Eishockey: (vwa) Um seine Gefühle nach dem ersten Länderspiel in der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft auszudrücken, benutzte Marcel Kurth ein Superlativ: „Es war einfach nur mega.“ Der Stürmer der Schwenninger Wild Wings war bereits am vergangenen Donnerstag beim 2:1-Sieg der DEB-Auswahl gegen die Slowakei im Kader, kam als Stürmer Nummer 13 aber nicht zum Einsatz. Dafür durfte der 25-jährige zwei Tage später aufs Eis, als es erneut gegen WM-Gastgeber Slowakei ging, diesmal im Olympia-Eisstadion in Garmisch-Partenkirchen.

Kurth feierte bei seiner Premiere auf Anhieb einen Sieg, denn Deutschland gewann mit 3:1. „Es hat Riesenspaß gemacht, mitspielen zu dürfen“, schwärmte Kurth. Zusammen mit Gerrit Fauser (Grizzlys Wolfsburg) und Sven Ziegler (Straubing Tigers) bildete er die vierte Sturmreihe. „Unsere Aufgabe war es, nach hinten nichts anbrennen zu lassen. Das haben wir gut geschafft“, freute sich der gebürtige Donaueschinger.

Dabei hatte es im Vorfeld nicht so gut ausgesehen. Die letzten drei Wochen der Saison in Schwenningen fiel Kurth mit einem Muskelfaserriss aus. Nach Saisonende verbrachte er mit den anderen Nationalspielern aus Schwenningen, Torhüter Dustin Strahlmeier, Stürmer Mirko Höfflin, der nach Ingolstadt wechselt, und Verteidiger Dominik Bittner, der zu den Grizzlys nach Wolfsburg geht, viel Zeit auf dem Eis, um rechtzeitig fit zu werden. Kurth: „Selbst das Training bei der Nationalmannschaft ist ein, zwei Schritte schneller als bei den Wild Wings. So ist es auch im Vergleich zwischen Länderspielen und DEL-Spielen.“

Kurth schwärmte auch vom neuen Bundestrainer Toni Söderholm. „Er macht kurze und knackige Ansagen. Seine Trainingseinheiten sind sehr intensiv“, sagte der Wild Wings-Stürmer über den Finnen, der am Sonntag seinen 41. Geburtstag feierte. Söderholm hat in seinem Trainerstab auch am Neckarursprung bestens bekannte Landsleute um sich geschart: Petteri Väkiparta, der von Schwenningen nach Wolfsburg zu seinem alten Chef Pat Cortina wechselt, und Schwenningens Torwarttrainer Ilpo Kauhanen.

Am Montag um 13 Uhr bestieg die Nationalmannschaft den Bus, um von Garmisch-Partenkirchen ins tschechische Karlsbad zu fahren. Dort wird die DEB-Auswahl jeweils am Mittwoch und Donnerstag um 17.30 Uhr auf die Tschechische Republik treffen. Es ist damit zu rechnen, dass Strahlmeier am Mittwoch zwischen den Pfosten stehen wird. Auch Kurth hofft, dass er erneut aufs Eis darf. „Ich werde Gas geben und hoffe, dass ich auch nach vorne etwas zeigen kann“, so der Linksschütze. Das große Ziel von Kurth ist die Weltmeisterschaft (10. bis 26. Mai) in der Slowakei. Allerdings wird Bundestrainer Söderholm nach den Länderspielen in der Tschechischen Republik die ersten Spieler wieder aussortieren. Kurth: „Natürlich hoffe ich, dass ich auch danach weiter dabei bin. Ich weiß, dass es ein schwerer Kampf wird, bei der WM spielen zu dürfen. Ich werde mir aber auf jeden Fall den Hintern aufreißen.“