Bräunlingen Maurer bauen an der Zukunft: Christoph Volz liebt seinen Beruf

Die Baubranche kämpft mit akutem Nachwuchsmangel. Christoph Volz sieht darin seine Berufung und erklärt, warum der Beruf des Maurers heute einige Anforderungen an die Auszubildenden stellt

Die Baubranche hat ein Problem: ihr fehlt der Nachwuchs. Besonders deutlich wird das bei bestimmten Handwerksberufen. Wer etwa Maurer werden will, hat gute Chancen. Stellen gibt es reichlich, auch in der Region. Die freien Ausbildungsplätze konnten im Kreisgebiet erneut nicht alle besetzt werden.

Dass gerade die Maurer-Ausbildung nicht sonderlich begehrt ist, hat allerdings viel mit überkommenen Klischees zu tun, mit denen das Berufsbild heute zu kämpfen hat. "Die Branche ist nicht für jeden attraktiv. Man sollte handwerklich geschickt sein und die täglichen Herausforderungen an den Beruf steigen kontinuierlich", erklärt Bauunternehmer Konrad Volz, selbst gelernter Maurer.

Sein Sohn Christoph ist der Gegenentwurf des Klischees. Der 24-Jährige ist mittlerweile Maurermeister, seine Berufsausbildung schloss er, gemeinsam mit seinem Kollegen Philipp Ketterer, als Innungssieger beim väterlichen Betrieb, der Bräunlinger Hoch- und Tiefbaufirma Konrad Volz GmbH ab.

"Seit ich denken kann, begleite ich meinen Vater auf Baustellen. Alles was sich draußen abspielt und in Richtung praktisches Arbeiten geht, war schon immer mein Ding", erklärt Christoph Volz seine Faszination für den Maurer-Beruf. Man arbeite heute mit zahlreichen unterschiedlichen Materialien, deren Bearbeitung einen hohen Aufwand und eine Menge Fachwissen erfordern. "Der Anspruch ist hoch", sagt Volz. Er ergänzt: "Das Spektrum ist unglaublich weit. Man beschäftigt sich in der Ausbildung mit Mathematik, Physik, Chemie. Für viele zählt aber weiterhin das Klischee hinter der Berufsbezeichnung 'Maurer'." Und das geht nicht leicht weg.

"Lehrlinge suchen wir nach wie vor. Von der Realschule bekommen wir dabei relativ selten Bewerber. Dabei bieten sich gute Aufstiegsmöglichkeiten, etwa bis zum Architektur-Studium", erklärt Vater Konrad Volz. So sei es auch für Architekten von Vorteil, schon von der Pike auf die Details der Branche kennegelernt zu haben.

Philipp Ketterer (links) und Christoph Volz haben ihre Maurer-Ausbildung als Innungssieger beendet.
Philipp Ketterer (links) und Christoph Volz haben ihre Maurer-Ausbildung als Innungssieger beendet. | Bild: Volz GmbH

"Meistens sehen die Leute nur dran hin, nicht weiter", sagt Christoph. Auf Messen, wie etwa der Jobs for Future, präsentiert sich die Firma. Dort will man ins Gespräch kommen und beschreiben, wie der Beruf tatsächlich ausschaut. Was klar ist: Wenn es das Wetter zulässt, dann muss gearbeitet werden. Das heißt, im Sommer kann es auch mal länger gehen. Den Ausgleich dafür gibt es im Winter.

Viele alte Berufe haben mittlerweile eine neue Bezeichnung erhalten, die einen modernen Anstrich geben soll. So ist es üblich statt eines Hausmeisters einen Facility Manager zu beschäftigen. Beim Maurer habe das allerdings keinen Sinn, ist sich die Familie Volz einig. Maurer – das steht auch für eine Qualität, die seit Jahren damit einhergeht, unabhängig der oftmals noch vorherrschenden Klischees. "Der Maurer braucht sich nicht vor einem Fremdwort verstecken", sagt Konrad Volz.

Für Christoph Volz ist sein Beruf die Erfüllung: "Frische Luft, kombiniert mit Handwerk. Es ist ein abwechslungsreiches Gesamtpaket." Außerdem sehe man auch konkret, was man den Tag über geleistet hat. Es wächst quasi in den Himmel.

Wer sich für den Beruf interessiere, dem sei vor der Ausbildung ein Praktikum empfohlen. "Man merkt schnell, ob es passt oder nicht", sagt Volz.

 

Die Bauwirtschaft

Rund 800 000 Beschäftigte verdienen in der Baubranche ihren Lebensunterhalt. Sie sorgen für einen Jahresumsatz von rund 110 Milliarden Euro. Dennoch fehlt der Nachwuchs. Um dem entgegenzuwirken hat die Bauwirtschaft Baden-Württemberg ein Programm ins Leben gerufen, um die verschiedenen Berufe zu präsentieren und wieder attraktiv zu machen. Auf der Homepage www.bau-dein-ding.de gibt es zahlreiche Informationen übder die Baubranche. (guy)

 

 

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