Fußball-Landesliga: Paukenschlag beim SV Geisingen. Marijan Tucakovic hat am späten Montagabend in einem Gespräch mit der Vereinsführung mitgeteilt, dass er ab sofort sein Amt als Spielertrainer aufgibt. Tucakovic wird auch nicht mehr als Spieler zur Verfügung stehen. Für das Nachholspiel am Mittwoch zuhause gegen die DJK Donaueschingen (19 Uhr) und das Heimspiel am Samstag gegen Neustadt übernimmt der 34-jährige Johannes Amann die Rolle als Spielertrainer.

Ralf Jauch, Vorsitzender des SV Geisingen, traf die Entscheidung von Tucakovic nicht ganz unvorbereitet. "Marijan hat schon in den vergangenen Wochen einen sehr deprimierten Eindruck gemacht. Die jüngsten Niederlagen und die vielen Entscheidungen gegen uns, auch von den Schiedsrichtern, haben ihn sehr frustriert. Ich habe alles versucht, um ihn umzustimmen, aber er wollte nicht mehr. Er hat in den vergangenen drei Jahren in Geisingen hervorragende Arbeit geleistet und wir lassen ihn ungern gehen", sagt Jauch.

Tucakovic selbst betonte ebenfalls, dass er sich die Entscheidung nicht einfach gemacht habe und es ein gewachsener Prozess sei. Zugleich sagte der Ex-Profi aus Kroatien, dass er auch als Spieler nicht mehr zur Verfügung stehen wird. "Das ist eine verzwickte Situation, zumal ich einen engen Draht zu Mannschaft und Vorstand habe. Ich werde eine Pause einlegen."

Die Geisinger werden die letzten zwei Spiele des Kalenderjahres von Johannes Amann betreut, der seit 2017 im Verein ist und fünf Tage als Übergangscoach arbeiten wird. "Wir werden in der Winterpause nach einem neuen Trainer Ausschau halten. Eine sofortige Lösung können wir nicht präsentieren und wollen auch keinen Schnellschuss. Der neue Mann muss zum SV Geisingen passen", ergänzt Jauch.

Für die DJK Donaueschinger ist es in dieser Saison bereits das zweite Spiel, das sie unmittelbar nach einem Trainerwechsel bei einem Kontrahenten antreten müssen. Im ersten Fall ging das in Furtwangen bei der 1:4-Niederlage deutlich daneben. Und auch diesmal ist DJK-Trainer Tim Heine nicht ganz wohl. „Es ist immer eine blöde Situation. Du weißt genau, dass eine Mannschaft nach einem Trainerwechsel noch enger zusammenrückt, vor allem wenn ein Spielertrainer, also einer von ihnen, übernimmt. Wir müssen das annehmen. Unser Ziel ist es natürlich, ein Tor mehr als der Gegner zu schießen“, sagt Heine.

Für die Donaueschinger, die am kommenden Wochenende spielfrei sind und unmittelbar nach der Partie in Geisingen in die Winterpause gehen, ist der Spieltermin gegen Geisingen keine Wunschveranstaltung. „An einem Mittwochabend fehlen immer Spieler aus beruflichen oder schulischen Gründen. Die Ansetzung gefällt uns nicht. Wir werden im Prinzip für unseren Erfolg im südbadischen Pokal bestraft, denn durch das Pokalspiel wurde diese Partie verlegt“, ärgert sich Heine. Er weiß noch nicht, mit welchen elf Akteuren er beginnen wird, betont aber: „Wir werden eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz schicken. Gefragt sind diesmal keine Raffinessen. Bei einem sicherlich tiefen Platz müssen wir auf den Kampf setzen.“

Die DJK Donaueschingen kann mit einem Sieg an die Spitze der Landesliga-Tabelle klettern. Die Geisinger bleiben unabhängig vom Ergebnis auf dem vorletzten Platz.