Eishockey: In der vergangenen Saison hing der Haussegen schief bei den Wild Wings und den Schwenninger Fans. Nun wollen beide Seiten den Schulterschluss wieder herstellen. Dazu beitragen sollte der Fan-Talk am Dienstagabend in der Gaststätte "Eisbär". Wie groß der Gesprächsbedarf ist, zeigte die Zahl der Besucher. Mehr als 100 Fans der Wild Wings drängten sich auf engem Raum. Für den Klub standen der geschäftsführende Gesellschafter Michael Werner, Manager Jürgen Rumrich und Kapitän Simon Danner Rede und Antwort.

Hallo, ich bin der Neue! Der Kanadier Jamie MacQueen unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag bei den Schwenninger Wild Wings. Bild: Imago
Hallo, ich bin der Neue! Der Kanadier Jamie MacQueen unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag bei den Schwenninger Wild Wings. Bild: Imago | Bild: Christian Thiel

Die Botschaft des Trios war klar. Sie wollten den Anwesenden den Weg aufzeigen, den die Wild Wings in der kommenden Saison zu gehen beabsichtigen. Und sie hatten gleich ein hübsches "Geschenk" in Form eines prominenten Neuzugangs dabei: Jamie MacQueen wird künftig für die Neckarstädter auf Torjagd gehen (wir berichteten bereits exklusiv). Der 30-jährige Kanadier unterschrieb in Schwenningen einen Zwei-Jahres-Vertrag. Mit MacQueen, der zuletzt drei Jahre für die Eisbären Berlin am Puck war, landeten die Wild Wings einen echten Coup, der für viele Fans überraschend kam. Sie wollten nun wissen, wie der Transfer zustande kam. Rumrichs Antwort lautete so: "Jamie MacQueen spielt bereits seit fünf Jahren in Deutschland. Dabei hat er immer seine Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt. Auch charakterlich passt er einwandfrei in unser Mannschaftsgefüge und verleiht unserer Offensive noch mehr Durchschlagskraft. Wir haben uns sehr um MacQueen bemüht. Ihm hat gefallen was Trainer Paul Thompson und ich mit der Mannschaft in der nächsten Saison vorhaben. Natürlich wird er auch mit dem Vertrag zufrieden sein."

Die Verpflichtungen von MacQueen, Matt Carey und Mike Blunden stehen sinnbildlich für das Eishockey, das die Wild Wings künftig zelebrieren wollen. Rumrich: "Wir werden offensiver ausgerichtet sein, denn wir müssen torgefährlicher werden." Außerdem soll die Mannschaft physisch stärker auftreten, ohne an läuferischer Qualität zu verlieren. "Wir wollen wieder besser und erfolgreicher spielen", lautete die Vorgabe von Jürgen Rumrich.

Großes Interesse: Mehr als 100 SERC-Fans drängten sich beim Fan-Talk der Wild Wings in der Gaststätte „Eisbär“. Bilder: Werner Feisst
Großes Interesse: Mehr als 100 SERC-Fans drängten sich beim Fan-Talk der Wild Wings in der Gaststätte „Eisbär“. Bilder: Werner Feisst | Bild: Feißt, Werner

Die Wild Wings wollen die Saison mit neun Kontingentspielern beginnen, sieben Stürmern und zwei Ausländern als Verteidiger. In der Abwehr gibt es noch einen "Neuzugang", der jedoch schon seit fünf Jahren für Schwenningen spielt: Simon Danner. Der Kapitän wird in Zukunft nicht mehr als Stürmer, sondern als Verteidiger eingesetzt, eine Position, die der 32-Jährige zuletzt aufgrund personeller Engpässe schon des Öfteren spielte.

Was das leidige Geld betrifft, zeigte sich Michael Werner zuversichtlich. "Wir wollen wirtschaftlich noch stabiler werden und sind mit den Sponsoren in guten Gesprächen, um die Wild Wings auf noch solidere Beine zu stellen", sagte der Immobilienkaufmann und schob gleich eine gute Nachricht hinterher: "Der Etat bleibt gleich wie im vergangenen Jahr." Das ist nicht selbstverständlich, denn im damaligen Budget von rund 5,7 Millionen Euro klaffte aufgrund fehlender Zuschauer ein gewaltiges Loch. Statt der kalkulierten 4000 Besucher kamen pro Spiel nur knapp 3600.

Nicht nur innerhalb der Mannschaft, sondern auch im Mitarbeiterstab des Klubs wird sich einiges ändern. Da der Leiter der Geschäftsstelle, Oliver Bauer, Manager Jürgen Rumrich im organisatorischen Bereich entlasten soll, gibt Bauer den Bereich Öffentlichkeitsarbeit ab. Diesen Job übernimmt Kai Blandin, der die Wild Wings als Pressesprecher nach außen vertreten wird.

Kapitän Simon Danner ging auch auf die Querelen ein, die nach dem Spiel gegen München zwischen den Fans und der Mannschaft herrschten und richtete einen Appell an alle: "Wir brauchen wieder mehr Kommunikation und müssen aus den gemachten Fehlern lernen."

Weitere Fragen beim Fan-Talk

Wurde für Petteri Väkiparta, der trotz laufenden Vertrags bei den Wild Wings als Co-Trainer zu seinem früheren Chef Pat Cortina wechselt, eine Ablösesumme bezahlt? Antwort Rumrich: "Nein. Väkiparta war vier Jahre bei uns und hat gute Arbeit geleistet. Da wollten wir ihm keine Steine in den Weg legen."

Wie sieht es mit Kooperationspartnern für die nächste Saison aus? Antwort Rumrich: "Es sieht so aus, dass wir weiter mit Ravensburg und Lindau zusammenarbeiten. Wir sind wir in guten Gesprächen, aber es ist noch keine Entscheidung gefallen."