Basketball, Pro B: Ärgerlich und unnötig: Dies waren die häufigsten Adjektive, die die Basketballer der Wiha Panthers für die Analyse der 62:75-Niederlage in Spiel eins der Halbfinalserie bei den WWU Baskets Münster verwendeten. Dabei waren die Schwenninger keineswegs chancenlos, sondern erarbeiteten sich große Anerkennung des Gegners.

Weggeschenkt: Die Panthers können sich nach der Auswärtsniederlage in Spiel eins nicht viel vorwerfen lassen. 35 Minuten lang lieferten die Schwenninger dem Meister der Nordstaffel vor 3000 Zuschauern einen Kampf auf Augenhöhe. „Es war ein ganz enges Spiel, das auch auf die andere Seite hätte kippen können. Wir haben einen riesengroßen Respekt vor Schwenningen. Spiel zwei wird eine ganz schwere Aufgabe“, betont Münsters Manager Helge Stuckenholz. WWU-Point Guard Joseph Cooper ergänzt: „Die Panthers sind ein erfahrenes und eingespieltes Team. Sie stehen nicht zufällig im Halbfinale und haben uns alles abverlangt.“ Die letzten sechs Minuten des Spiels, in denen die Westfalen einen 23:11-Lauf hinlegten, gaben am Ende den Ausschlag für Münster. „Bis dahin haben wir vieles richtig gemacht und sehr ordentlich gespielt. Dann haben wir das Spiel weggeschenkt“, ärgert sich Schwenningens Trainer Alen Velcic.

Fehlerteufel: Ein Blick auf das Statistik-Blatt zeigt einen weiteren Grund für die Niederlage der Panthers: 21 Ballverluste. Aufgrund des zum Teil sorglosen Umgangs mit dem eigenen Ballbesitz kamen die Panthers lediglich zu 49 Wurfversuchen aus dem Feld. Die Münsteraner, die nur elf Turnovers produzierten, versuchten hingegen ganze 67 Mal ihr Glück. „Münster hat fast 20 Mal mehr auf den Korb geworfen. Dann wird es ganz schwer“, so Velcic. Anell Alexis ergänzt: „Münster hat jeden unserer Fehler gnadenlos ausgenutzt. 21 Ballverluste können wir uns nicht erlauben. In Spiel zwei müssen wir 40 Minuten lang konzentriert agieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir ein drittes Spiel erzwingen können.“ Positive Randnotiz: Gegen das stärkste Rebound-Team der Nordstaffel gewannen die Panthers den Kampf um die Abpraller mit 38:32.

Strippenzieher: Im ersten Halbfinalspiel wurde deutlich, dass beide Mannschaften nicht nur über hervorragende Defensivqualitäten verfügen, sondern auch über starke Spielmacher, die gut verteidigen und ihre Offensive gekonnt dirigieren. Schon zur Halbzeit war Münsters Joseph Cooper mit zwölf Punkten der auffälligste Akteur auf dem Spielfeld, am Ende stand der US-amerikanische Point Guard bei 21 Punkten, sieben Assists und drei Steals. Der eigentlich nicht als Scharfschütze bekannte Aufbauspieler (Dreierquote 19 Prozent) zeigte am Samstag eine seiner besten Leistungen und riss im vierten Viertel das Spiel an sich. „Der Schlüssel zum Sieg war unsere Defense“, so der US-Boy, der die Serie am liebsten in zwei Spielen beenden will. „Natürlich nehmen wir uns einen Sieg für Spiel zwei vor. Es wird aber eine lange Reise und ein sehr schweres Spiel, vor dem wir großen Respekt haben.“

Für einen Schwenninger war der US-Amerikaner kein Unbekannter. Landsmann Anell Alexis lernte wie Cooper das Basketballspielen unter anderem in New York City, wo sie sich schon einige Male auf dem Spielfeld begegnet waren. „Ich wusste, dass er werfen kann. Er ist schnell, hat gute Übersicht und bestrafte jeden unserer Fehler“, so Alexis.

Coopers Pendant auf der Gegenseite stellte ebenfalls seinen großen Wert für sein Team zur Schau. Kosta Karamatskos erzielte sechs Punkte bei perfekter Wurfquote aus dem Feld, sammelte fünf Assists, sechs Rebounds und führte gekonnt Regie. Das Duell Cooper – Karamatskos wird eines der Schlüssel-Matchups in Spiel zwei.

Versprechen: Auch in der zweiten Halbfinalserie verteidigte der Gastgeber den Heimvorteil. Die Bayer Giants Leverkusen setzten sich vor 1200 Zuschauern deutlich mit 88:71 gegen Lok Bernau durch und können mit einem Sieg am kommenden Samstag den Einzug ins Finale sowie den Aufstieg in die Pro A klarmachen. In Schwenningen geht hingegen noch niemand von einem Saisonende aus. Trainer Velcic gab direkt nach Spiel eins ein Versprechen ab: „Wir werden Spiel zwei gewinnen und nochmals nach Münster fahren.“

Bericht und Videos vom Spiel der Panthers finden Sie hier: