Eishockey: Vier Spiele noch, dann ist die Saison in der Deutschen Eishockey Liga für die Wild Wings zu Ende. Für die Schwenninger geht es als Tabellenschlusslicht nur noch darum, die rote Laterne abzugeben. Das wird nicht einfach, denn die Grizzlys Wolfsburg haben als Vorletzter schon sechs Punkte mehr auf dem Konto. Am Freitagabend (Beginn: 19.30 Uhr) wollen die Neckarstädter mit einem Heimsieg gegen die Autostädter den Rückstand verkürzen. Am Sonntag (16.30 Uhr) gastieren die Wild Wings bei den Augsburger Panther.

Schwenningens Trainer Paul Thompson lässt keine Zweifel an dem Vorhaben, Wolfsburg und vielleicht sogar noch Iserlohn zu überholen. „Wir müssen einen Weg finden, um zu gewinnen. Nur so können wir unsere Chance wahren.“ Nur nicht Letzter bleiben – dieses Ziel haben sich auch die Spieler gesetzt. „Es geht um unseren Stolz. Keiner will Letzter sein“, sagt Markus Poukkula. Der Finne, der auch in der kommenden Saison das Trikot der Wild Wings tragen wird, blickt auf besonders harte Monate zurück. „Meine langwierige Verletzung, die vielen Niederlagen und nun auch noch Letzter – diese Saison war für mich wie ein Albtraum.“ Trotz der misslichen Lage sei der Teamgeist noch intakt.

Allerdings trüben die zahlreichen Verletzungen die Stimmung bei den Wild Wings erheblich. Vor allem in der Abwehr klaffen mittlerweile gewaltige Lücken. Alle drei Topverteidiger fallen aus. Für Kalle Kaijomaa und Mirko Sacher ist die Saison schon seit geraumer Zeit beendet. Nun gesellte sich auch noch Dominik Bittner hinzu. Der 26-Jährige wird nach einer Gehirnerschütterung, die er beim Spiel in Ingolstadt erlitt, ebenfalls nicht mehr zur Verfügung stehen. Im Sturm gibt es zumindest einen kleinen Silberstreif am Horizont. Torjäger Anthony Rech steht gegen Wolfsburg wieder auf dem Eis. Thompson: „Es sieht gut aus. Rech hatte am Donnerstag beim Training keine Probleme mehr.“ Dagegen käme ein Einsatz für Marcel Kurth noch zu früh. Der Stürmer wird wohl erst am letzten Hauptrunden-Wochenende wieder zur Verfügung stehen.

Thompson macht aus seiner Enttäuschung über die aktuelle Situation keinen Hehl und vor allem die vielen Ausfälle mitverantwortlich für das schlechte Abschneiden seiner Mannschaft. „Zeitweise haben sieben Spieler gefehlt, die uns alle hätten besser machen können.“ Dagegen steht aber auch die Tatsache, dass die Wild Wings Stefano Giliati und Vili Sopanen vorzeitig aus ihren Verträgen entließen, um Geld zu sparen. Diese Art der Personalpolitik wollte der Brite indes nicht kommentieren.

Da in der Abwehr Not am Mann herrscht, wird Kapitän Simon Danner Verteidiger spielen. Dafür wird im Angriff ein Platz frei für Christian Bauhof. Der 19-Jährige, der bis Januar für den EHC Freiburg spielte, feiert gegen Wolfsburg seine DEL-Premiere. Thompson: „Bauhof hinterließ im Training einen guten Eindruck und wird Eiszeit kriegen, das habe ich ihm versprochen. Er hat gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd.“ An der Seite von Mirko Höfflin und Rihards Bukarts erhält Bauhof die Gelegenheit, sich für weitere Aufgaben zu empfehlen. Beim Spiel gegen die Grizzlys Wolfsburg wird Dustin Strahlmeier das Tor hüten. Wer am Sonntag in Augsburg zwischen den Schwenninger Pfosten steht, ließ Thompson offen.