Fußball-Bezirksliga: Die Rückrunde verspricht viel Spannung im Bezirksoberhaus. Die ersten vier Mannschaften trennen nur fünf Punkte. Im Tabellenkeller spricht viel dafür, dass die aktuell letzten fünf Mannschaften die drei Absteiger unter sich ausmachen werden.

Vor der Saison als einer der Titelanwärter gehandelt, wurde der FC Gutmadingen dieser Rolle auch gerecht. Bis auf wenige Ausnahmen, unter anderem eine Heimniederlage gegen Fischbach, zeigte die Elf von Trainer Steffen Breinlinger starke Leistungen. „Ich darf meiner Mannschaft ein sehr gutes Halbjahreszeugnis ausstellen. Wir sind auch in der mannschaftlichen Entwicklung sehr gut vorangekommen. Wir haben aus der kleinen Durststrecke gelernt und sind gerade gegen die Mitkonkurrenten sehr dominant aufgetreten“, resümiert Breinlinger. Die Gutmadinger nehmen die Favoritenrolle an, auch wenn Breinlinger betont: „Wir müssen nicht aufsteigen.“ Wenn die länger verletzten Spieler zurückkehren, hat der Trainer noch mehr Alternativen. Deswegen werde es wohl auch keine auswärtigen Zugänge geben.

Als Tabellenzweiter verschaffte sich der FV Marbach eine glänzende Ausgangsposition für den weiteren Saisonverlauf. Damit hatte Trainer Michael Henseleit im Vorfeld nicht unbedingt gerechnet. „Ich wusste, dass wir ohne weiteres eine Spitzenmannschaft schlagen können. Was mich selbst überrascht, ist die Konstanz, die wir bei unseren Leistungen gezeigt haben“, sagt der Coach. Mit einer stolzen Serie zu Saisonbeginn legten die Marbacher den Grundstein für einen dauerhaften Verbleib in der Spitzengruppe. Erst am zehnten Spieltag kassierte die Mannschaft die erste Niederlage. Henseleit führte die Kontinuität auf den breiten Kader zurück. „Wir haben 16 Spieler, von denen jeder in der Startformation stehen kann, ohne dass die Qualität leidet. Das könnte in der Schlussphase der Runde den Ausschlag geben.“ Henseleit erwartet Gutmadingen in der Endabrechnung auf Platz eins oder zwei. „Wie die weitere Reihenfolge sein wird, entscheidet der Dreikampf zwischen Marbach, Königsfeld und Tennenbronn.“ Marbach steigt erst nach Fastnacht wieder in den Trainingsbetrieb ein. Henseleit: „Uns reichen knackige viereinhalb Wochen. Meine Fußballer sollen heiß auf den ersten Spieltag sein.“

Mit Platz drei und nur vier Punkten Rückstand auf Rang eins hat der FC Königsfeld eine klasse erste Halbserie gespielt. Bewährt hat sich zudem das Trainer-Duo Jörg Klausmann/Jörg Holik. Seit dem zweiten Spieltag stand Königsfeld nie schlechter als auf Rang vier. „Wir haben viele junge Spieler eingebaut und hoffen zudem, dass die Langzeitverletzten zurückkommen. Wir haben die zweitbeste Abwehr der Liga, was für mich die Basis einer guten Arbeit darstellt. Wir werden nach der Pause mit viel Spaß in die Vorbereitung gehen. Die gute Ausgangsposition wird uns zusätzlich motivieren“, ist sich Klausmann sicher. Königsfeld hat nur zwei Spiele verloren – gegen die davor platzierten Teams aus Gutmadingen und Marbach. Die Konstellation mit dem Trainer-Duo begrüßt Klausmann: „Wir haben die gleiche Philosophie und ergänzen uns gut. Zudem ist Jörg Holik einer, der auf dem Platz immer voran geht.“

Mit 35 Punkten schloss der FV Tennenbronn die Saison 2017/18 ab. Jetzt geht die Elf mit 34 Zählern in die Winterpause. „Wir sind rundum zufrieden. Die Mannschaft setzt meine Philosophie immer besser um“, sagt Trainer Carmine Italiano, der im zweiten Jahr beim FVT arbeitet. Tennenbronn gehört zu den drei Teams in der Liga, die bislang ohne Platzverweis durchgekommen sind. „Disziplin gehört dazu. In Unterzahl gewinnst du in der Regel keine Spiele“, fügt Italiano an. Steigerungsmöglichkeiten sieht der Trainer in der Chancenauswertung. „Wir haben 38 Mal getroffen, doch wir hatten weitaus mehr gute Möglichkeiten“, so Italiano.

