Fußball-Bezirksliga: (daz) Am vorletzten Spieltag vor der Winterpause blieben die großen Überraschungen aus. Die Teams an der Tabellenspitze lösten ihre Aufgaben und die drei Kellerkinder blieben ohne Punkte.

Für Michael Henseleit, Trainer des FV Marbach, war die Partie in Bräunlingen kein Spiel wie jedes andere. Einerseits arbeitet Henseleit seit über 25 Jahren in der Zähringerstadt und andererseits stand bei Bräunlingen mit Uwe Müller ein Mann an der Seitenlinie, der Henseleit einst als Jugendtrainer beim FC 08 Villingen beerbt hatte. So musste sich der Marbacher Coach schon im Vorfeld von Arbeitskollegen aus Bräunlingen einiges an Scherzen anhören. Seine Elf ging nach einem 0:2-Rückstand mit einem 4:2-Sieg vom Platz. „Wir hatten großen Respekt vor Bräunlingen und nach dem 0:2 dachte ich schon oh je, wir kriegen auch eins auf die Mütze.“ Marbach schaffte noch vor der Pause den Anschlusstreffer und agierte die zweiten 45 Minuten sehr überlegen. „Da hatte ich mit mehr Gegenwehr der Bräunlinger gerechnet. Es kam aber fast nichts mehr. Wir haben ein schnelles Umschaltspiel und eine sehr gute zweite Halbzeit gezeigt“, lobt Henseleit.

Nach dem 3:0-Erfolg gegen die SG Riedböhringen bleibt der FC Königsfeld zumindest zu Platz zwei in Schlagdistanz. Mann des Tages war Aleksandar Novakovic, der alle drei Treffer erzielte. „Er wurde natürlich auch glänzend in Szene gesetzt. Jörg Holik und Felix Fehrenbach haben die Bälle wunderbar aufgelegt“, bilanziert Trainer Jörg Klausmann, der mit dem Hartplatz, einer Entscheidung des Schiedsrichters, auch nicht glücklich war. Einmal mehr lobte Klausmann die Leistungen der jungen Spieler, die aktuell exakt das bringen, was sich das Trainer-Duo Klausmann/Holik vorstellt. „Es ist nicht selbstverständlich, dass 19-Jährige so auftrumpfen“, freut sich Klausmann.

Nach zuletzt sieben Niederlagen und einem Absturz in der Tabelle hat sich die DJK Donaueschingen II mit dem 6:0-Erfolg gegen Immendingen eindrucksvoll zurückgemeldet. „Das war schon ein kleiner Befreiungsschlag für uns. Unsere jungen Spieler mussten in den vergangenen Wochen ganz neue Erfahrungen machen. Wir haben uns aber von unserem Weg nicht abbringen lassen und wurden belohnt“, bilanziert Trainer Erich Thurow. Für ihn ging das Resultat auch in der Höhe völlig in Ordnung. Zu dominant habe seine Elf gespielt. „Gerade für die Köpfe war der Erfolg wichtig. Sieben Niederlagen am Stück steckt keiner weg“, fügt Thurow an.

Mit 16 Punkten aus den vergangenen sechs Spielen hat der FC Pfaffenweiler aktuell einen großartigen Lauf. „Wir sind alle froh, dass wir nun wieder einen einstelligen Tabellenplatz erreicht haben. Mich freut, dass sich die jungen Spieler immer besser an die Liga gewöhnen. Dass sie so oft zum Einsatz kommen, wurde durch unser großes Verletzungspech nötig“, sagt Spielertrainer Patrick Anders. Auch wenn die Serie großartig ist, freut sich Anders auf die Winterpause. „Die lange Saison hat ihre Spuren hinterlassen. Zudem hoffen wir weiterhin bis März auf einige Rückkehrer, die uns sicherlich noch stärker machen. Den jüngsten 3:0-Erfolg gegen Obereschach bezeichnet Anders als „unser bislang bestes Saisonspiel“ und ergänzt: „Es wäre auch ein höherer Sieg möglich gewesen.“

Ganz andere Sorgen haben die Trainer der SG Riedböhringen/Fützen, Jürgen Frank und Siegfried Andräß. Nach dem 0:3 in Königsfeld bleibt die SG auf einem Abstiegsplatz und droht den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu verlieren. „Unser Problem ist, dass wir ständig die Mannschaft umstellen müssen. Da entwickeln sich keine Automatismen und der Rhythmus geht verloren“, sagt Andräß. In allen Reihen muss das Trainer-Duo oft improvisieren, vor allem aber im Angriff und auf der Sechserposition. „Das setzt sich auch im Training fort. Wenn Spieler aus schulischen oder beruflichen Gründen oder auch wegen Verletzungen fehlen, lässt sich wenig einstudieren“, ergänzt Andräß. Er setzt nun auf eine erfolgreiche Rückrunde wie in der vergangenen Saison. Zunächst aber gibt es noch ein Endspiel beim unmittelbar vor der SG platzierten FC Fischbach. Andräß: „Ein Sieg wäre wichtig. Auf jeden Fall dürfen wir dort nicht verlieren. Auch ein Punkt kann helfen.“

Kleman kommt nach Fischbach

Ohne acht verletzte Spieler trat der FC Fischbach in Tennenbronn an und hielt sich bei der 1:2-Niederlage achtbar. Trainer Günter Hirsch ärgerte sich maßlos über den zweiten Gegentreffer. „Der Spieler stand fünf Meter im Abseits. Alle haben es gesehen, nur der Schiedsrichter nicht.“ Seiner Mannschaft sprach Hirsch indes ein dickes Kompliment für eine couragierte Vorstellung aus. „Wenn wir diese Leistung gegen Riedböhringen wiederholen, ist mir nicht bange“, ergänzt Hirsch und hofft, dass zumindest zwei der angeschlagenen Spieler sich wieder fit melden. Auf die Torarmut in der eigenen Offensivabteilung, Fischbach hat in 16 Spielen nur 16 Tore erzielt, hat Hirsch unterdessen reagiert und für die zweite Saisonhälfte Waldemar Kleman aus Brigachtal verpflichtet. Er soll für mehr Durchschlagskraft sorgen.