Blumberg Für die Freie Liste hat der Schulcampus in Blumberg Vorrang

Die Freie Liste in Blumberg schildert im Redaktionsgespräch mit dem SÜDKURIER ihre Schwerpunkte und Vorstellungen. Für die Kommunalwahl 2019 strebt sie wieder eine starke Liste an.

Die Kommunalwahl 2019 rückt näher. Die Vertreter der Freien Liste führen bereits Gespräche, um neue Kandidatinnen und Kandidaten zu gewinnen. Das machten ihr Fraktionssprecher Hannes Jettkandt, sein Stellvertreter Rainer Gradinger sowie die Stadträte Sascha Engel und Edgar Blessing am Mittwochabend in einem Gespräch in der SÜDKUIRIER-Redaktion Blumberg deutlich. "Wir stellen eine Liste zusammen mit Menschen, die schon kommunalpolitische Erfahrung haben, und mit Menschen, die bereit sind, diese Erfahrung zu sammeln", schildert der Fraktionsvorsitzende Hannes Jettkandt. Ganz besonders zielt die Freie Liste auf Kandidatinnen und Kandidaten in den Stadtteilen.

  • Überzeugen statt überreden: "Wir wollen die Leute für eine Kandidatur überzeugen und nicht überreden", betonen die Stadträte. Sie sind fest überzeugt, wieder eine gute Liste zusammenstellen zu können. Hannes Jettkandt, Sascha Engel und Edgar Blessing werden kandidieren, Rainer Gradinger, der bereits seit 1994 ununterbrochen im Gemeinderat ist, ist noch am Überlegen.
  • Übergeordnetes Ziel für die Kommunalwahl in Blumberg müsse es sein, dass möglichst viele Wahlvorschläge eingehen, damit es möglichst nicht nur zwei Fraktionen gebe, sondern mindestens drei, erklärt Rainer Gradinger, damit keine Fraktion die absolute Mehrheit habe, sodass bei jeder Abstimmung immer auch noch Mitglieder anderer Fraktionen für die Mehrheit benötigt werden. Bei der Freien List gebe es keinen Fraktionszwang, das zeige sich bei den Abstimmungen im Gemeinderat immer wieder.
  • Bildung wichtig: Was beschäftigt die Freie Liste am meisten? Die Antwort kommt prompt: "Unser wichtigstes Projekt ist der Schulcampus" sagt Rainer Gradinger, dieses Vorhaben müsse priorisiert werden. Das bedeutet nicht nur, einfach Gebäude zu erstellen, sondern die Überlegungen, wie die Stadt ihre Schulen attraktiv aufstellen wollte, erläutert Sascha Engel. Und das in einer Zeit, wo die pädagogischen Konzepte immer wieder verändert und hinterfragt würden und die Bildungslandschaft insgesamt Umbrüche erlebe und in der Öffentlichkeit auf dem Prüfstand stehe. "Wir müssen für jede Schulart die eigene Pädagogik leben dürfen", sagt Hannes Jettkandt, der an der Realschule Blumberg unterrichtet, und fügt hinzu: Die Individualität der einzelnen Schulen muss gewahrt bleiben!" Ein Grundschüler benötige zum Beispiel eine andere Struktur als ein Zehntklässler. Ziel müsse es hier sein, "dass wir weiter attraktiv sind und sinnvoll wachsen", so Sascha Engel.
  • "Mit der Entwicklung unserer Stadt können wir sehr zufrieden sein." Bei der Wirtschaft sei die Stadt gut aufgestellt, die Kernstadt und alle Teilorte erhalten Glasfaser, die Kinderbetreuung wurde ausgebaut. Auch im Freizeitbereich wurde einiges getan wie die Sanierung Panoramabad oder die Eisbahn, vereinsmäßig laufe viel, sicherheitstechnisch sei die Stadt mit der Feuerwehr gut aufgestellt, auch den Lebensabschnitt im Ruhestand könne man in Blumberg verbringen. Nun fehle noch die Bildungseinrichtung für die Jugend.