Nach Platz zwei in der vergangenen Saison zählte der FC Hochemmingen vor der Runde als der am meisten genannte Titelanwärter. Hochemmingen fand jedoch ganz schlecht in die neue Saison. „Durch die Landesliga-Aufstiegsspiele sind wir erst in den Urlaub gegangen, als andere Teams schon mit der Vorbereitung starteten. Die kürzere Pause wirkte sich aus. Zudem habe ich gespürt, dass die Rolle als Titelfavorit bei einigen Spielern für einen psychologischen Rucksack sorgte“, sagt Trainer Mario Maus. Die mittlerweile erreichten 27 Punkte machen Hoffnung, eventuell doch noch einmal ganz oben anzugreifen. Auch Hochemmingen blieb ohne Platzverweis. „Wir haben auch in der vergangenen Saison auf Platz fünf überwintert und dann eine Aufholjagd gestartet. Ich bin ganz sicher, dass meine Mannschaft in der Rest-Saison zeigen wird, was in ihr steckt“, ist Maus zuversichtlich.

Etwas mehr hatte sich der TuS Bonndorf vom bisherigen Saisonverlauf erhofft. „Wir haben zu viele Niederlagen kassiert. In meiner persönlichen Rechnung fehlen sechs bis acht Punkte“, sagt Trainer Björn Schlageter. Sieben Mal ging der TuS als Verlierer vom Platz, fünfmal mit einem Tor Unterschied. Veränderungen wird es in der Winterpause nicht geben. „Ich bin überzeugt von den Spielern, die ich habe. Zudem wissen wir genau, an welchen Stellschrauben wir drehen müssen“, ergänzt Schlageter. Er setzt darauf, dass seine Elf wie in der vergangenen Saison eine bessere Rück- als Vorrunde spielt. Bonndorf ist die dritte Mannschaft, die ohne Platzverweis blieb.

Dank einer Serie von sechs ungeschlagenen Spielen hat sich der FC Pfaffenweiler nach einem Tief noch deutlich nach oben gearbeitet. Für das Zwischentief waren in erster Linie die zahlreichen Verletzungen von Stammspielern verantwortlich. „Durch die jüngste Erfolgsserie gehen wir einigermaßen beruhigt in die Winterpause. Die jungen Spieler haben sich zwischenzeitlich an die Liga gewöhnt“, sagt Spielertrainer Patrick Anders, der zuletzt eine Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren auf den Platz schickte. Für ganz oben wird es wohl nicht mehr reichen, doch Anders hofft, dass in der Winterpause alle Spieler ihre Verletzungen auskurieren. Zwei, drei Zugänge schließt er nicht aus. Zumindest im Bezirkspokal bietet sich Pfaffenweiler eine Titelchance.

Mit gemischten Gefühlen bilanziert Tobias Urban, Trainer des SV Hölzlebruck, den bisherigen Saisonverlauf. „Platz acht und 26 Punkte klingen zunächst nicht schlecht, aber wir hätten auch zwei, drei Zähler mehr haben können.“ Geärgert hat Urban der Abschluss mit der 2:5-Heimpleite gegen Pfaffenweiler. „Da haben wir etwas den guten Gesamteindruck verspielt. Ich glaube dennoch, dass wir das Potenzial für die Ränge vier bis sechs haben“, so Urban. Der Trainer hofft, dass die verletzten Spieler schnell zurückkommen, um den Konkurrenzkampf um die Stammplätze anzuheizen. In der Rückrunde steht Patrick Koch zur Verfügung, der verletzungsbedingt noch kein Spiel absolviert hat. Weitere Zugänge sind nicht geplant. Die größte Baustelle sieht Urban derzeit in der Defensive: „40 Gegentore kannst du am Ende einer Saison haben, jedoch nie und nimmer bei Halbzeit.“

