Eishockey: Die Schwenninger Wild Wings haben das Training auf dem Eis wieder aufgenommen. Exakt 76 Minuten dauerte die erste Einheit am Montagvormittag in der Helios-Arena. Am Nachmittag folgten weitere 60 Minuten. Bis auf Patrick Cannone, der am Dienstag in Schwenningen erwartet wird, war das ganze Team dabei. Mittendrin Cheftrainer Paul Thompson und sein neuer Assistent Mike Flanagan. Für die erste Einheit fand Torhüter Dustin Strahlmeier bei seinem Abgang in die Kabine nur drei Worte: „Anstrengend, aber okay.“

Pünktlich um 9.30 Uhr betraten die Profis das Eis. „Etwas soft“, sagte Markus Poukkula zum neuen Untergrund, doch das Team fand sich schnell zurecht. Thompson ließ seine Spieler laufen, passen und schießen. Zwischendrin immer wieder die ein oder andere schnelle Sprintrunde über das Eis, was in die Oberschenkel ging. Öfters unterbrach der Brite die Einheiten, um an der Taktiktafel seine Vorstellungen zu verdeutlichen. „Es ist schön, wieder auf dem Eis zu stehen und die Jungs zu trainieren“, sagte Thompson. Er zog sein Team gleich für den ganzen Tag zusammen. Nach der ersten Einheit gab es ein gemeinsames Mittagessen und am Nachmittag ging es wieder auf das Eis. „Morgens werden wir diese Woche Torschusstraining und Verteidigung üben. Am Nachmittag trainieren wir verschiedene Spielsysteme und die special Teams“, beschrieb Thompson den Ablauf.

Den Spielern war schon beim ersten Scheibenkontakt anzusehen, wie sehr sie sich auf das Training gefreut hatten. In den Spielen Zwei-gegen-Vier oder auch beim Torschuss schenkten sich die Profis nichts. Es wurde gekämpft und gecheckt. Angreifer Mike Blunden zog einmal so kräftig ab, dass Strahlmeiers Schläger bei der Abwehr zersplitterte. Thompson registrierte es schmunzelnd, die Spieler lachten.

Als zu harte erste Einheit wollte Poukkula das Auftakttraining nicht werten. „Natürlich müssen wir erst wieder reinfinden. Aber ich glaube, es wird in den kommenden Tagen eher leichter als schwerer, wenn wir wieder die nötige Praxis haben.“ Ähnlich sah es Jamie MacQueen. „Es macht Spaß, wieder auf dem Eis zu stehen. Wir haben eine gute Mannschaft und werden die Vorbereitung nutzen, um richtig in Fahrt zu kommen.“ Bei Andreas Thuresson zwickte hingegen die Ausrüstung. „Alles ist noch etwas eng, aber das wird sicherlich bald besser“, sagte der Schwede und verschwand in der Kabine.

Als aufmerksamer Beobachter erwies sich Co-Trainer Flanagan. „Ich bin ja gerade mal eine Woche hier und verschaffe mir einen Überblick über die Qualitäten der Spieler. Die ersten Eindrücke sind gut. Mir gefällt die Körpersprache der Jungs. Darauf lässt sich aufbauen“, sagte Flanagan beim Gang in die Kabine. Mit der Beschaffenheit des Eises war er ebenfalls zufrieden. „Die Eismacher haben einen guten Job verrichtet.“

Thompson indes, der seine erste komplette Saisonvorbereitung in Schwenningen in Angriff genommen hat, dachte schon an die kommenden Übungseinheiten. „Wir hatten zum Auftakt ein gutes Tempo in unseren Aktionen. Daran müssen wir anknüpfen und uns weiter steigern.“ Neben den täglichen Einheiten auf dem Eis wird er seine Akteure auch in den Kraft- und Fitnessraum schicken. Die 76 Minuten am Montagvormittag waren natürlich nur der Prolog. Schweiß wird in den nächsten Wochen reichlich fließen und es ist davon auszugehen, dass sich einige Profis wohl schon bald den Worten von Strahlmeier anschließen werden: „Anstrengend, aber okay.“