  • Gesamtstadt im Blick: Rainer Gradinger hebt einen Punkt hervor: Die Realschule und Werkrealschule seien gesamtstädtisch, ebenso die Musikschule, die Einrichtungen würden ebenso wie die Feuerwehr oder Spielgemeinschaften im Sportbereich dazu beitragen, dass die Kernstadt und die Teilorte weiter zusammenwachsen.
  • Bezahlbarer Wohnraum: Neben dem Schulcampus liegt der Freien Liste auch bezahlbarer Wohnraum, besonders für junge Familien und Singles, am Herzen, sagt Edgar Blessing. Dazu zähle, nicht nur Bauplätze für Einfamilienhäuser zu haben sondern auch für Doppel- oder Reihenhäuser, sowie der Geschosswohnungsbau, weil dadurch weniger Grundfläche benötigt werde, und dazu zählten natürlich auch Mietwohnungen.
  • So begrüßt die Freie Liste den Verkauf des Bauhof- und Wasserwerk-Geländes in der Kernstadt an einen Investor für Mietwohnungsbau. Die Wohnungen in dem Projekt auf dem Schlenk-Areal zählt Jettkandt ebenso dazu wie das Wohn- und Geschäftshaus auf dem Lauffenmühle-Areal. Und wenn die Weiherdammschule einmal in den Schulcampus am Eichberg umgesiedelt sei, biete sich auch auf dem dortigen Gelände Geschosswohnungsbau an.
  • Senioren: Ein weiteres Anliegen ist der Fraktion, das seniorengerechte Wohnen und Leben auszubauen. Deshalb hätten sie im Jahr 2013, als sie die Information erhalten hätten, dass das Pflegeheim "Haus Eichberg" voll belegt sei, den Antrag gestellt, weiteren Wohnraum und Betreuungsmöglichkeiten für die älteren Mitbürger zu schaffen. Das zweite Pflegeheim an der Achdorfer Straße sei absolut notwendig, der Gemeinderat gab für den Bauantrag bekanntlich bereits grünes Licht.
  • Neues Gewerbegebiet: Im Gewerbegebiet Riedböhringen sei das Areal zwischen Alemannenstraße und Bundesstraße weitgehend bebaut, nun wäre es wünschenswert, wenn auch das Gebiet auf der anderen Seite der Alemannenstraße als Gewerbegebiet entwickelt werden könnte. Wenn die Gewerbegebiete voll wären, könnte sich die Fraktion, wie sie schon einmal vorgeschlagen hatte, das Gebiet zwischen der B 27 und der Gemeindeverbindungsstraße von Riedböhringen Richtung Hondingen als weiteres Gewerbegebiet vorstellen. Der Vorteil wäre die Anbindung an die B 27 und die gute Erreichbarkeit von Blumberg aus, zum Beispiel auch mit dem Fahrrad, so Rainer Gradinger.
  • Verkehrskreisel: Für den viel befahrenen Kreuzungsbereich Tevesstraße/Leo-Wohleb-Straße und Tunnelweg in der Kernstadt wünscht sich die Freie Liste nach wie vor einen Kreisel. Der Bereich sei eine statistisch belegte Unfallstelle, betont Sascha Engel. "Im Jahr 2017 gab es wieder drei Unfälle", bekräftigt Hannes Jettkandt.

 

Freie Liste

Bei ihrer ersten Kandidatur erhielt die Freie Liste fünf Sitze, bei der zweiten Wahl waren es schon sieben Sitze. Bei der Kommunalwahl 2014 erhielt die Freie Liste neun Sitze. Ihre Stadträte in der der Kernstadt sind Hannes Jettkandt (Fraktionssprecher), Rainer Gradinger (Stellvertreter), Sascha Engel, Helmut Mirowsky, Stefan Zürcher und Theo Knöpfle; und von den Teilorten Bodo Schreiber (Riedböhringen), Georg Schloms (Fützen, er rückte für Joachim Jakob nach) sowie Edgar Blessing (Achdorf-Opferdingen). (blu)

"Wir müssen für jede Schulart die eigene Pädagogik leben dürfen.Hannes Jettkandt, Fraktionssprecher der Freien Liste

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