Hondingen In Hondingen verwirklicht Opernsänger Claus Gerstmann sein Traumhaus

Vor fünf Jahren kaufte Opernsänger Claus Gerstmann in Hondingen ein abbruchreifes Fachwerkhaus im Brunnenweg. Inzwischen wird daraus ein Schmuckstück. Am Sonntag geben Claus Gerstmann und seine Ehefrau Claudia Gerstmann in der Hondinger St. Martinskirche ein Kirchenkonzert mit Marienvertonungen

Hondingen – Stolz steht Opernsänger Claus Gerstmann in Hondingen vor dem Fachwerkhaus im Brunnenweg 1. Vor fünf Jahren hat er das historische Gebäude erworben, das im Ort das "Weberhaus" heißt. Stück für Stück ist er seither am Renovieren und Sanieren, die Fassade ist bereits ein Schmuckstück. Für ihn erfüllt sich mit diesem Haus ein Lebenswunsch.

  • Die Verbundenheit mit Hondingen, das dieses Jahr seine 1200-Jahr-Feier begeht, ist so groß, dass der Opernsänger Claus Gerstmann auf Wunsch von Ortsvorsteher Horst Fürderer bereits den Festakt am 1. April mit Erwin Teufel als Festredner mit seinem Gesang bereichert hatte. Das Publikum war begeistert. Am Sonntag gibt er zusammen mit seiner Ehefrau Claudia Gerstmann in der Hondinger St. Martinskirche ein Kirchenkonzert, das mit "Die schönsten Marienvertonungen" überschrieben ist. Auch dieses Konzert findet im Rahmen der 1200-Jahr-Feier statt, die Anfrage kam beim Festakt vom "Hondinger Arbeitskreis Geschichte".
  • Circa eine Stunde lang werden Claus und Claudia Gerstmann Marienvertonungen intonieren. Zu hören ist unter anderem das "Ave Maria" in der Fassung von Johann Sebastian Bach (1685-1759)/Charles Gounod (1818-1983), von Camille Saint Saens (1835-1921) und von Giulio Caccini (1546-1618). Dazu kommen weitere Vertonungen von Bach, von Schubert, Mozart und ein Lied zum Mitsingen. Gespannt sein dürfen die Zuhörer auf zwei Meditationen von Claus Gerstmann zu zwei bekannten Liedern: die Meditation über Segne du Maria...", und die Mediation über "Meerstern ich dich grüße". "Die Meditationen sind von mir, da kommen meine eigenen Gedanken zu den Stücken, zu Hondingen und zur Marienwallfahrt", beschreibt der Musiker.
  • Musik ist sein Beruf, das Theater seine Plattform. Früher habe er eher die romantischen Liebhaber gespielt, jetzt spiele er die alten Haudegen. Für ihn sei es befriedigend, wenn er Gefühle ausdrücken könne, wenn er bei den Menschen Gefühle wecken könne. "Deshalb glaube ich, dass Theater wichtig ist, weil die Zuhörer an ihre Gefühle geführt werden. Er sei so etwas wie ein Publikumsliebling. Seine eigentliche Passion gilt historischen Häusern, Gebäuden mit Geschichte. Einige Ahnen hätten früher Schlösser und Burger besessen, sie aber im Dreißigjährigen Krieg verloren. Sein Traum sei schon immer so ein Gebäude gewesen, das er instand setzen wollte. Als Kind sei er mit seinem Eltern öfter im Wutachtal gewesen. Als er auf der Homepage des Landesdenkmalamtes das Objekt im Hondinger Brunnenweg entdeckt habe, wollte er es anschauen.
  • Es war Liebe auf den ersten Blick, auch wenn das Gebäude nur noch eine abbruchreife Ruine darstellte. Claus Gerstmann erwarb es, die Mauern seien zum Teil mehr als einen Meter dick und es klafften zum Teil meterbreite Lücken, er musste zuerst einmal die Grundmauern sichern. Er hat eine besondere Gabe für so etwas: "Ich sehe, wie etwas fertig aussieht, und versuche, diesen Traum sichtbar zu machen." Und er ergänzt: "Das Schöne beim Bauen ist, dass man das Ergebnis sieht."
  • Viele Hürden: Am Anfang musste er zum Beispiel im oberen Stock "von Balken zu Balken hüpfen", und auch sonst musste er viele Hindernisse aus dem Weg räumen. Abgesehen von ganz kurzen Momenten ließ er sich nie entmutigen. Zug und Zug setzte und setzt er seine Vision um, sets unter dem Gesichtspunkt, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht.
  • Die Fassade ist inzwischen gerichtet, von Passanten hört er, anders zu Beginn, jetzt immer wieder freundliche Worte und Anerkennung. Die Wohnstube ist inzwischen bezugsfertig, darin hat er den Kachelofen saniert. Licht kommt außer durch die Fenster von Kerzen, das passe besser zu dem Gebäude. Die Elektrik hat er gelegt, doch elektrisches Licht hat er nicht vorgesehen.

Zur Person

Claus Gerstmann (56) wuchs in Ravensburg in Oberschwaben auf. Er ist mit der Kirchenmusikerin Claudia Gerstmann verheiratet, das Paar hat einen Sohn. Mit 17 Jahren begann Claus Gerstmann an der Staatlichen Musikhochschule München Operngesang zu studieren, das Studium schloss er mit dem Staatsexamen ab. Bereits als Student erhielt er Theaterverträge, er hat eine breite Berufserfahrung, sang unter anderem bei den Bregenzer Festspielen und in Mailand, er war schon Gaststar im ZDF-Fernsehgarten. Seit einigen Jahren ist er am "Theater Art am See" am Zuger See engagiert. Am Sonntag, 15. Oktober, gibt er mit seiner Ehefrau Claudia Gerstmann in der Hondinger St. Martinskirche ein Konzert, es beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. (blu)

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