Fußball-Landesliga: 15 Spieltage sind absolviert und an der Tabellenspitze zeichnet sich ein Schneckenrennen ab. Wer immer in der Liga vorn steht, patzt meistens. Aktuell trennen die ersten sieben Plätze zwei Punkte.

Mit dem 4:1-Heimsieg gegen Walbertsweiler hat die DJK Donaueschingen erstmals in dieser Saison Platz eins erobert. Nur rund 72 Stunden nach dem erstmaligen Einzug in das Verbandspokal-Halbfinale legte die DJK nach. „Ich habe gegen Walbertsweiler viel rotiert, was auch nötig war. Wir haben sehr gut in das Spiel gefunden, doch nach dem Ausgleich etwas den Faden verloren. Erst mit dem 2:1 hatten wir die Partie wieder unter Kontrolle“, analysiert Trainer Tim Heine. Seine Elf ging am Sonntag auf Tabellenplatz sieben in die Partie und als Spitzenreiter wieder vom Rasen. Heine ist aktuell sehr zufrieden mit dem, was ihm seine Mannschaft anbietet. Verletzt fehlen weiterhin Sebastian Sauter und seit dem Pokalspiel Jannik Beha, dessen Schwere der Verletzung noch nicht klar ist. Schon am kommenden Freitag geht es für die Heine-Elf in Furtwangen weiter.

Im 15. Punktspiel blieb der FC 08 Villingen II beim 0:0 gegen Denkingen schon zum zehnten Mal ohne Gegentreffer. Eine Top-Bilanz, der allerdings gegenwärtig eine deutliche Abschlussschwäche gegenüber steht. Die Villinger haben mehr Punkte (26) als geschossene Tore (24). „Als ehemaliger Torjäger muss ich mich langsam fragen, ob ich nicht noch einmal das Trikot anziehe“, sagt Trainer Marcel Yahyaijan. Ihn beschäftigt die schwache Trefferbilanz sehr. „Ich mache mir ernsthafte Gedanken, woran es liegen kann. Kämpferisch, taktisch und läuferisch stimmt bei uns alles. Aber wie wir mit unseren Chancen umgehen, ist fahrlässig. Sicherlich ist da auch Pech dabei, jedoch auch Unvermögen“, wird Yahyaijan deutlich. Gegen Denkingen zählt der Coach fünf glasklare Chancen.

Nach der 0:3-Heimpleite gegen Neustadt am Donnerstag hatte Enrique Blanco, Trainer des FC Bad Dürrheim, auf eine Reaktion seiner Mannschaft gesetzt und wurde beim 5:1-Erfolg in Löffingen nicht enttäuscht. „Mir war klar, dass wir uns nicht zweimal so wie gegen Neustadt präsentieren werden. Wir waren in Löffingen lauffreudig und ballsicher. Bei der etwas harten Gangart der Löffinger haben wir den Ball schön laufen lassen und auch den Schock des nach fünf Minuten verschossenen Elfmeters schnell weggesteckt“, bilanziert Blanco die Partie. Ein Lob verteilte Blanco an Hendrik Berg: „Er hat sich im Training nachhaltig empfohlen. Ich habe ihm die Chance in der Anfangsformation gegeben und er hat im Mittelfeld die Fäden so gezogen, wie ich es mir vorstelle.“

Uli Bärmann, Trainer des FC Löffingen, haderte hingegen mit einigen Entscheidungen des Schiedsrichters. „Dem dritten Treffer der Gäste ging ein klares Handspiel voraus. Auch die rote und gelbrote Karte gegen uns muss man nicht geben. Wir müssen es jedoch akzeptieren, auch wenn der Matchplan mit nur neun Spielern nicht mehr umsetzbar war.“ Bärmann hatte sein Team auf das hohe Tempo der Kurstädter eingestellt, mit dem die Gäste schließlich auch auftraten. Letztlich seien die Bad Dürrheimer sehr clever bei der Chancenverwertung gewesen. Bärmann schmerzt, dass er nun auf die gesperrten Weißenberger und Kaufmann verzichten muss, zumal die Aufgaben nicht leichter werden. Mit dem FC 08 Villingen II und Überlingen warten zwei Teams, die mindestens der Kategorie Bad Dürrheim zuzuordnen sind.

