Basketball, Pro B Halbfinale: Wiha Panthers Schwenningen – WWU Baskets Münster 100:82 (26:28, 22:20, 35:17, 17:17). Das war eine Ansage! Mit einem deutlichen 100:82-Sieg fegten die Wiha Panthers die WWU Baskets Münster in Spiel zwei der Pro B-Halbfinalserie aus der Deutenberghalle und setzten eine kräftige Duftmarke für das entscheidende dritte Duell am kommenden Samstag.

13 Spiele oder fast vier Monate lang blieben die WWU Baskets Münster ungeschlagen – bis der Meister der Nordstaffel am vergangenen Samstag bei den Wiha Panthers Schwenningen in der Doppelstadt gastierte und einen herben Dämpfer einstecken musste. „Die Schwenninger haben uns mit ihrer Intensität den Schneid abgekauft. Wir haben richtig kassiert. Es hat uns wenig Spaß gemacht, hier zu spielen“, brachte es Münster-Coach Philipp Kappenstein auf den Punkt. Point Guard Joseph Cooper ergänzte ebenso passend wie bedient: „Sie haben einfach besser gespielt. Fertig.“ Panthers-Coach Alen Velcic hofft indes, dass die Demonstration in Spiel zwei Spuren bei den Westfalen hinterlassen wird. „Wir sind in ihren Köpfen drin und haben ihnen eine Klatsche mitgegeben. Sie wissen jetzt, dass sie nicht unschlagbar sind. Das könnte in Spiel drei ein Faktor werden.“

Zur Halbzeit war mit einem am Ende klaren 18-Punkte-Sieg noch nicht zu rechnen. In den ersten 20 Minuten lieferten sich beide Mannschaften einen temporeichen, intensiven und stimmungsvollen Schlagabtausch vor 1404 Zuschauern in der erneut ausverkauften Deutenberghalle. Panthers-Coach Velcic verzichtete in der Startformation aus zwei Gründen auf Rasheed Moore: Zum einen war der US-Amerikaner aufgrund einer Fußverletzung noch leicht angeschlagen, zum anderen wollte Velcic anderen Spielern wie Darius Pakamanis oder Hannes Osterwalder durch die Berufung in die Starting Five mehr Verantwortung übertragen – mit Erfolg. Neben den üblichen Verdächtigen Bill Borekambi (20 Zähler) und Moore (15) punkteten mit Sergey Tsvetkov (15 – zweitbester Saisonwert), Darius Pakamanis (15 – Saisonbestwert) und Kosta Karamatskos (14, darunter drei Dreier – Saisonbestwert) insgesamt fünf Schwenninger (natürlich Saisonbestwert) im zweistelligen Bereich. Zudem stellen die 100 erzielten Punkte in einem Spiel ohne Verlängerung sowie 47 Prozent Trefferquote von jenseits der Dreierlinie – der aufmerksame Leser wird es bereits erahnen – Saisonhöchstleistungen des gesamten Teams dar. „Diesmal haben ohne Ausnahme alle abgeliefert und ein großes Spiel gemacht. Genau so müssen wir auch in Spiel drei auftreten“, analysiert Rasheed Moore, der an einem für seine Verhältnisse ruhigen Abend in 19 Minuten zwar nicht für die großen Highlights sorgte, aber mit effizientem Scoring dennoch den Nachweis seiner Fähigkeiten erbrachte.

Diesen blieb auch Bill Borekambi nicht schuldig. Der 26-Jährige war einmal mehr bester Mann auf dem Spielfeld. Nicht mal durch einen schmerzgeplagten Knöchel, der im ersten Viertel bei einer Landung umknickte, konnte Borekambi gestoppt werden – von der Münsteraner Defense ganz zu schweigen. Baskets-Coach Kappenstein, der hilf- und ratlos mit ansehen musste, wie seine Mannschaft im dritten Viertel von einer 35:17-Lawine der Panthers überrollt wurde, fasste das ganze Dilemma nach dem Spiel zusammen: „Wenn neben Moore und Borekambi, die ja immer punkten, auch noch Tsvetkov, Pakamanis und Karamatskos als Scorer in Erscheinung treten, wird es für uns sehr schwer. Die Panthers haben bewiesen, dass sie zurecht im Halbfinale stehen.“

In der Vorschlussrunde soll der Husarenritt der Schwenninger durch die Playoffs noch nicht enden. Am Samstag will das Velcic-Team zum dritten Mal in Folge das entscheidende dritte Spiel in der Fremde gewinnen. „Ich sehe die Chancen wieder bei 50:50, auch wenn Münster das Publikum im Rücken haben wird. Sie dürfen sich nicht zu sicher sein“, erklärt Velcic. Kleiner, aber feiner Unterschied zu den vorherigen Runden ist nun, dass ein Weiterkommen ins Finale gleichbedeutend mit dem sportlichen Aufstieg in die Pro A wäre. Diesen brachten die Bayer Giants Leverkusen mit dem 2:0 in der Halbfinal-Serie gegen Lok Bernau bereits in trockene Tücher. Panthers-Coach Velcic erinnert an dieser Stelle an seine Aussage vom Aufeinandertreffen mit den Rheinländern im Februar, welches die Giants in Schwenningen klar gewannen. „Damals versprach ich Trainer Hansi Gnad, dass wir uns im Finale wiedersehen werden. Jetzt ist Leverkusen dort angekommen, uns fehlt nur noch ein Sieg.“

Dieser ist am Samstag in Münster fällig. Ginge es nach dem Gusto der Panthers-Fans, die auch zu Spiel drei wieder zahlreich nach Westfalen pilgern werden, dürfen dort wieder 100 Schwenninger Punkte durch den Ring fallen. Das Schicksal, den entscheidenden Korb zum Erreichen der Dreistelligkeit zu erzielen und damit seinem Team eine Kiste Bier zu spendieren, soll dann nicht erneut, wie in Spiel zwei, Anell Alexis ereilen. Der US-Amerikaner scherzhaft: „Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich den Korb nicht gemacht.“