Basketball, ProA: Mit Marko Bacak verpflichten die Wiha Panthers den ersten Center für ihre ProA-Mannschaft, die immer konkretere Züge annimmt und ihren Trainer sehr optimistisch stimmt.

Spieler Nummer zehn der Wiha Panthers misst stolze 2,10 Meter, bringt Bundesliga- sowie Europapokal-Erfahrung mit und hört auf den Namen Marko Bacak. Der 23-jährige Deutsch-Kroate kommt vom BBL-Spitzenteam EWE Baskets Oldenburg, wo Bacak allerdings aufgrund von Verletzungspech und großer Konkurrenz auf der Center-Position in der abgelaufenen Saison nicht über den Status des Ergänzungsspielers hinauskam.

Panthers-Trainer Alen Velcic ist angetan von seiner neuesten Verpflichtung: „Marko galt lange als eines der größten deutschen Center-Talente und ist ein guter Junge, der charakterlich super zu uns passt. Er hätte auch in der Bundesliga bleiben können, hat sich aber für uns entschieden, weil er hier eine tragende Rolle einnehmen kann. Marko ist für seine Größe sehr agil“, lobt Velcic den 115 Kilogramm schweren Hünen. „Mir war wichtig, zu einem Verein zu wechseln, bei dem ich eine tragende Rolle einnehmen kann und das Vertrauen des Trainers spüre. In den Gesprächen waren Coach Velcic und ich schnell auf einer Wellenlänge. Ich möchte definitiv einer der Schlüsselspieler der Mannschaft werden“, freut sich Bacak auf seine nächste Profi-Station.

Mit dem 23-Jährigen nehmen die Panthers nun ihren ersten Center für die kommende Saison unter Vertrag, mindestens ein weiterer könnte noch in dieser Woche folgen. Bacak stellt eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum letztjährigen Center Seid Hajric dar, diese Position war die am schwächsten besetzte in der Vorjahresmannschaft.

Neun Spieler umfasst der Kader der Wiha Panthers zum jetzigen Stand. Dabei ist die Handschrift von Velcic klar zu erkennen. Zum einen konnte der Trainer mit Kosta Karamatskos, Leon Friederici, Rasheed Moore und Bill Borekambi die vier wichtigsten Leistungsträger aus dem Vorjahr ein weiteres Jahr an die Panthers binden und behält damit den eingespielten Kern der Aufstiegsmannschaft bei. Dazu gesellen sich mit Sean Lloyd (22), Junior Searcy (23, hat auch den deutschen Pass), David Dennis (22) und Jaren Lewis (22) vier junge und als hochtalentiert angekündigte US-Amerikaner, die von zum Teil hochklassigen Universitäten nach Deutschland kommen und vor ihrer ersten Saison als Profi-Basketballer stehen.

Wie diese „Rookies“ im ersten Jahr in ungewohnter Umgebung und in einer professionellen europäischen Liga zurechtkommen, gleicht oftmals einer Wundertüte, weshalb sich eine Einschätzung der momentanen Kaderstärke als kompliziert gestaltet. Alen Velcic ist jedoch davon überzeugt, dass sich die US-Boys schnell akklimatisieren und zum gesetzten Ziel, in der ProA die Playoffs zu erreichen, ihren Teil dazu beitragen werden. „Klar ist es bei diesen Spielern immer eine Lotterie. Ich habe aber gerne Rookies, weil ich sie formen kann und sie einfach im Umgang sind. Unsere Neuzugänge kommen aus guten College-Teams. Ich glaube nicht, dass dieser Schuss nach hinten losgehen wird“, so Velcic, der außerdem auf sein Portemonnaie achten muss: „Gestandene Spieler aus guten europäischen Ligen können wir uns einfach nicht leisten.“

Mit Blick auf den aktuellen Kader wird Velcic „überhaupt nicht Angst und Bange. Ich denke, dass wir auf jeden Fall in der ProA mithalten können. Mit dem Kader bin ich sehr zufrieden.“ Mindestens zwei weitere junge Deutsche sollen noch dazustoßen, sodass der Kader am Ende 13 Spieler umfasst.

Sergey Tsvetkov, der seit fünf Jahren das Panthers-Trikot trägt, wird als Nummer 13 erneut verpflichtet, ist aber lediglich als Trainingsspieler eingeplant und wird nur im Verletzungsfall zum Einsatz kommen. Vielmehr soll sich der Bulgare als Jugendkoordinator dem Unterbau der Panthers widmen, während der bisherige Jugendleiter Boyko Pangarov senior nun Co-Trainer in Vollzeit von Alen Velcic sein wird. Seid Hajric wechselt nach Koblenz in die Regionalliga. Wohin es die weiteren Ex-Panthers Abdulai Abaker, Dion Braimoh und Anell Alexis verschlägt, ist unklar. Hannes Osterwalder beendete seine aktive Laufbahn.

Eigentlich sollte der Spielplan für die kommende ProA-Saison Anfang Juli veröffentlicht werden. Dies könnte sich aber verzögern, weil immer noch nicht klar ist, was mit dem ProA-Vizemeister Nürnberg Falcons geschieht. Aufgrund der dortigen Hallenproblematik erhielten die Franken auch im zweiten Anlauf keine BBL-Lizenz und gehen nun in die nächste Instanz. Sollte Nürnberg der Aufstieg verweigert werden, wird die ProA mit 17 statt normal 16 Teams ausgetragen.