Eishockey: Ganz entspannt schlendert Dylan Yeo den Kabinengang entlang, ein Lächeln auf den Lippen. Seinen Grund zur Freude schildert er direkt: „Wir haben heute nur ein Training, und das war auch eher ein lockeres.“ Heißt: Das Gespräch mit dem SÜDKURIER ist der letzte Punkt auf der Tagesordnung, dann darf der neue Offensiv-Verteidiger der Schwenninger Wild Wings nach Hause.

Darauf freut sich Dylan Yeo schon, kann er doch seinen zweijährigen Sohn in die Arme schließen und den freien Nachmittag mit ihm und seiner Frau genießen. Wie wichtig ihm das ist, erklärt er damit, dass seine Familie ein hervorragender Ausgleich für die harte Vorbereitungszeit ist. Viel mehr möchte er über die beiden allerdings nicht preisgeben. Insbesondere bei seinem Sohn achtet der Profi strikt auf die Privatsphäre.

Dann geht es also ums Sportliche: Für zwei Jahre hat der 33-jährige Verteidiger bei den Wild Wings unterschrieben, vor allem deshalb, weil Trainer Paul Thompson und Manager Jürgen Rumrich sich sehr um ihn bemüht und einen klaren Plan für den Neuaufbau aufgezeigt hätten. In diesem Projekt fand Yeo, der sich selbst als Führungsspieler sieht, sofort seine Rolle. Ein weiterer Faktor für den Wechsel nach Schwenningen war, dass sich mit Christopher Fischer ein Teamkollege bei den Iserlohn Roosters ebenfalls den Wild Wings angeschlossen hat.

Nicht nur mit Fischer, auch mit Dustin Strahlmeier hat Yeo schon zusammengespielt. „Welche Entwicklung der Torhüter seit der Saison 2014/2015 genommen hat, zeigt allein schon die Auszeichnung zum Torhüter des Jahres 2018“, sagt Yeo. Außerdem hat er schon mit Mark Fraser in der American Hockey League gespielt. Deshalb ist er überzeugt, dass trotz der vielen Neuzugänge zum Saisonstart eine eingeschworene Truppe die Fans in der Helios-Arena begeistern wird. Dass das Schwenninger Publikum begeisterungsfähig ist, hat er bei zahlreichen Gastspielen während seiner fünf Jahre in Straubing und Iserlohn schon gemerkt. Jetzt freut sich der Neuzugang, dass es bald los geht und die Fans ihn und seine Mannschaftskameraden anfeuern werden.

In seiner Freizeit geht der in Prince Albert/Kanada geborene Vollblutsportler gerne golfen und hatte auch beim Sponsorenevent auf dem Königsfelder Golfplatz großen Spaß. Doch auch andere Sportarten probiert er gerne aus. Ruhig daheim zu sitzen, sei nicht wirklich was für ihn. Sprach es und lachte über den Widerspruch, wie sehr er sich doch auf die Zeit zuhause freut.

Und dann gibt Dylan Yeo doch noch etwas über die Famile preis, denn es geht um das Thema Ernährung. Seine Frau sei Veganerin und er versuche, sich ebenfalls oft vegan zu ernähren. Doch auf bestimmte Dinge will er einfach nicht verzichten, vor allem Hähnchen und Ei sind für ihn unverzichtbar. Bei der Frage, ob es ein deutsches Gericht gebe, auf das er nicht verzichten könne, muss der Spieler zwar lange überlegen, meint dann aber in sehr gutem Deutsch: „Schnitzel Jäger Art, also mit Pilzen.“ Am besten würden dazu Spätzle passen, lacht Yeo. Viel mehr ist auf deutsch nicht von ihm zu erwarten, er verstehe es deutlich besser als er sprechen kann, weil im Alltag der Mannschaft auch englisch gesprochen werde.

Dann kommt Yeo nochmal auf seine persönlichen und die Ziele der Mannschaft zu sprechen. An oberster Stelle steht das Erreichen der Playoffs. Er selbst wünscht sich, dass er Powerplay spielen darf und auch sonst im Spiel nach vorne häufiger eine vierte Position im Angriff als Alternative sein kann. Ob das nicht zu Lasten seines eigentlichen Jobs als Verteidiger geht? „In Iserlohn hatte ich in der Plus-Minus-Statistik eine minus 3, das ist beim Tabellenvorletzten sehr gut, denke ich“, betont er. Das zeigt: Auch in der Defensive erledigt Dylan Yeo seinen Job.

Als Verteidiger freut er sich natürlich sehr darüber, dass es auch einige Stürmer im Kader der Wild Wings gibt, die gut nach hinten arbeiten und die Abwehr bei ihrer Arbeit unterstützen – genau so, wie es für einen Teamplayer am besten ist.

Von Dylan Yeos Erfahrung sollen die jungen Schwenninger Spieler profitieren, allen voran Boaz Bassen. Die Jungs, lobt der Routinier, seien wundervoll für das Team und extrem ehrgeizig. Dann gibt es noch ein Foto, ein letztes Mal entspannt auf seinem Platz sitzen, bevor ab morgen der Schweiß wieder in Strömen fließt.