Fußball-Bezirksliga: (daz) Der FC Königsfeld übernahm am Wochenende die Tabellenführung vom FV Tennenbronn. Die Verfolger Pfaffenweiler und Hochemmingen sind nach fünf Spieltagen noch ungeschlagen. Schon etwas dramatisch wird die Situation für Brigachtal, der einzigen Elf ohne Zähler.

Mit einer Energieleistung machte Spitzenreiter FC Königsfeld beim FV Marbach aus einem 1:3-Rückstand einen 4:3-Sieg. „Wir hatten schon beim Rückstand viel Ballbesitz und waren gut im Spiel. Allerdings hat es uns Marbach mit den schnellen Kontern schwer gemacht. Wir haben nie die Hoffnung verloren und uns belohnt“, freut sich Spielertrainer Jörg Holik und ergänzt: „Ich wäre nach 90 Minuten auch mit einem Punkt zufrieden gewesen. Aber wir haben in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielt.“ Holik ist mit dem Saisonstart und zwölf von 15 möglichen Punkten zufrieden. „Es zeichnet sich ab, dass viele Mannschaften ganz oben mitspielen werden. Es gibt noch keine Trends.“ Gut gelungen ist in Königsfeld die Integration der neuen Spieler wie Novakovic oder Zepf. Auch Rall gab nach der Verletzung am Sonntag ein Comeback.

Von allen Konkurrenten wird die Heimstärke des FV Tennenbronn gelobt. Bei der 1:3-Niederlage gegen Bonndorf war davon wenig zu sehen. „Wir haben keinen schlechten Fußball gespielt, aber es war nicht unser Tag. Wir hätten bis zum Tatort in der ARD spielen können und wohl kein Tor erzielt“, bilanziert Trainer Carmine Italiano. Der einzige Treffer resultierte aus einem Elfmeter. Italiano kreidet seiner Elf an, „dass sie die ersten 30 Minuten völlig verpennt“ habe. Im gesamten Spiel haben die letzten 20 Prozent gefehlt, die in der Liga nötig sind, um zu punkten. „Möglicherweise hat bei uns einige die Tabellenführung nach dem Spieltag am Mittwoch etwas gelähmt. Wir werden aus dem Spiel unsere Lehren ziehen und es zukünftig wieder besser machen“, kündigt Italiano an.

Schon die zweite Saisonniederlage kassierte der SV Geisingen beim 0:1 in Pfaffenweiler. „Wie schon zuvor in Riedöschingen und gegen Königsfeld liegt es einzig und allein an unserer mangelnden Chancenauswertung. Wir lassen allerbeste Möglichkeiten liegen. Ich bin mit dem Spiel meiner Mannschaft zufrieden, aber nicht mit den Ergebnissen“, sagt Spielertrainer Marijan Tucakovic. Er hatte sich aus den ersten fünf Partien zumindest zehn Punkte ausgerechnet. Aktuell sind es sieben. „Wir haben schon gegen die Top-Teams Königsfeld und Pfaffenweiler gespielt. Dennoch ist die Ausbeute zu wenig. Wir müssen kaltschnäuziger werden“, fordert Tucakovic. Er will auf jeden Fall verhindern, dass der Anschluss an die Tabellenspitze für die ambitionierten Geisinger frühzeitig verloren geht.

Nach einem 0:2-Rückstand zeigte Aufsteiger SG Riedöschingen/Hondingen beim SV Hölzlebruck eine große Moral und erzielte in der Nachspielzeit den 3:2-Siegtreffer. „Wir haben immer an uns geglaubt und uns in der Pause geschworen, alles zu versuchen. Wir wollten nach dem 2:2-Ausgleich die Ordnung in der Abwehr nicht verlieren, aber auch alles probieren. Für das Selbstvertrauen und die kommenden Spiele ist der Sieg Gold wert“, sagt der neue Spielertrainer Björn Werhan, der damit gleich einen perfekten Einstieg feierte. Werhan lobte eine starke und mannschaftlich geschlossene Leistung. „Wir sind alle erleichtert. So darf es gerne weitergehen“, schmunzelt Werhan.

„Es wurde Zeit!“ Nur drei Worte von Kadir Ibis, Trainer des SV TuS Immendingen, beschreiben die Gefühle bei ihm und seinen Spielern nach dem 2:0-Erfolg bei der SG Riedböhringen/Fützen. „Wir haben auch davor immer gut gespielt, aber etwas unglücklich die Punkte abgegeben. Diesmal war der Sieg nie in Gefahr. Selbst in Unterzahl haben wir uns nicht aus dem Spiel bringen lassen und die letzten 15 Minuten bestimmt, ja sogar noch den zweiten Treffer nachgelegt“, sagt Ibis. Schon in den Spielen gegen den FC Pfaffenweiler (3:3) und den SV Hölzlebruck (2:2) sei seine Elf nah am ersten Erfolg gewesen. Ibis hofft, dass mit dem ersten Sieg im Rücken nun einiges leichter geht: „Nun muss der erste Heimsieg her. Auch dafür wird es Zeit.“

Null Punkte nach fünf Spielen. So hatte sich beim FC Brigachtal keiner den Start vorgestellt. Viermal gingen die Brigachtaler bisher ohne eigenen Treffer vom Platz, mussten aber schon 23 Tore einstecken. Beim jüngsten 0:3 in Dauchingen musste Trainer Massimo Verratti zehn Stammspieler ersetzen, was der Übungsleiter nicht als Ausrede gelten lassen will. „Unsere Leistungen sind aktuell nicht bezirksligatauglich, wobei mich die Gegentreffer besonders ärgern, denn da machen wir es unseren Kontrahenten zu leicht“, resümiert Verratti. Brigachtal läuft Gefahr, frühzeitig den Anschluss zu verlieren. Wie in den zwei vergangenen Spielzeiten droht eine Zittersaison. „Die Trainingsbeteiligung ist gut und die Jungs sind sehr wissbegierig. Aber wir müssen jetzt punkten“, wünscht sich Verratti. Die kommenden Gegner, Hochemmingen und Gutmadingen, verheißen indes nichts Gutes.