Blumberg Blumberger Narren-Prozessionen sind gerettet

Umzüge am Sonntag und Dienstag finden statt. Das Polizeipräsidium hat seine Ordner-Vorschriften gelockert.

Dieter Selig, Präsident der Narrengesellschaft Blumberg, ist überwältigt. Nachdem der SÜDKURIER in seiner Freitagausgabe darüber berichtet hatte, dass dem Fasnachtssonntagsumzug und dem Kinderumzug am Fasnachtsdienstag das Aus droht, sollten sich nicht genügend freiwillige Ordner für die Narren-Prozessionen finden, kam es zu „einer Welle der Hilfsbereitschaft“, so Selig.

Der Aufruf nach Freiwilligen war notwendig geworden, weil die Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt zunächst in einer sogenannten verkehrsrechtliche Anordnung vorgeschrieben hatte, dass alle Absperrungen entlang der Umzugsstrecken von Ordnern betreut werden müssen – weil die Plastik-Absperrungen ja leicht von ungeduldigen Autofahrern zur Seite geschoben werden könnten. Laut Landratsamtssprecherin Heike Frank geht diese Vorgabe auf eine Empfehlung des Polizeipräsidiums Tuttlingen zurück, das sich wiederum beim Polizeiposten Blumberg schlau gemacht hatte. Für den Sonntagsumzug hätte die Zunft danach 18 Helfer benötigt, für den Kinderumzug 15. Diese Anordnung hat das Polizeipräsidium Tuttlingen am gestrigen Montag teilweise zurückgenommen. Den Hüfinger Narren waren für ihre Umzüge ähnliche Vorschriften gemacht worden, die das Polizeipräsidium schon am vergangenen Freitag wieder einkassierte.

Doch während die Hüfinger Umzüge ganz ohne zusätzliche Posten ausgerichtet werden dürfen, besteht die Polizei laut Michael Aschenbrenner, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen, in Blumberg auf Ordnern, aber nicht auf 18 beziehungsweise 15, sondern auf "erheblich weniger". Weshalb diese vordergründige Ungleichbehandlung mit Hüfingen? Das hängt damit zusammen, dass die Umzüge durch Hüfingen großräumig umfahren werden können. In Blumberg geht das dagegen nicht. Hier verläuft die Umleitungsstrecke teilweise parallel zu den Umzugsrouten. Und überall dort, wo der Umleitungsverkehr den feiernden Narren zu nahe kommen könnte, muss ein Wachposten am Absperrelement stehen. Beim Blick auf den Stadtplan sind vier neuralgische Stellen auszumachen: Vogtgasse, Uhlandstraße, Uchbahnstraße und Ob der Kehr.

Auch Bürgermeister Markus Keller hat sich in die Verhandlungen mit der Straßenverkehrbehörde eingeschaltet. Seine Sorge: Gelten in Zukunft auch beim Street-Art-Festival und beim Blumberger Straßenfest so strenge Sicherheitsauflagen? Denn beide Großereignisse spielen sich zum größten Teil auf der Haupt- und Tevesstraße ab, so wie die Umzüge auch.

Auch ohne das Entgegenkommen der Polizei hätten die beiden Blumberger Umzüge höchstwahrscheinlich stattfinden können. Dieter Selig ist sich sicher, dass es ihm nach dem Aufruf im SÜDKURIER gelungen wäre, genügend Ordner für die Umzüge bereit zu stellen. Allen, die sich über die benötigte Anzahl hinaus bereit erklärt haben zu helfen, spricht der Narrenpräsidenten ein dickes Dankeschön aus. Die Ordner, die jetzt noch benötigt werden, werden von Selig kontaktiert, sobald ihm die geänderte Umzugsgenehmigung vorliegt.

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