Bad Dürrheim Uganda-Freundeskreis: Die Hilfe überdauert Tausende Kilometer

Uganda-Freundeskreis fördert Bildungsprojekte. Mitglieder besuchen Projekte in Ost-Afrika.

Zehn Jahre Uganda-Freundeskreis sind ein stolzer Erfolg und waren Grund zum Feiern. Normalerweise finden die Gottesdienste und Zusammenkünfte mit den Ugandafreunden in Unterbaldingen statt, doch zur Feier dieses Geburtstages ist der Verein nach Bad Dürrheim gekommen. Dem Gottesdienst, von Frank Ssentumbwe aus Tübingen (der Lehrer studiert momentan in Ludwigsburg), mit Trommeleinlagen bereichert, folgte im Gemeindesaal von St. Johann ein geselliges Beisammensein. Im Mittelpunkt standen dabei aber auch Informationen über Werdegang und Stand der Projekte, anschaulich mit Lichtbildern erklärt, Eine-Welt-Produkte und ugandisches Kunsthandwerk waren ausgestellt und konnten gekauft werden, ugandische Gerichte verhießen dem Gaumen unbekannte Genüsse. Tanzdarbietungen, weitere Trommeleinlagen, ein Quiz und ein Vortrag über das Land mit seinen vielen Facetten selbst machten den Tag zu einem abwechslungsreichen Erlebnis.

Die Anfänge: Die Geschichte begann mit einer zufälligen Begegnung Heinz-Otto Gielens zur Herstellung von Solarkochern und einem Besuch in Uganda, der den Wunsch nach sich zog, selbst etwas zu unternehmen, gleichzeitig aber auch die Eigenverantwortung der Menschen dort zu wecken. Viele Male waren Gielen, Birgit Schwarzmeier und andere Mitglieder des Vereins in Uganda, regelmäßig werden Mitglieder und Förderer anhand von Reiseberichten informiert. Was sie dort gesehen haben, bezeichnet Birgit Schwarzmeier „als Ankommen in der Realität“. Sie meint damit zu sehen, dass zehn Menschen in einem Raum mit undichtem Dach von der Größe einer Doppelgarage leben und nicht einmal eine eigene Matratze zum Schlafen haben.

Der Schwerpunkt: Die Vereinsarbeit widmet sich inzwischen verstärkt der Förderung von Bildungsmaßnahmen. „Wir wollen uns auf das konzentrieren, was wir leisten können, ohne uns zu verzetteln“, erklärt Birgit Schwarzmeier jüngst. Heinz-Otto Gielen ergänzt: „Bildung ist das A und O, ohne die geht gar nichts und dazu gehört Lesen, Rechnen, Schreiben, Englisch sprechen.“ Zur Förderung durch die Ugandafreunde gehören individuelle Hilfen für Kinder und Jugendliche der ärmeren Bevölkerung, die dazu beitragen, den Schulbesuch zu ermöglichen und zu sichern sowie Förderung von Bildungsmaßnahmen, die dem Umweltschutz durch Nutzung von Solarenergie dienen. Abgeschlossene (in Kooperation mit SEZ, Miserior und Buma getätigte) Projekte sind diese, bei denen bedürftige Familien eine Kuh erhielten und im Gegenzug zwei Kälbchen weitergaben, sowie in Norduganda die Mitfinanzierung von Brunnen und Zugochsen für die Feldarbeit, ebenso die Herstellung von Solarlampen und Solarkochern.

Die Projekte: Ein langjähriges Projekt ist die Kinderhilfe. So wird etwa im Jugendclub die Landessprache Englisch vertieft. Langsam auslaufend ist die Nothilfe für ehemalige Kindersoldaten. Zum Dauerprojekt haben sich die Bildungspatenschaften entwickelt, mit denen Schulgeld und die Förderung von Berufsschülern übernommen werden, das ist ab 40 Euro pro Jahr möglich. Die Zeugnisse müssen bezahlt werden, sonst kommen die Kinder nicht in die nächste Schulphase. Rund 50 Mitglieder unterstützen aktuell 80 Kinder und Jugendliche, emsig werden Spenden gesammelt, der Verein stellt seine Arbeit unter anderem an Schulen vor.Kontrolliert werde außerdem anhand von Berichten. „No report – no money“ (keine Berichte, kein Geld), sagt Birgit Schwarzmeier.

Die Besuche: Erst 2014 berichtete zum Jahrestreffen Pater Josef Gerner über den aktuellen Stand in Uganda. Der mittlerweile 80 Jahre alte Geistliche ist seit kurzem wieder dort. Birgit Schwarzmeier war 2013 zuletzt in Uganda und wird im Mai zusammen mit Silvia Kastler den rund 9500 Kilometer langen Weg auf sich nehmen. Vorgesehen ist die Kontrolle der Projekte und Buchführung, Gespräche mit Partnern vor Ort (Prose und Buma), ein Besuch der Handwerkerschule sowie Gespräche mit Patenkindern, ein Treffen mit Pater Josef Gerner und dessen Nachfolgerin in Omina Anyima.


Informationen im Netz

Wer mehr über den Uganda-Freundeskreis wissen möchte, findet im Internet weitere Informationen:

www.uganda-freundeskreis.de

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