Blumberg SÜDKURIER-Wahlforum: Kandidat Markus Keller will weitere acht Jahre Bürgermeister in Blumberg bleiben

Blumbergs Bürgermeisterkandidat Markus Keller stellte sich beim SÜDKURIER-Wahlforum am Dienstag in der Stadthalle den Fragen der SÜDKURIER-Redakteure Benhard Lutz und Norbert Trippl sowie fünf geladenen Gästen. Er gab ein klares Bekenntnis zu Blumberg ab und will weitere acht Jahre Bürgermeister in Blumberg bleiben

Zweieinhalb Stunden lang stellte sich am Dienstagabend beim SÜDKURIER-Wahlforum in der Stadthalle Blumbergs Bürgermeister und einziger Kandidat Markus Keller für die Bürgermeisterwahl am Sonntag den neugierigen Fragen von SÜDKURIER-Redaktionsleiter Bernhard Lutz, SÜDKURIER-Regionalleiter Norbert Trippl und fünf, vom SÜDKURIER eingeladenen Bürgervertretern aus Blumberg und den Ortsteilen. Markus Keller betonte dabei eindrücklich, daß Blumberg in den ersten acht Amtsjahren seine neue Heimat wurde, er auf alle Fälle weiter in der Eichbergstadt bleiben möchte und bei seiner Wiederwahl selbstredend die zweiten acht Amtsjahre bis 2025 Blumberg weiter voranbringen werde. "Und das natürlich sehr gerne, auch wenn ich von anderen Kommunen vielfältige Anbote habe", betonte der Blumberger Rathauschef.

