Bad Dürrheim Eklat bei Kommandantenwahl: Sunthausener Feuerwehr verlässt Versammlung

Zunächst war alles ruhig und unauffällig. Doch dann, um 20.25 Uhr kam es in der Oberbaldinger Jahn-Turnhalle zum Eklat: Die Sunthauser Feuerwehr verließ geschlossen den Saal, als Kreisbrandmeister Manfred Bau die Streitigkeiten um die Feuerwehrfahrzeug-Ausstattung ansprach.

Für einen handfesten Eklat hat die Sunthauser Feuerwehrabteilung bei der gesamtstädtischen Versammlung gesorgt. Es war genau 20.25 Uhr als die Abteilung geschlossen die Oberbaldinger Jahn-Turnhalle verließ. Damit hat sich die Situation in der Feuerwehr Bad Dürrheim weiter massiv zugespitzt.

Mehrfach wurde am Abend das heikle Thema Ausstattung der neuen Feuerwehrfahrzeuge angesprochen. Doch anscheinend brachte Kreisbrandmeister Manfred Bau mit seiner Ansage das Fass zum Überlaufen. Er sagte: „Nicht alle Wünsche sind erfüllbar. Aber die von der Stadt bestellten Fahrzeuge sind üblich und mit normaler Ausstattung. Ich bitte daher nochmals die Sunthauser Abteilung, Gespräche zu führen. Ihr seid doch viel zu sehr Feuerwehrmänner, um wegen eines Fahrzeugs die Wehr zu verlassen und die Bürger im Stich zu lassen.“

31 Feuerwehrmänner verlassen Versammlung

Daraufhin verließen die 31 Feuerwehrmänner den Raum – sie gingen – ohne den erkrankten Kommandanten Karl Kammerer – schimpfend und unter ungläubigen Blicken der weiteren 117 Feuerwehrmännern und den anwesenden Stadträten. Kreisbrandmeister Bau entschuldigte sich umgehend und sagte: „Es tut mir leid, aber dass man so etwas nicht mal mehr sagen darf?“

Dieser Satz wurde von den restlichen Feuerwehrmännern mit lautem Applaus begrüßt. Damit haben sich die sowieso bereits angegriffenen Fronten zwischen Abteilungswehr und der Stadt sowie der restlichen Feuerwehrabteilungen noch mehr verhärtet.

Bürgermeister Walter Klumpp schockiert

Bürgermeister Walter Klumpp war sichtlich schockiert und sagte gegenüber des SÜDKURIER: „Ich war zu Beginn der Versammlung so froh, dass alle Abteilungen da waren. Jetzt bin ich sprachlos.“ Er sagte, er wäre froh, wenn es dennoch einen Weg geben könnte, die Sunthauser in der Gesamtwehr zu erhalten. „Ich hoffe, wir werden künftig einen Weg finden, mit sieben Feuerwehrabteilungen zusammen zu arbeiten. Ich weiß, das wird sehr schwierig und ich weiß nicht, wie der Weg aussehen könnte.“

Es gab an diesem Abend kaum noch ein anderes Thema als den Abmarsch der Sunthauser noch vor der Kommandantenwahl. Einige Feuerwehrmänner munkelten sogar, dieser Schritt sei geplant gewesen, um die Wahl mangels genügender Anwesender platzen zu lassen.

Doch waren noch immer genügend Feuerwehrmänner in der Jahn-Halle anwesend, um den neuen Gesamtkommandanten zu wählen. Der Wahlleiter und seit Samstagabend der ehemalige Gesamtkommandant Markus Karrer informierte: „Insgesamt haben wir 204 Aktive, einer mehr als die Hälfte ist für die Wahl notwendig, also 103.“ Zu Beginn der Versammlung waren noch 148 Feuerwehrmänner da, nachdem die 31 Sunthauser weg waren, blieben 117. Diese Aussage löste heftigen Applaus aus – ein neuer Kommandant konnte gewählt werden.

Volker Heppler ist neuer Gesamtkommandant

Und dann gaben die Feuerwehrmänner ihre Stimmen ab: Mit überwältigender Mehrheit und begleitet von Jubel und Applaus wurde der Oberbaldinger Abteilungskommandant Volker Heppler zum neuen gesamtstädtischen Kommandanten gewählt. Von den 117 Wahlberechtigten enthielten sich gerade einmal zwei ihrer Stimme, der Rest kreuzte das „Ja“-Kästchen an. Bei der Stimmabgabe für den Stellvertreter schüttelte jeder Feuerwehrmann Heppler die Hand und beglückwünschte ihn. Auch der neue stellvertretende Gesamtkommandant, Karl-Heinz Kienzle, Abteilungskommandant aus Öfingen, wurde mit hervorragendem Ergebnis von 116 Ja- und einer Neinstimme gewählt.

Markus Karrer hatte im vergangenen Herbst sein Amt zur Verfügung gestellt, aus gesundheitlichen Gründen. Volker Heppler rückte von seiner Stellvertreterposition an erste Stelle nach. Trotz aller Freude über den neuen Gesamtkommandanten beherrschte das eine Thema die Gesprächsrunden der Feuerwehrmänner nach der Versammlung: Das Unverständnis und die Ungläubigkeit über das Verhalten der Sunthauser Abteilung.

Darum geht der Streit

Die Sunthausener Abteilungswehr droht geschlossen mit Austritt, sollte sie nicht – wie nachträglich gefordert – ein Einsatzfahrzeug mit integrierter Kabine zu bekommen, sprich eine Kabine, in der sie auf Anfahrt zum Einsatzort ihre Atemschutzausrüstung anlegen können.

Der Gemeinderat hatte sich aus Kostengründen geschlossen für Fahrzeuge mit Doppelkabine entschieden, in der die Wehrmänner hintereinander sitzen und eben die Atemschutzausrüstung nicht auf Anfahrt anlegen können. (suk)

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