Fußball-Kreisliga A, Staffel 2: Das gab es seit Jahren nicht mehr. Vor dem letzten Spieltag können noch vier Mannschaften Meister oder Vizemeister werden. Zwei Teams gehen leer aus. Der SV Aasen und SSC Donaueschingen gehen mit jeweils 53 Punkten in die letzte Partie. Der SV Grafenhausen hat 52 Zähler und der FC Lenzkirch 51. Während die Erstplatzierten alle auswärts antreten müssen, hat Lenzkirch gegen Schlusslicht Oberbaldingen auf eigenem Platz die vermeintlich leichteste Aufgabe.

Der SV Aasen vergab am vorletzten Spieltag durch die Heimniederlage gegen Pfohren den ersten Matchball. „Es ist eine außergewöhnliche Konstellation, die durch das spielfreie Pfingstwochenende nochmals getoppt wird. Ich kann mich nicht erinnern, in dieser Form schon mal in einen letzten Spieltag gegangen zu sein“, sagt SVA-Trainer Axel Schweizer. Seine Elf habe die Niederlage gegen Pfohren abgehakt und sei bereit für das finale Spiel beim SV Eisenbach, der noch um den Ligaerhalt kämpft. „Alle Spieler freuen sich auf die letzte Partie. Wir wissen, dass wir schon mit einem 1:0-Erfolg Meister sind. Dass es auch für Eisenbach noch um etwas geht, passt mir gut. Wir gehen zuversichtlich in die Partie und können auch in Ruhe schlafen. Wir wollen Platz eins verteidigen, und wenn wir konzentriert auftreten, ist das auch machbar“, ergänzt Schweizer.

Auf Rang zwei schloss der SSC Donaueschingen die vergangene Saison ab und startet nun auch von Rang zwei in die letzte Partie bei der SG Riedöschingen/Hondingen. Der SSC ist punktgleich mit Aasen, hat aber das um 15 Treffer schlechtere Torverhältnis. „Wir sind froh, überhaupt noch um die Ränge eins und zwei mitspielen zu dürfen. Daran war lange nicht zu denken. In unserem Kader, der nur aus 16 Spielern besteht, sind alle weitgehend fit und freuen sich“, betont SSC-Trainer Thomas Minzer. Er sieht aus dem Quartett keinen Favoriten. „Lenzkirch wird die drei Punkte gegen Oberbaldingen holen. In den drei anderen Partien ist jeder Spielausgang möglich. Wir wissen, dass wir mit einem Sieg auf jeden Fall Zweiter sind. Das ist unser Ziel. Wenn du von Rang zwei startest, wäre Platz drei oder vier eine kleine Enttäuschung, die wir vermeiden wollen“, ergänzt Minzer.

Mit zuletzt drei Siegen hat sich der SV Grafenhausen in eine gute Ausgangsposition gebracht. SVG-Trainer Nils Boll ist vor dem Derby beim SV Hinterzarten sicher: „Wenn wir die Partie gewinnen, werden wir einen der ersten zwei Plätze belegen. Ich vermute, einer aus dem Duo vor uns wird patzen.“ Boll kann sich nicht erinnern, als Spieler oder Trainer schon mal vor solch einem furiosen Finale gestanden zu haben. „Wir haben absolut nichts zu verlieren, können aber viel gewinnen. Platz drei oder vier wäre für uns keine Enttäuschung . Wir wollten vorne mitspielen und dieses Ziel haben wir bereits erreicht.“ Boll geht ohne personelle Sorgen in die letzte Partie und ist fest davon überzeugt, dass seine Mannschaft punkten wird.

Noch am 22. Spieltag stand der FC Lenzkirch auf Rang eins. Jetzt haben die Lenzkircher als einziges Team aus dem Quartett Heimvorteil, noch dazu gegen den Tabellenletzten Oberbaldingen. „Ich finde die Konstellation klasse. Über Jahre hinweg hat immer ein Team die Staffel dominiert. Die jetzige Ausgangslage ist hoch interessant“, sagt FCL-Trainer Zejlko Cosic und macht seine eigene Rechnung auf: „Wir peilen einen 3:0-Erfolg an. Dann wären wir zumindest Zweiter, wenn Aasen nur unentschieden spielt, was möglich erscheint.“ Für Cosic wäre Rang eins oder zwei „ein Bonus“, wenngleich er in erster Linie dem Spiel in Grafenhausen nachtrauert. „Da haben wir 20 Sekunden vor dem Abpfiff den Ausgleich kassiert. Die zwei fehlenden Punkte haben uns eine bessere Ausgangslage gekostet.“