Fußball-Landesliga: Da am 13. Spieltag das mit Spannung erwartete Derby zwischen dem FC Schonach und FC Bad Dürrheim den Schneefällen um Opfer fiel und der SV Geisingen regulär spielfrei war, traten von den acht Schwarzwälder Teams in der Liga am vergangenen Wochenende nur fünf gegen den Ball. Lediglich zwei Mannschaften, FC 08 Villingen II und FC Löffingen, durften sich über drei Punkte freuen und verbesserten ihre Tabellenposition.

Die DJK Donaueschingen baute mit dem 1:1 gegen Stockach die Zahl an ungeschlagenen Spielen in Serie auf sieben aus. Da Tabellenführer Überlingen unterlag, sind die Allmendshofener punktgleich mit dem Spitzenreiter, haben aber das um einen Treffer schlechtere Torverhältnis. Richtig geärgert hat sich Trainer Tim Heine, dass seine Elf nur Sekunden nach der 1:0-Führung postwendend den Ausgleich kassierte. „Wir haben zwei Punkte verloren. Wir hatten davor und danach genügend Möglichkeiten. Der Ausgleich ist genau nach dem Muster gefallen, wie ich es befürchtet hatte: Ein schneller Angriff, bei dem wir unsortiert waren“, analysiert Heine. Er vermisste bei zahlreichen Angriffen die Genauigkeit beim finalen Pass in die Spitze. „Wir haben 90 Minuten mit viel Dampf gespielt. Aber gerade bei den Standards wie Eckbällen oder Freistößen kommt bei uns zu wenig heraus“, ergänzt Heine. Donaueschingen musste kurzfristig auf den erkrankten Torjäger Stephan Ohnmacht verzichten. Jetzt steigt in Allmendshofen die Vorfreude auf Donnerstag, wenn die DJK gegen Herbolzheim um den Einzug in das südbadische Pokal-Halbfinale spielt.

Über mehrere Wochen hinweg hatten die Spieler des FC 08 Villingen II selten Grund zum Torjubel. Am 29. September beim 4:0-Erfolg gegen Hilzingen glänzte die Offensive zwar, doch in den zwei Partien davor und den vier Begegnungen danach gab es nur einen oder überhaupt keinen Treffer. Am Samstag feierte die Elf von Trainer Marcel Yahyaijan einen 2:0-Sieg gegen den FV Walbertsweiler-Rengetsweiler und beendete damit die Flaute. „Die Gäste haben meinen Eindruck bestätigt, deutlich besser als ihre Tabellenposition zu sein. Wir mussten sehr geduldig spielen, bevor wir die Treffer erzwungen haben“, sagt Yahyaijan. Beide Tore fielen nach dem gleichen Muster. Tino Wagner flankte und Manuel Passarella sowie Stefano Campisciano nutzten ihre Kopfballstärke. Dabei hatte Campisciano gegenüber dem Trainer vor dem Anpfiff seinen Treffer angekündigt. „Er war sich sicher, dass er trifft. Solche Vorhersagen hätte ich gerne öfters“, ergänzt der 08-Coach. Yahyaijan freute sich auch, „dass wir bereits zum achten Mal ohne Gegentreffer geblieben sind“.

Mit 4:1 Toren gewann der FC Löffingen das für viele Löffinger wichtigste Spiel des Jahres gegen den FC Neustadt. „Natürlich war die Stimmung danach prächtig. Ich bin da etwas realistischer. Wir haben die Punkte 16, 17 und 18 geholt, doch es fehlen einige“, sagt Trainer Uli Bärmann. Er lobte die guten Konter seiner Spieler, aber auch einige sehenswerte Spielzüge. Da habe die Elf gezeigt, was in ihr steckt. Davon möchte Bärmann in Zukunft noch mehr sehen. Torhüter Dominik Osek hatte nach seiner Verletzung erst am Spieltag grünes Licht gegeben und war der gewohnt sichere Rückhalt. Mit Adolf Scherer wechselte Bärmann zudem den Schützen zum 4:1-Endstand ein. Einmal mehr zeigte sich, dass die Löffinger offensiv über viel Qualität verfügen. Auch deshalb trauert Bärmann einigen verschenkten Punkten nach.

Beim FC Neustadt wird hingegen händeringend die Taste gesucht, die den freien Fall stoppt. Der Verbandsliga-Absteiger läuft in dieser Form und bei ständig fehlenden Spielern Gefahr, bis in die Bezirksliga durchgereicht zu werden. Nicht nur bei Trainer Benjamin Gallmann „wächst die Frustration“. Erneut hatte er nur 14 Akteure dabei. „Die Situation spitzt sich dramatisch zu. Löffingen war über 90 Minuten die bessere Mannschaft und das Ergebnis geht in Ordnung. Wir waren in den ersten 45 Minuten viel zu passiv. Ausgerechnet als es nach dem Seitenwechsel besser wurde, haben wir binnen kurzer Zeit die Gegentreffer zwei und drei kassiert“, ergänzt Gallmann. Er weiß genau, dass er jetzt Tugenden fordert, die im Abstiegskampf gern benutzt werden. „Wir müssen über den Zusammenhalt aus der schwierigen Situation herauskommen. Wir müssen es gemeinsam lösen und alle Kräfte mobilisieren.“ Fakt ist indes, dass es im gesamten Kalenderjahr 2018 bei den Hochschwarzwäldern nicht läuft und die Personalsituation mit angespannt noch sehr milde umschrieben ist. Gallmann: „Es nagt an mir, aber ich bin ein Kämpfer. Ich werde nicht aufgeben.“

Sieben Punkte holte der FC Furtwangen aus den vergangenen drei Partien. Wie im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres schien die Aufholjagd eingeläutet. Deshalb war die 0:4-Pleite am Sonntag in Denkingen ein gewaltiger Rückschlag. Entsprechend angefressen war Spielertrainer Markus Knackmuß. „Wie wir die Gegentreffer eins und zwei kassieren, geht in dieser Spielklasse überhaupt nicht. Ein Denkinger marschiert an vier von unseren Spielern vorbei und trifft ungestört zum 1:0. Der zweite Treffer war ähnlich. So wird es in der Landesliga nicht reichen. Da muss sich jeder Spieler auch mal selbst hinterfragen“, betont Knackmuß. Furtwangen startete durchaus gut in die Partie, doch Denkingens Schlussmann Schwägler erwies sich als unüberwindbar. In Halbzeit zwei beim angewachsenen Rückstand habe sich die Elf teilweise selbst aufgegeben, was Knackmuß nicht akzeptiert. Da gelte auch nicht die Ausrede, dass sich mit Jan Meier und Jörg Ringwald am Sonntagmorgen zwei wichtige Akteure krank abgemeldet hatten. Knackmuß: „In der Verfassung gehen wir schweren Zeiten entgegen.“ Die nächsten Gegner heißen FC 08 Villingen II und DJK Donaueschingen.