Basketball, ProB-Halbfinale: Wiha Panthers Schwenningen – WWU Baskets Münster (Samstag, 20 Uhr). Mit Optimismus und dem Publikum im Rücken wollen die Wiha Panthers am Samstag in der heimischen Deutenberghalle Spiel zwei gegen die WWU Baskets Münster gewinnen und damit die Halbfinal-Serie ausgleichen. Dabei helfen sollen auch die positiven Erinnerungen an eine bereits erfolgreich umgebogene Serie.

In Spiel zwei mit dem Rücken zur Wand zu stehen, stellt für die Wiha Panthers keine neue Situation dar. Rückblick: In der Achtelfinal-Serie gegen den SC Rist-Wedel unterlag das Velcic-Team ebenfalls auswärts in Spiel eins. Der weitere Verlauf der Serie ist bekannt: In einem wahren Kraftakt rangen die Panthers Wedel auf heimischem Terrain nieder und gewannen eine Woche später sogar das entscheidende Spiel drei in Hamburg mit einem Punkt Vorsprung. Die Wedel-Reminiszenz dient nun auch gegen Münster als Anschauungsbeispiel dafür, wie die Panthers das Ruder im Halbfinale herumreißen wollen. „Wir haben die Serie gegen Wedel umgebogen und fühlen uns in dieser Rolle des Außenseiters ganz wohl. Ich bin guter Dinge, dass wir gewinnen werden“, bestätigt Trainer Alen Velcic, der personell aus den Vollen schöpfen kann.

Die Historie kann den Panthers durchaus Hoffnung machen: Seitdem die ProB in der Saison 2011/2012 auf den Playoff-Modus wechselte, gelang es immerhin vier Halbfinalisten, nach einer Niederlage in Spiel eins doch noch ins Finale einzuziehen.

Mit den WWU Baskets kommt ein Team nach Schwenningen, das nicht nur 13 Spiele am Stück gewann, sondern auch mit 6-5 die beste Auswärtsquote der Nordstaffel hatte und bislang beide Gastspiele in den Playoffs für sich entschied. „Wir sind ein gutes Auswärtsteam, sonst wären wir nicht Erster der Nordstaffel geworden. Wir können die Umgebung ausblenden, uns auf das Spiel konzentrieren und vertrauen uns und unseren Fähigkeiten“, sagt Münsters Manager Helge Stuckenholz. Dennoch sieht er seine Mannschaft gegen die Wiha Panthers in Halbfinal-Spiel zwei in der Außenseiterrolle. „Ich erwarte ein gänzlich anderes Spiel als noch in Münster. Die Panthers haben den sechsten Mann im Rücken und legen dadurch, gepaart mit ihrer enormen Physis, in ihren Heimspielen eine hohe Intensität an den Tag. Sie sind zuhause jederzeit in der Lage, mehr Energie als der Gegner aufzubringen und Rückstände zu drehen“, so Stuckenholz, dessen Bauchgefühl von einem Entscheidungsspiel eine Woche später in Münster ausgeht. „Es wird für uns das vielleicht schwerste Auswärtsspiel der ganzen Saison. Ich wünsche mir natürlich, dass wir den Sack in zwei Spielen zumachen. Müsste ich aber wetten, dann würde ich mein Geld auf eine dritte Partie in Münster setzen.“

Für die Panthers liegt der Schlüssel in Spiel zwei in der Vermeidung einfacher Fehler. Diese brachen den Schwenningern am vergangenen Samstag in der Schlussphase das Genick. „Binnen 2:37 Minuten haben wir das Spiel verloren, weil wir drei Fehler gemacht haben und dafür bestraft wurden. Deshalb werde ich an der ein oder anderen Schraube drehen und feinjustieren. Nun müssen wir über 40 Minuten konzentriert arbeiten“, gibt Trainer Velcic vor. Zudem müsse die Last von den Schultern der beiden Leistungsträger Bill Borekambi und Rasheed Moore genommen werden. „Einer der Gründe, warum wir Gießen besiegt hatten, waren die Punkte der anderen Spieler. Ich erwarte von allen mehr in Spiel zwei. Es kann nicht sein, dass Rasheed und Bill 70 Prozent aller Würfe nehmen“, stellt der Coach klar.

Auch er sieht das Publikum in der Deutenberghalle als möglichen X-Faktor. „Die Fans können das Zünglein an der Waage spielen. Ich bin der Meinung, dass unser Publikum mindestens genauso laut ist wie die 3000 Menschen in Münster. Münster hat nicht umsonst einen Riesenrespekt vor diesem Spiel.“