Brigachtal Brigachtaler Idylle: Josef Vogt ist ein echter Haas-Kenner

Josef Vogt hält einen echten Haas in den Händen. Vogt ist ein echter Kenner des Brigachtaler Hobby-Malers Richard Haas. Er referiert im Werks- und Vereinshaus über Leben und Werk des Künstlers.

Es ist in eine besondere Kunstsammlung: Das Bild, das Vogt gerade in Händen hält, zeigt das alte Beckhofen mit seinen Gehöften. Im Vordergrund schlängelt sich beschaulich die Brigach durch die idyllische Talaue. Auch ein paar Enten sind zu sehen, die den beginnenden Frühling sichtlich genießen. Ein typisches Bild – gerade solche Bilder projizieren Vergangenheit in die Gegenwart, sagt Vogt. Bestehende Gebäude sind noch gut auszumachen und zeigen dem Betrachter, wie sie vor 70 Jahren einmal aussahen.

Haas malte vertraute Wegstrecken, angejahrte Gebäude, idyllisch blühende Wiesen und Landschaften. In manchen Brigachtaler Hausfluren oder in der guten Stube sind vereinzelt noch Bilder von ihm zu finden. Seine Arbeiten, bis auf wenige Ausnahmen, sind alle gegenständlich in Öl oder Tusche, nur manche auch als Aquarell gemalt.

Haas hatte es in seiner Kindheit nicht leicht, er erkrankte bereits als Kleinkind an Kinderlähmung. Es folgte ein hartgeprüftes Leben, was man seinen Werken aber keineswegs ansieht. Trotz seiner Behinderung erlernte Haas das Radfahren, was ihm sehr zugute kam, denn so konnte er leichter Motive in der freien Natur aufstöbern.

Anerkennung für seine Werke erhielt er früh. Vom legendären Villinger Kunsthistoriker Hans Kahns beispielsweise bereits anno 1946: "Die Arbeiten sind mit ausgesprochen gutem Farbensinn, lebendig und fein empfunden – selten habe ich in meiner langjährigen Praxis Arbeiten von einem Autodidakten angetroffen, die auf einer derartigen Höhe stehen, wie die von Haas", so Kahns.

Nach dem Volksschulbesuch ging er auf die Gewerbeschule mit dem Berufswunsch, das Schneiderhandwerk zu erlernen. Doch leider war dieser Berufswunsch aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen und schwachen Konstitution nicht erfüllbar. So wechselte er zur zweijährigen Handelsschule und ging als Einzelhandels-Kaufmann seinem Vater im elterlichen Lebensmittelgeschäft zur Hand. Diese Tätigkeit wurde später seine Existenzgrundlage, die er schließlich ab 1954, nach dem Tod der Mutter, selbstverantwortlich übernahm. Viele Klengener erinnern sich noch gut an das Geschäft und natürlich an die Bilder.

Am heutigen Donnerstag wird Vogt in der Füreinanderstunde im Werk- und Vereinshaus verschiedene Werke vorstellen und dabei sicherlich das eine oder andere Aha-Erlebnis auslösen.

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