Fußball: Die klassische Rückennummer 9. Wer in einer Fußballmannschaft diese Zahl auf dem Trikot trägt, weiß was von ihm erwartet wird. Tore, Tore, Tore. Es sind jene Spieler, die immer wissen, wo sie stehen müssen. Jene, die beim Torabschluss nicht lange fackeln. Jene, die nicht lange nachdenken und auch einmal aus unmöglichen Lagen treffen. Gerd und Dieter Müller, Horst Hrubesch, Klaus Fischer, Uwe Seeler und aktuell Timo Werner liefen für Deutschland mit der 9 auf. Bei der Weltmeisterschaft 2018 Gonzalo Higuain (Argentinien) oder Torschützenkönig Harry Kane (England).

Torschützenkönig ist ein Titel, den sich in der gerade beendeten Landesliga-Saison der 24-jährige Stephan Ohnmacht sicherte. In 31 Spielen traf er beachtliche 30 Mal. Dafür darf er sich jetzt auf die vom SÜDKURIER ausgelobte Torjägerkanone freuen, die ihm beim Saisonabschluss am 15. Juni überreicht wird . „Ich kann mir noch nicht vorstellen, wie groß diese Kanone ausfällt. Ich freue mich natürlich. Andererseits hätte mir der Titel weniger bedeutet, wenn wir bei der DJK Donaueschingen nicht als Mannschaft den tollen Erfolg gehabt hätten. So krönt die Kanone eine nahezu optimale Saison“, sagt der beidfüßig abschlussstarke Angreifer.

Ohnmacht hatte einst beim FC Fischbach mit dem Fußball begonnen. Im Jugendalter wechselte er in den Nachwuchsbereich des FC 08 Villingen. 2015 ging es weiter zur DJK Donaueschingen. Dort hat er in vier Spielzeiten rund 90 Mal getroffen. Sich dafür ins Scheinwerferlicht stellen möchte Ohnmacht nicht. „Ich weiß sehr zu schätzen, wie gut mich meine Mitspieler in beste Positionen bringen und wie sie die Treffer vorbereiten. Ohne sie wären 30 Treffer nie machbar gewesen.“ Mit Raphael Künstler und Raphael Schorpp harmoniert der Angreifer besonders gut. Fast schon blind.

Dass Ohnmacht in der Saison 31 von 32 Spielen bestritt, spricht auch für eine gewisse Fitness, sportliche Einstellung und Trainingsfleiß. „Ich mache neben den Trainingseinheiten abseits des Platzes immer etwas für die Fitness. Und ich gehe gern ins Training, zumal wir einen tollen Teamgeist haben und jede Trainingseinheit mit den Jungs viel Spaß macht“, fügt der 24-Jährige an, der bei einem Unternehmen in Hornberg im Controlling seine Brötchen verdient. Fitness ist auch ein Thema, das der Fischbacher an Bayern-Torjäger Robert Lewandowski schätzt. „Er ist nahezu nie verletzt und hat einen durchtrainierten Körper.“ Beim Polen schaut der DJK-Angreifer gern zu, wie und aus welchen Situationen er seine Treffer erzielt. Nicht nur deshalb sympathisiert er mit dem FC Bayern um zu ergänzen: „Den SC Freiburg mag ich auch.“

Der einssiebenundachtzig große Angreifer hat inzwischen längst seine eigenen Fans. Dazu gehören viele Zuschauer der DJK, aber auch Mama, Papa, Oma und Opa. Besonders kritisch ist dabei die Mama, „die meine Leistungen ganz gut einordnen kann und mich schon einmal aufzieht, wenn ich nicht treffe“. Dafür gab es zuletzt wenig Anlass. 26 Treffer erzielte der Torjäger aus dem Spiel heraus, dreimal traf er mit einem direkten Freistoß und einmal vom Elfmeterpunkt. „Im Kopfballspiel und auch technisch-taktisch kann ich mich sicherlich noch einiges verbessern“, gibt sich Ohnmacht selbstkritisch und trifft damit auch die Einschätzung von Trainer Tim Heine, der in der ganzen Mannschaft Steigerungsmöglichkeiten im Kopfballspiel und bei Standrads bescheinigt.

Trainer Tim Heine und Vollstrecker Stephan Ohnmacht. Eine Verbindung, die passt. Heine schätzt seinen Torjäger und auch dieser weiß, was er an einem Coach hat. „Tim ist ein Mann, mit dem du immer gute Gespräche führen kannst. Fachlich und persönlich immer auf einem hohen Niveau. Er versucht, alle Spieler besser zu machen und seine Tipps sind immer wertvoll.“ Nicht weniger wichtig sind Ohmnacht die Hinweise von Co-Trainer Olaf Kurth.

Der Angreifer freut sich schon jetzt auf die neue Saison, wenn die Allmendshofener erstmals überhaupt in der Verbandsliga spielen. „Für die neue Herausforderung müssen wir uns umstellen. In der Verbandsliga sind die Spieler abgezockter und Fehler werden schneller bestraft. Zudem werden uns viele in puncto Erfahrung einiges voraushaben. Wir werden eine gute Fitness und eine bessere Rückwärtsbewegung brauchen“ Er glaubt, dass die Mannschaft bestehen kann. Im besten Fall wieder mit vielen Ohnmacht-Toren. So wie es die Rückennummer 9 verspricht.