Blumberg Naturschützer sprechen sich für Windkraft aus

In die Diskussion um den geplanten Windpark auf der Länge und dem Ettenberg hat sich jetzt auch der Bund für Umwelt- und Naturschutz (kurz BUND) zu Wort gemeldet.

Der BUND zählt über 580 000 Mitglieder, Spender und Förderer (Stand 2016) und ist damit einer der großen Umweltverbände Deutschlands. Zu seinen Gründern zählen so bekannte Natur- und Tierschützer wie Horst Stern und Bernhard Grzimek. Die Strategie des eingetragenen Vereins, der von der Politik bei Eingriffen in den Naturhaushalt angehört werden muss: Er relativiert die Gefahren von Windkraftanlagen auf die Vogelwelt, indem er Ursachen fürs Vogelsterben nennt, die seiner Meinung nach wesentlich schlimmer sind.

18 Millionen tote Vögel jährlich

Der BUND äußerst in seiner Pressemitteilung sein Unverständnis darüber, dass die über 18 Millionen Vögel, die jährlich in Deutschland an Glasscheiben ihr Leben ließen, kein öffentliches Thema seien, die geschätzten 10 000 bis 200 000 Vögel pro Jahr, die durch Windräder getötet würden, hingegen schon. Auch zu den wesentlich massiveren Schäden durch Vogelschlag im Straßenverkehr und entlang von Bahn-und Hochspannungstrassen sowie zur Bedrohung der Vogelwelt durch Agrargifte und Naturzerstörung gebe es keine Debatte.

In seiner Pressemitteilung verweist der BUND auf eine Studie des Bundesministeriums für Umwelt von 2016. Dabei sind knapp 570 Windkraftanlagen in 55 Windparks im norddeutschen Tiefland jeweils über zwölf Wochen einmal wöchentlich nach Totfunden von Vögeln abgesucht worden. Dabei sind 291 getötete Vögel gefunden worden, die zu 57 Arten gehören. Der Rotmilan, der auch über der Raumschaft Blumberg seine Kreise zieht, liegt bei der Untersuchung auf Platz zwölf mit fünf Totfunden. Die Gefahren der Windenergie für die Vogelwelt könnten aber durch eine gute Standortwahl und Vermeidungsmaßnahmen stark minimiert werden. Dies bestätigten zahlreiche Studien.

Außerdem verweisen die Naturschützer auf den Vogelschlag an Eisenbahnzügen und an Straßen. Es gebe zwar keine belastbaren Zahlen darüber, für wie viele Vögel die Windschutzscheibe zur Todesfalle werde, doch könne jeder Autofahrer links und rechts der Autobahn erschreckend viele tote Vögel entdecken, darunter viele große Greifvögel. Und dann nennt der BUND noch eine Tierart, die viele Menschen schon bei der Vogeljagd erlebt haben: Hauskatzen. Diese fingen zwar keinen Rotmilan, die extrem große Zahl an getöteten Kleinvögeln seien dennoch ein "massives Problem".

Für den BUND steht fest: "Die größten Verluste wird der Klimawandel bringen." Die globale Erwärmung bedrohe jede sechste Art. Windräder, die sich nach einem halben Jahr energetisch amortisiert hätten, seien eine wirksame Waffe gegen den Klimawandel.

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