönen Open-Air-Fest“ – wie der Zunftmeister die Veranstaltung beschreibt – unterstützen. Der „Brigachtaler Haufen“ wird auch für die Bewirtung sorgen.

Die Narrenzunft ist nicht der erste Verein, der anlässlich seines Jubiläums etwas am Geschichtspfad aufstellt. So haben beispielsweise die Landfrauen schon eine Bank hinterlassen und auch der Motorsportclub ist beim Geschichtspfad vertreten. „Das Problem ist, dass das ganze ein bisschen eingeschlafen ist“, sagt der Zunftmeister. 2001 wurde der Geschichtspfad von der Bundschuh-Gruppe ins Leben gerufen. „Es war geplant, dass jeder Verein etwas aufstellt, wenn er ein Jubiläum feiert“, erklärt Häßler. Nun will er mit seinen Narren das Projekt wiederbeleben. „Wir dachten uns, wenn wir schon so alt werden, dann stellen wir auch etwas auf.“

Jürgen Häßler (von links) und seine Tochter Sabrina begutachten das neuste Mitglied der Brigachtaler Narrenzunft: Der Tannheimer Steinmetz Humbert Müller hat einen Sandstein-Strohmann erschaffen. Dieser soll am 3. Oktober am Geschichtspfad ausgestellt werden.
Jürgen Häßler (von links) und seine Tochter Sabrina begutachten das neuste Mitglied der Brigachtaler Narrenzunft: Der Tannheimer Steinmetz Humbert Müller hat einen Sandstein-Strohmann erschaffen. Dieser soll am 3. Oktober am Geschichtspfad ausgestellt werden.

Der Vater des Stein-Strohmanns ist der Tannheimer Steinmetz Hubert Müller, aus dessen Werkstatt auch der Brigachtaler Bär auf dem Kreisel stammt. Rund 35 Stunden hat er gebraucht, um aus dem Sandstein-Quader einen Strohmann herauszuarbeiten. Für die Proportionen hatte der Steinmetz einen kleinen Holz-Strohmann – und viel Augenmaß. Für die großen Arbeiten hat er die Flex zur Hand genommen. Mit Presslufthammer und dem Handfräser ging's dann an den Feinschliff. Noch fehlen einige Feinheiten – doch bis Montag wird der Strohmann fertig. „Als letztes wird er noch ganz leicht überschliffen. Auf der Meisterschule würde man sagen, damit er organischer wirkt. Man könnte auch sagen: ‚Damit er mehr Leben bekommt'“, erklärt Humbert Müller.

Damit der Strohmann auch beim 100. Geburtstag der Narrenzunft noch am Geschichtspfad steht, wird der Sandstein abschließend imprägniert, um ihn vor der Witterung zu schützen. „Dann perlt das Wasser richtig ab“, erklärt der Steinmetz. Außer etwas Moosbefall in ein paar Jahren sei es ein Werk für die Ewigkeit.

Der Strohmann wird am Montag, 3. Oktober, um 14 Uhr am Geschichtspfad hinter der Klengener Mühle in Richtung Beckhofen mit einem Fest enthüllt.

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