Mit starken 24 Punkten ist der FC Bräunlingen nicht nur der beste Aufsteiger, die Elf hat sich vielmehr eine sehr solide Basis für den angestrebten Klassenerhalt gelegt. „Die Bilanz wäre noch besser gewesen, hätten wir nicht das letzte Spiel gegen die DJK Villingen verloren. Viel wichtiger ist, dass wir mit dem Aufstieg und den ersten 17 Spielen in der Bezirksliga ein tolles Jahr 2018 gespielt haben. Die Jungs haben sich schnell an die neue Liga gewöhnt. 24 Punkte sind eine sehr gute Quote“, hebt Trainer Uwe Müller hervor. Mit Raphael und Dominik Emminger haben die Bräunlinger ein Torjäger-Duo, um das sie viele Konkurrenten beneiden. Beide schossen zusammen 27 der 41 Treffer des Aufsteigers. „Die ganze Mannschaft hat sich prächtig entwickelt“, fügt Müller an. Steigerungsmöglichkeiten sieht er im defensiven Bereich. „Da leisten wir uns noch zu oft Leichtsinnsfehler.“

Nach einem großen personellen Umbruch im Sommer brauchte die DJK Villingen erwartungsgemäß einige Spiele, bevor die Automatismen mit dem neuen Trainer Wolfgang Heinig griffen. Jetzt stellt Heinig fest: „Wir sind eindeutig im Soll. Die Mannschaft hat sich gefunden und die vielen jungen Spieler haben schnell gelernt. Dieser schnelle Entwicklungsprozess hat mich sogar etwas überrascht.“ Sehen lassen dürfen sich die 45 Treffer, doch 40 Gegentore sind Heinig zu viel. „Daran müssen wir arbeiten, zumal einige sehr dumm und unnötig waren.“ In der Winterpause könnte es je einen Zu- und Abgang geben. Die Gespräche laufen. „Wir haben keine allzu großen Baustellen mehr. Rang sechs traue ich meiner Mannschaft noch zu“, ergänzt Heinig. In der Saison 2019/20 wolle die DJK dann wieder die Spitzenplätze angreifen, sollte der Entwicklungsprozess der vielen jungen Spieler anhalten.

Nach dem Abstieg aus der Landesliga befand sich der SV Obereschach zu Beginn der Bezirksliga-Saison weiter im freien Fall und bildete einige Wochen lang das Schlusslicht der Tabelle. „Es ist uns nicht gelungen, in der tieferen Spielklasse die Abwärtsspirale zu stoppen, die in der Rückrunde der Landesliga eingesetzt hatte. Die Spieler hatten jegliches Selbstvertrauen verloren“, sagte Obereschachs Sportlicher Leiter, Alexander Lees. Die Folge war der baldige Abschied von Trainer Jürgen Fischer. Mit Christoph Hayn als Spielertrainer stabilisierte sich die Mannschaft und arbeitete sich auf Platz elf hoch. Nach der Winterpause steigt Michael Schnee als neuer Coach ein. „Wir hoffen, dass er uns noch ein Stück weiter nach oben bringt und wir nicht mehr in Abstiegsgefahr geraten“, sagt Lees. Nach der Winterpause rechnet er fest mit der Rückkehr der Langzeitverletzten und hofft auf den einen oder anderen Neuzugang: „Wir sind mit zwei, drei Spielern im Gespräch.“ In der nächsten Saison will Obereschach wieder oben angreifen. Lees: „Da wollen wir wieder ins obere Tabellendrittel.“

Nach einem guten Saisonstart fiel die 2. Mannschaft der DJK Donaueschingen aufgrund einer Negativserie in der Tabelle immer weiter zurück und findet sich nach 17 Spieltagen mit 15 Punkten auf Platz zwölf wieder. Das heißt: Die Abstiegsgefahr ist noch nicht gebannt. Ein Sturz in die Kreisliga wäre fatal, da die Bezirksliga-Elf als ideales Sprungbrett für die Landesliga-Mannschaft dient. „Aktuell haben wir einen top Unterbau für unsere jungen Spieler. Deshalb wäre der Klassenerhalt für den Gesamtverein sehr wichtig. Ich bin auch optimistisch, dass es am Ende reicht“, sagt Tim Heine. Der Landesliga-Trainer arbeitet eng mit Erich Thurow und Tobias Limberger zusammen, die für die „Zweite“ verantwortlich sind. Als Gründe für das bislang mäßige Abschneiden in der Bezirksliga nennt Heine vor allem personelle Probleme. „In der Mannschaft spielen viele Studenten, die oft nicht am Training teilnehmen können.“ Sollte die Landesliga-Elf, die an der Tabellenspitze überwintert, von Verletzungen verschont bleiben, werde man versuchen, die Reserve personell so gut wie möglich zu unterstützen.

