Fußball-Kreisliga A, Staffel 2: Für die große Überraschung am 22. Spieltag sorgte das schon abgeschlagene Schlusslicht Oberbaldingen mit dem 3:1-Erfolg bei der SG Kirchen-Hausen, die dadurch den Sprung auf Platz eins verpasste. "Wir hatten einen ganz schlechten Tag erwischt. Hinzu kam eine schwache Chancenauswertung. Wir sind nie in die Zweikämpfe gekommen und haben unerklärliche Fehler gemacht", sagt Florian Rapp von der Vereinsführung der SG Kirchen-Hausen. Der Gegner hingegen habe eine gute Partie gezeigt und die Chance gewittert, dreifach zu punkten. "Oberbaldingen war zudem sehr effektiv", ergänzt Rapp. Bitter für Kirchen-Hausen, dass nun schon drei Stammspieler längerfristig verletzt ausfallen, zuletzt Buba Jammeh mit einem Kreuzbandriss.

Nach dem unerwarteten Coup war die Stimmung beim TuS Oberbaldingen ausgezeichnet, zumal die Mannschaft mit nur fünf Punkten angereist war. "Wir haben uns perfekt an die taktischen Vorgaben gehalten und waren auch spielerisch die bessere Mannschaft. Wir haben immer zum richtigen Zeitpunkt getroffen, wobei das erste Tor nach einem Fehler der Gastgeber etwas glücklich war", resümiert TuS-Trainer Claudio Andreotti. Ihm gefiel, dass sich seine Elf von Anfang an nicht versteckt habe. "Nach der Partie musste ich etwas auf die Bremse treten. Andererseits sollen die Spieler feiern. Wir sind weiterhin Abstiegskandidat Nummer eins und schauen nicht auf die Tabelle", fügt Andreotti an. Ihm gefällt, "dass die Spieler alle lernfähig und im Training immer bereit sind, sich zu entwickeln".

Immer deutlicher klopft der SV Öfingen in der oberen Tabellenhälfte an. Nach dem 2:0-Erfolg gegen Aasen scheint beim Blick auf die noch ausstehenden Heimspiele gegen die unmittelbaren Konkurrenten einiges möglich. "Aasen hatte optisch mehr Spielanteile, wir aber hatten die zwingenderen Chancen", bilanziert SVÖ-Trainer Jörg Kienast. Er weiß, "dass in Öfingen ob der guten Platzierung schon einige Fans anfangen zu träumen". Kienast selbst ist ob der zehn Punkte nach der Winterpause sehr zufrieden und hat neben den Zahlen auch die Entwicklung der Mannschaft im Blick. "Taktisch war das schon sehr gut gegen Aasen. Das sollte weiterhin unser Maßstab sein", fügt Kienast an. Öfingen kam in der Tabelle bis auf einen Punkt an Aasen heran.

Für den SV Aasen endete in Öfingen eine Erfolgsserie von zuletzt fünf Siegen. "Öfingen hat verdient gewonnen. Bei uns waren schon zuvor die Spiele nicht so gut wie die Ergebnisse. Gegen eine gute und starke Öfinger Abwehr ist uns zu wenig eingefallen. Es mangelte an Ideen", bilanziert SVA-Trainer Axel Schweizer. Auch die Laufleistung der Spieler und ihre Kreativität gefiel Schweizer in Öfingen nicht. So habe sich die Mannschaft kaum eine richtig gute Chance herausgespielt. Deshalb sei nicht einmal ein Zähler in Reichweite gewesen.

Nicht in Fahrt kommt der FC Pfohren. Das 0:3 in Möhringen war die zweite Niederlage in Folge und vergrößert die Sorgen im Kampf gegen den Abstieg. "Offenbar hemmt einige Akteure der Druck, Spiele gewinnen zu müssen. Wir machen individuelle Fehler und nutzen unsere Chancen nicht. Es ist schwierig", stellt Trainer Andreas Binder fest. Der erhoffte Schub blieb einmal mehr aus. Immer deutlicher wird für Binder, "dass einige Spieler nervös agieren und Angst haben, Fehler zu machen". Bei 22 Punkten aus 21 Spielen ist der Vorsprung auf die Abstiegsplätze deutlich geschrumpft.

Nach dem überraschenden Sieg in Pfohren vor einer Woche legte der FC Löffingen II gegen Eisenbach auf eigenem Platz ein 2:2 nach. "Das Ziel waren drei Punkte, aber wir sind mit der Punkteteilung zufrieden, obwohl wir zweimal in Führung lagen. Wir haben wieder Anschluss an die Nichtabstiegsplätze gefunden und sind zuversichtlich, die Liga zu halten", sagt Trainer Stefan Löffler. Nach Ostern wartet die schwere Aufgabe bei Spitzenreiter Lenzkirch, bevor die Heimspiele gegen Gündelwangen und Oberbaldingen warten. Löffler: "Da sind sechs Punkte fast Pflicht."