Einen besseren Einstand hätte sich Paul Thompson kaum vorstellen können. In seinem ersten Spiel als Chefcoach der Wild Wings schlug seine Mannschaft den deutschen Meister EHC RB München in der heimischen Helios-Arena mit 4:3 nach Verlängerung. Am Tag, an dem es in Großbritaninien politisch drunter und drüber ging, hatte ein Brite im Schwarzwald Grund zum Feiern.

Das könnte Sie auch interessieren

Trotz des Wechsels auf der Trainerbank spiegelte das erste Drittel einiges vom bisherigen Saisonverlauf der Schwenninger wider. Kämpferisch gut, Einstellung gut, doch spielerisch einige Mängel und das Überzahlspiel sehr schleppend. Acht der 20 Minuten hatten die Wild Wings im ersten Drittel einen Mann mehr auf dem Eins. Bei einer ihrer wenigen richtigen Chancen in dieser Zeit hatte zunächst Rihards Bukarts Pech. In der 14. Minute traf der Lette nach einem Solo den Innenpfosten.

Das könnte Sie auch interessieren

Das Glück, das den Wild Wings hier fehlte, hatten die Gäste: Münchens Ryan Mitchell traf in Minute 18 ebenfalls Aluminium. Die Schiedsrichter entschieden sofort auf Video-Beweis. Da es jedoch bis zum Schluss des ersten Drittels keine Spielunterbrechung gab, durften die Spieler nach Ende des ersten Abschnitt erst mal warten, bis die Unparteiischen die Wiederholung der Szene unter die Lupe genommen. Die Schiedsrichter entschieden auf Tor von Mitchell. Somit mussten zwei Minuten und 22 Sekunden noch einmal gespielt werden.

Die Zusatzschicht hatte es in sich. Zunächst verhinderte Wild Wings-Torhüter Dustin Strahlmeier mit einer Super-Parade den nächsten Münchner Unterzahl-Treffer. Als nur noch wenige Sekunden der Wild-Wings-Überzahl zu spielen waren, schlugen die Schwenninger doch noch zu. Andre Hult stocherte den Puck im Gewühl vor Gäste-Torhüter Kevin Reich über die Torlinie zum 1:1. Es war Hults erster Saisontreffer.

Sehr stürmisch zeigten sich die Schwenninger Wild Wings (hier Marcel Kurth/blaues Trikot) gestern Abend im DEL-Spiel gegen den deutschen Meister EHC Red Bull München. Am Ende stand ein umjubelter 4:3-Sieg nach Verlängerung.
Sehr stürmisch zeigten sich die Schwenninger Wild Wings (hier Marcel Kurth/blaues Trikot) Donnerstagabend im DEL-Spiel gegen den deutschen Meister EHC Red Bull München. Am Ende stand ein umjubelter 4:3-Sieg nach Verlängerung. | Bild: Roger Müller

Im Mitteldrittel boten beide Mannschaften erfrischendes und unterhaltsames Offensiv-Eishockey. Die Zuschauer freute es. Den Trainern dürfte es nicht immer gefallen haben, denn die Defensivreihen auf beiden Seiten offenbarten doch einige Lücken. Schwenningen hatte aber einen bärenstarken Strahlmeier zwischen den Pfosten, der sich von den Münchnern in diesem Abschnitt nicht bezwingen ließ. Dafür machte auf der Gegenseite Andree Hult seinen Doppelpack perfekt. In der 32. Minute traf der Schwede zum 2:1. Und 17 Sekunden später hätten die Schwenninger fast nachgelegt. Nachdem Philip McRae von den Beinen geholt wurde, traf er beim anschließenden Penalty nur die Latte. Auf jeden Fall war die knappe Schwenninger Führung nach dem zweiten Spielabschnitt mehr als verdient.

Im Schlussdrittel wollten die Münchner offenbar zeigen, dass hier der Deutsche Meister beim abgeschlagenen Liga-Schlusslicht spielt. Die Roten Bullen machten mächtig Dampf. Doch immer wieder verhinderte Strahlmeier mit seinen Paraden den Ausgleich. In der 53. Minute konnte auch Strahlmeier nichts mehr ausrichten. Nationalspieler Frank Mauer zimmerte die Scheibe vorbei am Wild Wings-Torhüter zum 2:2 ins Netz.

In der Schlussphase hatten die Schwenninger erneut Überzahl und wiederum Pech mit Aluminium. Dieses Mal traf Hult das Gestänge des Tores. Statt der Führung gab es kurz darauf den Rückstand. Eine Minute vor Schluss verlor McRae fahrlässig den Puck, Mark Voakes nahm dankend an und erzielte das 2:3. Doch die Wild Wings schafften den erneuten Ausgleich. 32 Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit traf Istvan Bartalis zum umjubelten 3:3. Es ging in die Verlängerung. Eine Minute und 27 Sekunden waren gespielt, da traf Ville Korhonen zum 4:3-Siegtreffer für die Schwenninger. Paul Thompsons gelungene Premiere war perfekt.

Das könnte Sie auch interessieren