Eishockey: Es hatte sich in den vergangenen Tagen abgezeichnet, nun ist es Gewissheit: Verteidiger Sascha Goc erhält bei den Wild Wings für die kommende Saison keinen neuen Vertrag. „Wir werden nicht mehr mit ihm planen, das ist Fakt“, sagte Schwenningens Manager Jürgen Rumrich. Und lieferte die Begründung gleich nach: „Wir wollen uns auf dieser Position verändern.“

In seiner Funktion als sportlich Verantwortlicher teilte Jürgen Rumrich dem Verteidiger im Gespräch mit, dass der Klub künftig auf die Dienste des 37-Jährigen verzichten werde. „Das war keine leichte Aufgabe, schließlich haben wir noch zusammen in der Nationalmannschaft gespielt. Aber irgendwann ist der Moment da“, sagte der 48-Jährige.

Sascha Goc musste lange warten, ehe er von den Wild Wings endlich Klarheit über seine Situation erhielt. Noch in der vergangenen Woche hatte der Abwehrspieler im Gespräch mit dem SÜDKURIER den Wunsch geäußert, auch weiter für Schwenningen die Schlittschuhe zu schnüren. „Schwenningen ist etwas Besonderes, Es ist mein Stammverein.“

Im Dezember hatte es erste Gespräche über einer Vertragsverlängerung zwischen Rumrich und Goc gegeben. Dann herrschte plötzlich Funkstille. Schließlich legte ein Bruch der rechten Hand den Spieler bis zum heutigen Zeitpunkt auf Eis. Der Kapitän hatte somit keine Möglichkeit mehr, sich durch gute Leistungen zu empfehlen. Nun kam für den passionierten Jäger aus Calw das endgültige Aus am Neckarursprung. Goc: „Am Dienstag nach dem Spiel gegen Iserlohn hat mich Jürgen Rumrich informiert.“

Der Abwehrspieler reagierte gefasst auf die Nachricht. „So ist das halt im Profisport. Es ist mir nun das zweite Mal passiert, dass ich bei einem Klub nicht mehr erwünscht bin“, erinnert sich Sascha Goc noch gut an seinen unfreiwilligen Abschied 2005 aus Mannheim.

Seine sportliche Zukunft steht derzeit in den Sternen. Selbst ein Karriere-Ende ist nicht ausgeschlossen. „Ich wäre gerne in Schwenningen geblieben. Ob ich noch mal etwas anderes mache, ist nicht sicher. Ich weiß nicht, ob ich mit 38 Jahren noch mal mein Zeug packe und woanders hingehe.“

Während die Ära Sascha Goc am Neckarursprung unweigerlich zu Ende geht, dürften drei andere Profis auch in der kommenden Saison für die Wild Wings spielen. Die beiden Stürmer Andrée Hult und István Bartalis sowie Verteidiger Kalle Kaijomaa stehen kurz vor der Unterschrift unter einen neuen Vertrag. „Wir sind in Gesprächen“, sagte Manager Jürgen Rumrich.

Kommt Felix Bick?

Nach der Vertragsverlängerung von Dustin Strahlmeier ist eine Torhüterposition bereits fest vergeben. Ob Joey MacDonald in Schwenningen noch eine Zukunft hat, ist fraglich. Gut möglich, dass der Name Felix Bick am Neckarursprung bald ein Thema wird. Der 24 Jahre alte Torhüter möchte die Düsseldorfer EG verlassen und eine neue Herausforderung suchen. Die könnte in Villingen-Schwenningen, seinem Geburtsort, liegen. 2006 begann Bick seine Karriere beim SERC.

Sascha Goc

Der 37-Jahrige begann seine Profi-Karriere 1994 bei den Schwenninger Wild Wings. Anschließend spielte er vier Jahre in Nordamerika und war unter anderem für die New Jersey Devils und Tampa Bay Lightning in der National Hockey League aktiv. Insgesamt absolvierte Goc 22 NHL-Spiele. Nach weiteren Stationen bei den Adler Mannheim und Hannover Scorpions, mit denen er inder Saison 2009/10 Deutscher Meister wurde, kehrte der Mann aus Calw 2013 nach Schwenningen zurück. Sascha Goc stand mehrmals im Kader der deutschen Nationalmannschaft, mit der er an vier Weltmeisterschaften sowie an den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin teilnahm. (wmf)