Fußball-Landesliga: Am 16. Spieltag setzte sich das Schneckenrennen an der Tabellenspitze eindrucksvoll fort. Keiner der Mannschaften auf den Rängen eins bis sieben gelang es, als Sieger vom Platz zu gehen. Aktuell hat der Tabellenführer lediglich zwei Punkte mehr als der Siebte. Donaueschingen blieb trotz der Niederlage in Furtwangen auf Rang eins.

In glänzender Form präsentierte sich die DJK Donaueschingen in den vergangenen Wochen. Davon war am Freitag beim 1:4 in Furtwangen nichts zu sehen. „Ich bin restlos enttäuscht“, sagt DJK-Trainer Tim Heine und ergänzt: „Wir wussten um die aggressive und motivierte Spielart des Gegners. Wir hingegen haben ideenlos gespielt und kaum einen Zweikampf gewonnen. Zudem haben wir bei den Gegentreffern durch individuelle Fehler Geschenke verteilt und in der Offensive jegliche Kreativität vermissen lassen.“ Auch für Heine kam die Leistung völlig überraschend. Nichts habe zuvor darauf hingedeutet. „Ich kann mir den Leistungsabfall nicht erklären, aber wir werden Antworten finden und Lösungen präsentieren, damit so etwas nicht wieder vorkommt“, ergänzt Heine.

Strahlende Gesichter gab es hingegen beim FC Furtwangen. Die Premiere des neuen Trainerduos Jörg Ringwald/Patrick Staudt hätte besser nicht laufen können. „Ich würde den Sieg nicht als Trainereffekt einstufen. Wenn, dann hat uns eher unser Ex-Trainer auf der Donaueschinger Bank motiviert“, sagt Ringwald. Ihm gefiel am Freitag die Effizienz der Spieler vor dem DJK-Tor, aber auch der rundum kompakte Auftritt gegen eine laut Ringwald „Top-Mannschaft“. Daher verteilte das neue Trainerduo viele Komplimente an die Spieler. Gleichzeitig ist klar: „Das Spiel kann nur ein erster Schritt gewesen sein. Wir stehen weiterhin auf einem unbefriedigenden Tabellenrang“, betont Ringwald.

Die Chance, wieder auf Platz eins zu springen, vergab der FC 08 Villingen II durch die 0:1-Heimniederlage gegen Löffingen. „Wir haben jetzt 16 Spiele absolviert und die Partie gegen Löffingen war die schlechteste davon“, findet Trainer Marcel Yahyaijan klare Worte. Der Trainer gab seinen Spielern bis zum kommenden Freitag frei. „Sie sollen die Köpfe frei bekommen. Da wir am nächsten Wochenende spielfrei sind, habe ich mich zu der Maßnahme entschlossen“, sagt der 08-Trainer. Yahyaijan ist dennoch unverständlich, warum gegen Löffingen so wenig klappte. „Wenn es schon nicht läuft, müssen wir zumindest das 0:0 über die Zeit bringen. Das wäre auch ein gerechtes Ergebnis gewesen.“ Durchaus registriert hat Yahyaijan, „dass wir über 90 Minuten kaum eine glasklare Chance herausgespielt haben“. Die Torarmut der vergangenen Wochen setzte sich fort.

Der FC Löffingen bewies einmal mehr, dass der Elf Spiele im Villinger Friedengrund liegen. Seit vier Jahren sind die Baaremer dort unbesiegt. „Uns war klar, dass Nuancen entscheiden können. Wir haben sehr konzentriert gespielt und keine wirklichen Chancen der Villinger zugelassen. Die defensiv sehr stabile Leistung hat mir sehr gut gefallen“, bilanziert Trainer Uli Bärmann. Er stimmt dem 08-Coach zu, dass ein 0:0 ein gerechter Ausgang gewesen wäre. Ein kleiner Wermutstropfen im Becher der Freude war der Platzverweis gegen Marco Schwirtz. „Die zweite Situation war eine gelbe Karte, die erste nicht. Schade, denn nun muss ich die Mannschaft wieder umbauen“, so Bärmann.

