Eishockey: Paul Thompson ist wieder zurück aus dem Urlaub. Die vergangene Woche verbrachte der Trainer der Schwenninger Wild Wings nicht auf der britischen, sondern auf einer spanischen Insel. „Ich war mit meiner Familie auf Teneriffa“, sagt der 51-Jährige. Klar, dass der rührige Trainer auch in den Ferien seinen Job als Coach nicht gänzlich ausblendete. „Ich lag zwar oft am Pool, habe mir aber auch etliche Eishockey-Videos angesehen und viel mit Jürgen Rumrich telefoniert“, beschreibt der Brite seinen Tagesablauf.

Kein Zweifel, Thompson ist sehr zufrieden mit dem, was die Wild Wings für die kommende Runde auf die Beine gestellt haben. „Wir werden mit einer sehr guten Mannschaft in die neue Saison gehen“, ist der Trainer überzeugt. Vor allem die jüngsten Verpflichtungen der drei Stürmer Mike Blunden, Jamie MacQueen und Andreas Thuresson sowie Verteidiger Dylan Yeo stimmen ihn zuversichtlich. Thompson: „Das sind alles Spieler, die uns stärker und torgefährlicher machen. Jürgen Rumrich hat einen großartigen Job gemacht.“

Nach SÜDKURIER-Informationen dürfte ein weiterer Transfer bereits perfekt sein: Mark Fraser soll die Schwenninger Abwehr komplettieren. Weder Rumrich noch Thompson wollten sich zu der Personalie offiziell äußern, doch es scheint sicher, dass der 32-jährige Kanadier in der kommenden Saison der Trikot der Wild Wings tragen wird. Mit ihm gewinnt die Schwenninger Defensive deutlich an Format. 1,93 Meter groß und 100 Kilogramm schwer, verschafft sich Fraser auf dem Eis den nötigen Respekt und geht keinem Zweikampf aus dem Weg, wenn es sein muss, auch ohne Handschuhe.

Fraser bringt die Erfahrung von 224 Einsätzen in der nordamerikanischen Profi-Liga NHL mit an den Neckarursprung. Der Verteidiger stand bereits für die New Yersey Devils, die Toronto Maple Leafs und für die Edmonton Oilers auf dem Eis. Außerdem bestritt er 468 Partien in der American Hockey League (AHL). In den vergangenen zwei Spielzeiten war Fraser in Finnland bei TPS Turku und in der Slowakei (HKM Zvolen) aktiv.

Ebenso wie Fraser, haben auch Yeo (32), MacQueen (30), Thuresson (31) und Blunden (32) sowie die deutschen Neuzugänge Christopher Fischer (31) und Alexander Weiß (32) schon 30 Jahre oder mehr auf dem Buckel. Birgt das nicht die Gefahr einer erhöhten Verletzungsanfälligkeit? „Nein“, sagt Trainer Thompson, „ein 32-jähriger Profi hat heute den Körper eines 27-Jährigen vor zehn Jahren. Alle haben eine Menge Erfahrung. Das ist sehr wichtig für unser Team. Und junge Spieler haben wir ohnehin genügend in unserer Mannschaft. Damit stimmt die Mischung wieder.“

Nach dem Fraser-Transfer stehen bei den Wild Wings noch zwei ausländische Stürmer und ein neuer Co-Trainer, voraussichtlich ein Kanadier, auf der Wunschliste. Dann ist die Mannschaft für die DEL-Saison komplett.