Dem FC Schonach gelang zuletzt alles. Fünf Spiele wurden in Serie gewonnen. Ausgerechnet auf eigenem Platz gab es nun gegen Hilzingen (1:3) die kalte Dusche. „Der Sieg von Hilzingen geht in Ordnung. Ich habe gewarnt und auch am Beispiel des SC Freiburg bei den Bayern aufgezeigt, was alles passieren kann. Die ersten 45 Minuten waren sehr zäh. Später waren nur die 15 Minuten, in denen wir die Führung erzielten, wirklich gut. Die Niederlage wird uns nicht umwerfen“, ist sich Trainer Alex Fischinger sicher. Er wusste immer, dass einmal so ein Spiel kommen kann. Der Schonacher Coach hat nun als Ziel ausgegeben, bis zum Abschluss der Vorrunde die Marke von 30 Punkten zu knacken. Das vor eineinhalb Wochen ausgefallene Heimspiel gegen Bad Dürrheim wird am Mittwoch, 14. November, nachgeholt.

Dem 3:0-Sieg in Bad Dürrheim folgte beim FC Neustadt nun ein 2:2 gegen Überlingen. Damit hat der Verbandsliga-Absteiger einen direkten Abstiegsplatz verlassen. „Die zwei Partien waren für uns ein wichtiger, wenn auch kleiner Schritt. Die 180 Minuten und die vier Punkte geben uns Selbstvertrauen, um unsere Situation bis zur Winterpause deutlich zu verbessern“, betont Trainer Benjamin Gallmann. Noch immer ist die Personalnot groß. Gegen Überlingen glich Neustadt sogar einen 0:2-Rückstand noch aus. Gallmann möchte dennoch nicht von einem gewonnen Punkt sprechen. „Wir hatten in der Nachspielzeit zwei Top-Chancen. Da war mehr möglich. Ich hoffe, die Punkte fehlen uns nicht noch.“

Im Sommer hatte sich Marijan Tucakovic, Spielertrainer des SV Geisingen, gewünscht, „eine stressfreie Saison“ mit dem Aufsteiger zu spielen. Seit dem Wochenende sind die Geisinger Vorletzter und alles deutet darauf hin, dass sich der Wunsch nicht erfüllt. „Ab jetzt sind wir richtig unter Druck“, sagt Tucakovic nach dem 0:3 beim FC Singen. Die ersten 45 Minuten am Hohentwiel seien noch einigermaßen in Ordnung gewesen, doch mit dem Handelfmeter, der zum 1:0 führte, war es um die Geisinger geschehen. „Das sind dumme Fehler, die in der Liga knallhart bestraft werden. Wir lassen uns zu leicht aus der Spur drängen“, fügt der Übungsleiter an und fordert zugleich: „Wir müssen Charakter zeigen. Jetzt muss gepunktet werden.“ Mit Markdorf empfangen die Geisinger am Samstag im Kellerduell das abgeschlagene Schlusslicht.

Klausmann wird nicht Interimscoach

Spielfrei schaute am Wochenende der FC Furtwangen zu und doch gab es im Bregtal eine Entscheidung. Urban Klausmann wird die Furtwanger nicht bis zur Winterpause interimsmäßig betreuen. Klausmann stand am vergangenen Donnerstag beim Derby gegen den FC 08 II an der Seitenlinie. „Aus gesundheitlichen Gründen kann ich es nicht machen. Es war eine von Jetzt-auf-gleich-Entscheidung, die ich nicht weiter kommentieren möchte.“ Möglicherweise wird Matthias Vollmer nun doch mit den Spielern Jörg Ringwald und Patrick Staudt übernehmen.