Einen Zähler brachte der FC Bad Dürrheim beim 1:1 aus Überlingen mit. Bis auf die erneut unbefriedigende Chancenauswertung war Coach Enrique Blanco mit seiner Elf zufrieden. Allein in den ersten 45 Minuten zählte Blanco „drei Hundertprozentige“. Als Überlingen schließlich in Führung ging, befürchtete der Bad Dürrheimer Trainer einen Bruch, doch nur sechs Zeigerumdrehungen später stand es 1:1. Dass es danach keine weiteren Gründe für einen Torjubel gab, lag auch an zwei starken Torhütern. Bad Dürrheim setzt bei der Besetzung dieser Position auf zwei junge Akteure. Konstantin Leichtle (21 Jahre) und Moritz Karcher (19) haben längst das Vertrauen des Trainers gewonnen. Laut Blanco bieten sich zudem permanent weitere A-Jugendspieler an, die zunächst über die zweite Mannschaft herangeführt werden. Mit der Mischung aus jungen und erfahrenen Akteuren wollen die Kurstädter ihren Zwei-Jahresplan umsetzen, der im besten Fall mit der Verbandsliga-Rückkehr abgeschlossen werden soll.

Einen gebrauchten Tag erwischte der FC Schonach bei der 2:5-Niederlage in Frickingen. „Es begann schon vor dem Spiel, als Torhüter Fabian Tiel wegen einer Knieverletzung signalisierte, dass er nicht spielen kann“, sagt Trainer Alex Fischinger. Tiels Vertreter Florian Szymczak musste nach 40 Minuten schwer verletzt vom Platz und Tiel doch noch zwischen die Pfosten. Keiner der Schonacher steckte die Verletzung von Szymczak weg. „Florian lag am Montag noch mit einer schweren Gehirnerschütterung in einem Überlinger Krankenhaus. Es tut keiner Mannschaft auf der Welt gut, mit weniger Spielern auf die Rückreise zu gehen“, verdeutlicht Fischinger die Sorgen um den Torhüter. Trotz der jüngsten zwei Niederlagen will der Trainer nichts von Enttäuschung im Umfeld hören. „Vor zehn Tagen haben wir in Überlingen die beste Saisonleistung gezeigt. Wer glaubte, es geht so weiter, ist ein Träumer.“

Nach vier Punkten gegen Bad Dürrheim und Überlingen schien es so, als habe Verbandsliga-Absteiger FC Neustadt die Kurve bekommen. Nun zeigt der Trend wieder bedrohlich nach unten. Nur zwölf Spieler fanden sich für die Tour zum FC Hilzingen, wo es eine 0:4-Pleite setzte. „Da Sam Samma und Ranil Werrakkody angeschlagen spielten und Thomas Fischer krank war, hatten wir nur acht gesunde Spieler auf dem Platz. So lässt sich nichts holen“, meinte Trainer Benjamin Gallmann. Das Ergebnis war für ihn daher auch keine Überraschung, zumal seine Elf in Halbzeit zwei keine echte Torchance fabrizierte. Gallmann: „Hilzingen hat völlig verdient gewonnen.“ Wie die Neustädter Personalmisere behoben werden soll, ist aktuell völlig offen.

Alle hatten im Vorfeld einen Sieg des SV Geisingen gegen das abgeschlagene Schlusslicht aus Markdorf erwartet. Heraus kam eine 1:1-Punkteteilung. Der Sündenbock aus Geisinger Sicht war der Schiedsrichter, der in der 93. Minute einen Handelfmeter für die Gäste gab. „Erst zeigt er kein Handspiel an, dann doch wieder. Das ist nicht souverän“, sagt Spielertrainer Marijan Tucakovic, für den der Unparteiische nicht die Alleinschuld für das enttäuschende Ergebnis trägt. „Wir müssen fair bleiben. Wir sind auch selbst Schuld. Wenn wir unsere Riesenchancen nutzen und 4:0 oder 5:0 führen, juckt der Elfmeter keinen “, stellt Tucakovic fest. Stellt sich die Frage, gegen wen die Geisinger überhaupt noch gewinnen wollen? „Leider habe ich keine Argumente, um darauf eine Antwort zu geben. Wir müssen weiterhin hart arbeiten“, sagt der Spielertrainer des Aufsteigers.