Basketball: So schnell kann’s gehen. Noch vor wenigen Tagen schien für die wiha.Panthers die Tür zur Liga Pro B fest verschlossen, der Traum vom Aufstieg geplatzt. Doch ein einziger Anruf sorgt wieder für Aufbruchsstimmung am Neckar. Die Schwenninger erhoffen sich nun die große Chance, die Lizenz eines anderen Zweitligisten zu kaufen. Die Entscheidung, ob dieser Lizenz-Kauf klappt, soll bereits am Mittwoch fallen.

Zweimal hat die 2. Basketball-Bundesliga den Panthers in den vergangenen Wochen die Lizenz für die Pro B verweigert. Die Tatsache, dass nicht der Verein sondern die GmbH des BV Villingen-Schwenningen und somit die falsche Organisation die Lizenz beantragt hatte, war offensichtlich nicht zu korrigieren und folgenschwer.

Die Neckarstädter hätten nun noch die Möglichkeit gehabt, vor ein Schiedsgericht zu ziehen. Eine Juristin riet den Panthers-Verantwortlichen jedoch davon ab. „Rechtsanwältin Diana Hopt-Bley meinte nach intensiver Prüfung der Unterlagen, dass es schwer wird, die Sichtweise der 2. Basketball-Bundesliga zu widerlegen“, sagte Panthers-Geschäftsführer Frank Singer. Allerdings habe die Anwältin auch angemerkt, sie hat den Eindruck, dass man die Panthers offenbar in der Liga Pro nicht haben wolle.

Der amtierende Regionalliga-Meister entschied sich daraufhin, auch nächste Saison in der Regionalliga zu spielen und einen weiteren Anlauf in Richtung 2. Liga zu machen. „Die Spieler haben größtenteils signalisiert, dass sie bleiben und auch die Sponsoren stehen zu uns“, so Singer. Allerdings müssten sich die Panthers in der Regionalliga einen neuen Geschäftsführer suchen. „Denn“, so Singer, „dann gebe ich mein Amt ab“.

Kurz nachdem sich die Schwenninger Verantwortlichen für die „Option Regionalliga“ entschieden hatten, tat sich eine neue Chance auf. Der zweite Vorsitzende eines Pro B-Vereins meldete sich telefonisch bei Panthers-Trainer Alen Velcic. „Er meinte, dass sein Verein die Mannschaft aus der Pro B zurückziehen und die Lizenz verkaufen will. Am Mittwoch fällt die Entscheidung, ob wir sie kaufen können“, so Velcic. Der Preis liegt laut Singer im unteren fünfstelligen Bereich. Der Panthers-Boss ist überzeugt, „dass wir uns einigen werden“. Den Namen des betreffenden Vereins wollte weder Singer noch Velcic nennen.

Singer erkundigte sich bei Daniel Müller, dem Geschäftsführer der 2. Basketball-Bundesliga, ob die Schwenninger diesen „Umweg“ in die Pro B gehen können. Offenbar gab es auch von Müllers Seite positive Signale, dass der Weg der Panthers realisierbar ist. Singer: „Vielleicht werden wir ja mit einem blauen Auge davon kommen.“

Wenn die Panthers die Lizenz des Pro B-Ligisten kaufen können, bedeutet dies allerdings nicht zugleich, dass sie nächste Saison auch in dieser Liga spielen dürfen. Singer: „Die Pro B-Vereine müssen erst noch dafür stimmen. Von den 23 Teams bräuchten wir zwölf Ja-Stimmen.“ Süffisant merkte er an: „Jeder, der für uns stimmt, erhält von mir eine Schwarzwälder Kirschtorte.“ Am Mittwochnachmittag wird sich entscheiden, ob er dieses Versprechen umsetzen muss.

Mittlerweile haben die Schwenninger Verantwortlichen entschieden, dass sie ihre angedrohte Klage gegen die Ausländerregelung im deutschen Profi-Basketball nicht wahrmachen werden. „Hätten wir das Thema nie angeschlagen, hätten wir unsere Lizenz bereits“, ist Velcic überzeugt. „Wir haben uns als kleines Kalb mit einem Löwen angelegt und sind zerfleischt worden“. Auch für Singer ist klar, „dass für uns nichts anderes übrig bleibt, als uns den Strukturen der Liga zu unterwerfen“.

Unabhängig davon, wo die Panthers nächste Saison spielen, werden zumindest ein Spieler und ein Verantwortlicher nicht mehr an Bord sein. Center Edin Alispahic verlässt die Schwenninger offenbar des Geldes wegen in Richtung Pro B-Ligist Oberelchingen. Der Center hatte den Panthers bereits seine Zusage für nächste Saison gegeben. Pressesprecher Matthias Busse gibt sein Amt aus privaten Gründen ab. „Matthias hat hervorragende Arbeit geleistet“, bedauert Singer den Abschied von Busse, der bei den Panthers-Heimspielen auch als Hallensprecher im Einsatz war.