Eishockey: Es war die Nachricht des vergangenen Wochenendes rund um die Wild Wings: Torhüter Dustin Strahlmeier bleibt ein weiteres Jahr in Schwenningen. Dazu kamen ein Hattrick, ein sehr gutes Spiel gegen Ingolstadt und ein weniger gutes in Bremerhaven.

Ein wenig zappelig war er dann doch. Als die Wild Wings am Freitagabend im Spielertunnel der Helios Arena Aufstellung nahmen, wusste Dustin Strahlmeier natürlich schon, was kommen würde. Wenige Stunden zuvor hatte der Torhüter wenige Meter entfernt im Büro von Manager Jürgen Rumrich einen neuen Vertrag unterschrieben. Mehrwöchige Verhandlungen waren diesem Prozedere vorausgegangen. „Wir haben am Donnerstag noch mal lange miteinander gesprochen und auch die Tage davor schon. Am Abend hat mich mein Agent angerufen, dass der Vertrag fertig ist“, berichtete der 26-Jährige. Zehn Minuten vor dem Auftaktbully gegen Ingolstadt war es endlich soweit: Stadionsprecher Domenic Liebig verkündete die sehnlichst erwartete Botschaft. Jubel brandete auf, Strahlmeier selbst blickte im Spielertunnel zu Boden, versuchte sich augenscheinlich auf das bevorstehende Spiel gegen Ingolstadt zu konzentrieren. Ein gutes Gefühl war es aber dennoch, so gefeiert zu werden. „Es ist toll zu sehen, dass man von Seiten der Fans eine gewisse Wertschätzung erhält. Es wird mein viertes Jahr hier und die Leute wissen, wie ich drauf bin. Wir hatten alle Spaß an der Entscheidung“, so Strahlmeier.

Ausschlaggebend für die Vertragsverlängerung am Neckarursprung waren mehrere Faktoren. Da sind zum einen die Gespräche mit Manager Jürgen Rumrich und Trainer Paul Thompson. Sehr früh hatten sich die Verantwortlichen um einen Verbleib des Keepers bemüht und ihn als wichtigsten Baustein des künftigen Teams bezeichnet. So durfte „Strahlie“ gar einen für einen Angestellten eher ungewöhnlichen Wunsch äußern. „Ich habe schon klar gesagt, dass ich keinen Bock habe auf Spiele wie in Augsburg, als wir 8:0 verloren haben, auch wenn ich da gar nicht im Tor stand. Ich mische mich natürlich nicht in die Personalplanungen ein, aber zumindest will ich in einer Mannschaft spielen, die immer die Chance auf einen Sieg hat“, sagte der gebürtige Gelsenkirchener. Eine Ansicht, die beim Chefcoach Thompson auf offene Ohren stieß. Der Trainer selbst hat ebenfalls seinen Teil dazu beigetragen, indem er dem Torhüter erstens ein wenig Bedenkzeit einräumte und zweitens eine gute Kommunikation mit ihm pflegt. Dazu kamen ein bisschen mehr Geld, die aus Tuttlingen stammende Freundin Jaqueline sowie ein Freundeskreis außerhalb des Sports. Und natürlich Schwenningens Torwarttrainer Ilpo Kauhanen. „Ich verstehe mich einfach gut mit ihm und arbeite nach wie vor sehr gerne mit ihm zusammen“, meinte Strahlmeier. Ein passendes Gesamtpaket also, welches andere Angebote, die es durchaus gab, ausstach.

Wie wertvoll der Schlussmann für die Neckarstädter ist, zeigte Strahlmeier auch am Wochenende. Beim 5:1-Erfolg gegen Ingolstadt bekam er auch von Panther-Coach Doug Shedden ein Sonderlob. An diesem Abend stand Strahlmeier allerdings nicht alleine im Mittelpunkt. Diesmal zählt auch ein Franzose zu den Strahlemännern. Anthony Rech beeindruckte gegen Ingolstadt mit drei Toren. Der Stürmer ist seit Wochen in glänzender Form und hat bereits 16 Treffer erzielt. „Es hat richtig Spaß gemacht“, grinste der Franzose und lüftete ein kleines Geheimnis. Auch bei Rech spielt Torwarttrainer Ilpo Kauhanen eine wichtige Rolle. „Ich arbeite jeden Tag mit Ilpo und den Torhütern an meiner Schusstechnik“, sagt der 26-Jährige. „Ich weiß, dass ich einen guten Schuss habe, aber ich muss ihn besser einsetzen. Diese Extra-Einheiten haben mir viel Selbstvertrauen gegeben, gerade auch die Gespräche mit Ilpo und Co-Trainer Petteri Väkiparta.“ Es wäre nicht verwunderlich, sollte Kauhanen auch bei den inzwischen aufgenommenen Vertragsgesprächen mit Rech das Zünglein an der Waage sein.

Neben Rech fiel gegen Ingolstadt auch Rihards Bukarts äußerst positiv auf. Der hoch veranlagte Stürmer zeigte sich nach zweimaliger Verbannung auf die Tribüne zuletzt zwar verbessert, doch seine beiden Tore an diesem Abend nähren die Hoffnung, dass der Knoten beim Letten nun endlich platzen könnte.

Bei der 0:3-Niederlage der Wild Wings am Sonntag in Bremerhaven konnten die drei Protagonisten vom Freitag aber auch nichts ausrichten. Strahlmeier hielt, was zu halten war, doch nach einem guten ersten Drittel kehrte bei den Wild Wings wieder mal der Schlendrian ein. Zwei Gegentore waren die Folge und alle Bemühungen trotz teils sehr guter Chancen ergebnislos. „Wir waren im zweiten Drittel nicht gut genug, was die Zweikämpfe angeht, und das muss man gegen eine Mannschaft wie Bremerhaven sein. Mit dem letzten Drittel war ich aber sehr einverstanden. Zudem haben wir in den letzten vier oder fünf Spielen eine gute Einstellung gezeigt. Auch diesmal haben Einstellung und Einsatz weitestgehend gestimmt“, analysierte Paul Thompson den streckenweise etwas laschen Auftritt seines Teams bei den Fischtown Pinguins.

Die kommenden Tage werden wohl wieder im Zeichen von weiteren Gesprächen stehen, auf, vor allem aber abseits des Eises. Schließlich sollen weitere Spieler für eine weitere Saison gebunden werden. Bislang besteht der kommende Kader aus einem Torhüter, drei Verteidigern und drei Stürmern. Ein vierter Verteidiger könnte bereits fix sein. Dem Vernehmen nach hat Jussi Timonen in seinem Vertrag eine Option auf eine weitere Saison. Derlei Optionen werden normalerweise zum Ende des Kalenderjahres fällig, weshalb der Finne diese bereits gezogen haben könnte.