Rund 70 Interessierte kommen am Dienstag zum SÜDKURIER-Wahlforum mit Bürgermeisterkandidat Markus Keller in die Blumberger Stadthalle.
Rund 70 Interessierte kommen am Dienstag zum SÜDKURIER-Wahlforum mit Bürgermeisterkandidat Markus Keller in die Blumberger Stadthalle.
  • Neben den Journalistenfragen stellte sich Markus Keller auch fünf Blumberger Bürgervertretern, die jeweils einzelne kommunale Bereiche repräsentierten und die in ihren Fachbereichen und Themenblöcken ganz genau "nachbohrten": Für die Landwirtschaft der BLHV-Stadtverbandsvorsitzende Markus Keller aus Opfedingen, für die Geschäftswelt Nicole Knöpfle von der Bäckerei Knöpfle, für die Stadtteile Fützens Ortsvorsteher Georg Schloms, für die Vereine Marco Hörenz, Vorsitzender des TuS Blumberg, und die Hondinger Rektorin Angelika Sitte als Mitglied der Regionalabteilung der Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwalds Forums "Rettet die Länge", die sich gegen den auf dem Ettenberg geplanten Windpark engagiert.
    Bürgermeisterkandidat Markus Keller (links) beim Warm up mit SÜDKURIER-Regionalleiter Norbert Trippl
    Bürgermeisterkandidat Markus Keller (links) beim Warm up mit SÜDKURIER-Regionalleiter Norbert Trippl
  • Als schwierigsten Moment seiner ersten acht Amtsjahre bezeichnete Markus Keller am Dienstag abend die Grundsatzentscheidung für die fünf Millionen Euro teure Sanierung des Panoramabads, die im Nachhinein betrachtet exakt richtig gewesen sei. Am meisten gefreut habe er sich in den zurückligenden Jahren über seine Hochzeit mit Frau Ruth am 24. Juli 2010. Das Bürgermeisteramt hätte ihn zwar "älter und grauer" werden lassen, aber jeden einzelnen Tag auch klüger und klüger. Keller konterte auf eine entsprechenden Frage von SÜDKURIER-Redakteur Norbert Trippl, daß Blumberg "nicht der Rand der Bundesrepublik" sondern das "Tor zu Deutschland" sei. Zum Ende seiner zweiten Amtszeit im Jahr 2025 sieht das Blumberger Stadtoberhaupt seine Kommune als Ort mit hervorragender Infrastruktur mit der höchsten Glasfaserdichte in Baden-Württemberg, einer neugeordneten Bildunglandschaft und eines innovativen Schulcampuses – "einfach Blumberg hoch 4", so Keller.
    Aufmerksam verfolgen die Zuhörer die Fragen und Antworten beim Südkurier-Wahlforum in der Stadthalle.
    Aufmerksam verfolgen die Zuhörer die Fragen und Antworten beim Südkurier-Wahlforum in der Stadthalle. | Bild: Roland Sigwart
  • Schulcampus: Der Architektenwettbewerb für den angedachten Blumberger Schulcampus, der voraussichtlich mit insgesamt 10 bis 22 Millionen Euro zu Buche schlagen wird, werde 2018 ausgeschrieben, betonte Keller auf eine Frage von Redakteur Bernhard Lutz. Um die laufende Stadtfinanzierung zu gewährleisten, soll die Attraktivität von Blumberg weiter gesteigert werden, Arbeitsplätze neu geschaffen und eine weiterhin aktive Wirtschaftsförderung betrieben werden. Freiwillige städtische Leistungen an die Bürger wie Panoramabad, Bücherei, Musikschule oder Jugendhaus würden nach heutiger Sicht beibehalten. Bei schlechter werdenden finanziellen Rahmenbedingungen hätten allerdings Pflichtausgaben wie zum Beispiel die Feuerwehr allererste Priorität.
  • Landwirtschaft: Als Fürsprecher für inbesondere die rund 260 Kilometer Feldwege von Blumberg zeigte sich am Dienstagabend der erste eingeladene Gast, der BLHV-Stadtverbandsvorsitzende Markus Keller. Er rechnete vor, daß von allen Landwirten rund 325 000 Euro in die kommunale Kasse gezahlt werde, aber nur etwa 150 000 Euro in die Feldwegunterhaltung "zurückfließe". Diese 150 000 Euro seien für sich allein betrachtet indes schon eine enorme Steigerung gegenüber früheren Jahren, wo vor seiner Amtszeit nur etwa 40 000 Euro in die Feldwege investiert wurden, gab das Stadtoberhaupt zu bedenken. Unter den 325 000 Euro seien auch Steuern, die die Stadt für andere Aufgaben wie die Schulen ausgebe, was auch den Familien der Landwirte wieder zugute komme. Weitere Themen der beiden "Namensvettern" waren die Wasserversorgung insbesondere in den zunehmend trockenen Wintern und die ausufernde Biber-Population.
  • Wirtschaft und Geschäftsleben: Individuell buchbare Seminarräume für kleinere Firmen und Übernachtungsmöglichkeiten in Form einer Art "multifuntionaler Akademie" kann sich Nicole Knöpfle in der Scheffelschule vorstellen. Negativ bewertete Knöpfle, dass Firmenbesucher oft nicht in Blumberg direkt untergebracht werden können und in andere Orte ausweichen müssten. Bei der Neuschaffungs eines solchen Angebotes wie eine Akademie gab Markus Keller zu bedenken, dass das Ganze auch wirtschaftlich tragbar sein müsse. "Wenn sich keine Firma für solch eine Einrichtung findet, ist es wohl einfach wirtschaftlich gesehen nicht tragbar und attraktiv." Für ein eventuelles "Boarding-House" liefen indes erste Investoren-Gespräche, verriet Keller.
  • Stadtteile: Entwicklungsperspektiven auch für die Ortsteile, eine bessere und verlässlichere Kommunikation und eine Stärkung des "Wir-Gefühls" zwischen Ortsteilen und Kernstadt wünschte sich Georg Schloms. Gleichzeitig betonte der Fützener Ortsvorsteher, dass erste Mehrausgaben für den Tourismus nicht ausreichen und eine weitere Intensivierung von Tourismusangeboten von Nöten sei. "Derzeit bleibt von den 100 000 Sauschwänzlebahn-Besuchern viel zu wenig in Blumberg hängen", so Schloms. Schloms sprach in diesem Zusammenhang auch an, dass die Blumberger Firmen ihre Gäste oft auswärts unterbringen müssten und machte deutlich, dass ein Firmengast Blumberg mehr Wertschöpfung bringe als die Touristen, wenn ein Blumberger Unternehmen zum Beispiel Aufträge über 600 000 Euro oder ein Million Euro erhielte. Den Breitbandglasfaserausbau lobte der Ortsvorsteher ausdrücklich, betonte aber gleichzeitig, daß dieser mit einem sozialverträglichen Ausstieg aus der Gemeinschaftsantennenanlage einhergehen müsse. Bürgermeisterkandidat Markus Keller antwortete, es gebe ein Konzept, dass das Signal der Antennenanlage die nächsten neun bis zehn Jahre nicht abgeschaltet werde.
    Als Vertreter der Stadtteile fragte Fützens Ortsvorsteher Georg Schloms (rechts) den Kandidaten.
    Als Vertreter der Stadtteile fragte Fützens Ortsvorsteher Georg Schloms (rechts) den Kandidaten.
  • Vereine: Bei der Vereinsförderung müsse die Stadt noch mehr Engagment zeigen, forderte der TuS-Vorsitzende Marco Hörenz. Er sprach auch eine Stadion-Sanierung an, die laut Keller 2018 wegen derzeit fehlender Zuschussgelder allerdings noch nicht in Angriff genommen werden könne. Der gewünschte Alljahres-Kunstrasenplatz, auf dem das ganze Jahr Fußball gespielt werden könne, soll nach Markus Kellers Vorstellung auch anderen Vereinen zur Verfügung stehen, so daß der TuS auch gleichzeitig in Sachen Unterhalt und Wartung durch andere Vereine entlastet werde.
  • Windpark: Heftig und engagiert diskutierte Markus Keller mit Windparkgegnerin Angelika Sitte. Zwölf Windräder auf der Länge, alle rund 230 Meter hoch, als sie davon gehört habe, sei die heile Welt von Blumberg für sie zusammengebrochen. Von Keller wollte Sitte wissen, warum er nicht konkreter Stellung in Sachen Windkraft beziehe und warum die Öffentlichkeit erst spät über das gesamte Ausmaß des Projekts informiert wurde. Keller sieht sich indes in ein enges gesetzliches Korsett gezwängt, in dem ihm keine offizielle Wertung zustehe. Gleichermaßen gab der Blumberger Bürgermeister zu, dass, persönlich gesehen, der Windpark "nicht förderlich fürs Landschaftsbild" sei.

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