Bad Dürrheim Uganda-Freunde unterstützen Schüler

Birgit Schwarzmeier und Silvia Kastler aus Bad Dürrheim besuchen Pater Josef Gerner in Ostafrika

Pater Josef Gerner wird dem einen oder anderen gewiss noch in Erinnerung sein. Denn der 79-Jährige stellte seine Arbeit in Uganda im vergangenen Herbst in Unterbaldingen vor. Er ging auf die Zeit während des Bürgerkrieges und auf die neue Zeit des Aufbruchs ein. Die Vorsitzende des Uganda-Freundeskreises, Birgit Schwarzmeier, besuchte vor wenigen Wochen in Begleitung von Silvia Kastler Pater Gerner in seiner Wahlheimat im Norden Ugandas. Dort besuchten die beiden in Opit die neue Pfarrei des Paters sowie dessen ehemalige Pfarrei Omiya Anyima in der Nähe von Kitgum mit der von ihm gegründeten Realschule. Der Uganda-Freundeskreis aus Bad Dürrheim übernehme für etliche bürgerkriegsgeschädigte Schulkinder dort die Schulgebühren, heißt es in der Mitteilung des Vereins.

„Birgit Schwarzmeier und Silvia Kastler waren sehr beeindruckt, Josef Gerner in seinem Element zu erleben.“ Am Sonntag waren sie in einer zweistündigen Messe dabei, der sich die Taufe von 40 Säuglingen anschloss. Kein Zeichen von Müdigkeit nahmen sie bei Josef Gerner wahr, trotz der großen Hitze und Enge in der überfüllten Kirche. Danach ging die Fahrt über grünes Ackerland weiter in seine ehemalige Pfarrei. Wie beliebt er dort war, als Seelsorger, als Seelentröster, als Helfer auch während der Bürgerkriegszeit und danach, als Erbauer der Realschule und vieler Außenstationen seiner Pfarrei sowie als Anlaufstelle bei medizinischen Problemen, machte die zwei Reisenden sprachlos.

Zwei lange Stunden hatten viele Gemeinderäte, Katecheten (Religionslehrkraft, Anm.d.Red.) und Mitglieder der katholischen Frauengemeinschaft in der Hitze am Straßenrand auf ihn gewartet, um ihm das Geleit zur Kirche und zum Pfarrhaus zu geben. Am nächsten Tag führte der einheimische Nachfolger von Josef Gerner, Pater Christopher, die drei Besucher durch die Realschule.

Mit dem Weggang von Pater Gerner seien bedauerlicherweise auch die Schülerzahlen erst einmal gesunken. Doch jetzt scheinen das Vertrauen in die neuen Schulleiter und die Schüler zurückzukehren. „Ihr wart meine Rettung“, gestand Josef Gerner der Vorsitzenden Birgit Schwarzmeier, „denn in der Nacht vor eurer Ankunft habe ich kaum geschlafen aus Sorge, wie ich das Schulgeld für die vielen Waisen an dieser Realschule bezahlen soll. Und ihr habt es im Gepäck mitgebracht. Euch und den vielen Spendern gilt mein aufrichtiger Dank.“ Und der Dank von Birgit Schwarzmeier und Silvia Kastler galt ihm. „Teilhaben zu dürfen an seinem Lebensweg, ihn mit 79 Jahren fließend zwischen Deutsch, Englisch und der Einheimischensprache Luo wechseln zu hören, war ein besonderes Geschenk“, schreibt der Verein in seinem Reisebericht abschließend.

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