Aufsteiger FC Fischbach war mit der klaren Zielsetzung gestartet, den Klassenerhalt zu schaffen. Aktuell steht die Elf von Trainer Günter Hirsch über dem Strich, doch der Vorsprung von drei Punkten ist minimal. „Unser Etappenziel hieß, im Winter eine Punktausbeute zu holen, die uns für die zweite Hälfte alle Chancen offen lässt. Das haben wir geschafft und daher spreche ich allen Beteiligten ein großes Kompliment aus“, betont Hirsch. Er vertraute auf eine Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 23,8 Jahren, wobei einige Stammspieler und Leistungsträger verletztungsbedingt länger ausfielen. Nur 18 Tore aus 17 Spielen zeigen auf, woran Hirsch arbeiten muss. Helfen soll Waldemar Klemann, der vom FC Brigachtal kommt. In der Vorbereitung wird auch Florian Stern einsteigen. Fischbacher Höhepunkt der ersten Saisonhälfte war sicherlich der überraschende Sieg in Gutmadingen.

Auf dem ersten Abstiegsplatz überwintert die SG Riedböhringen/Fützen. Nur zwei Siege stehen auf der Habenseite. Verletzungspech und Absagen aus beruflichen Gründen sorgten dafür, dass die Trainer Siegfried Andräß und Jürgen Frank viel öfters die Mannschaft umstellen mussten, als ihnen lieb war. „Hinzu kam, dass der Trainingsbesuch nicht so gut war, wie wir es wollten. Wenn sich daran nicht massiv etwas ändert, wird es ganz schwierig die Liga zu halten“, verdeutlicht Andräß. Der Verlauf der vergangenen Saison macht dem Trainerduo Mut. Da zeigte die Elf eine starke Rückrunde und befreite sich aus der unbefriedigenden Lage. Immer wird dies aber nicht klappen. Mehr als andere Teams ist die SG von Leistungsträgern wie Philipp Gleichauf abhängig. Fallen sie aus, sinkt das Potenzial. Andräß: „Wir müssen in der Vorbereitung unsere Hausaufgaben machen. Wir Trainer nehmen die Situation an. Die Mannschaft muss es auch tun, aber noch eine Schippe drauflegen.“

Nach den erfolgreichen Aufstiegsspielen war beim FC Weilersbach die Vorfreude auf die Bezirksliga groß. Die Zwischenbilanz dämpft die Euphorie. Elf Punkte wurden nur geholt. „Uns war allen klar, welch große Herausforderung auf uns wartet. Dennoch hatte ich mir ein paar Zähler mehr erhofft. Und die wären auch möglich gewesen“, sagt Trainer Nunzio Pastore. Magere 17 Tore schoss der Aufsteiger in 17 Spielen. In der vergangenen Kreisliga-Saison waren es fast 100. „Uns ging gegen Ende der Runde etwas die Puste aus. Das ist aber auch normal, denn wir haben fast ein ganzes Kalenderjahr durchgespielt“, betont Pastore. Er wird auch weiterhin auf die Aufstiegself setzen. „Es sind noch einige Konkurrenten in Reichweite. Wenn das Verletzungspech um Weilersbach einen großen Bogen macht, haben wir einige Möglichkeiten“, hofft der Trainer. Im Bezirkspokal stehen die Weilersbacher unter den letzten Acht.

Mit der schlechtesten Ausgangsposition überwintert der SV TuS Immendingen. Die Elf von Trainer Naser Berisha hat erst ein Spiel (2:1 in Fützen) gewonnen und nur magere neun Punkte. Auch in der vergangenen Saison steckte Immendingen lange im Abstiegskampf, befreite sich aber noch. Diesmal wird es weitaus schwieriger. Die größte Baustelle stellt die Abwehr bei 51 Gegentreffern dar. Seit dem zehnten Spieltag findet Immendingen keinen Abnehmer für die Rote Laterne. Letzter ist Immendingen auch in der Fairnesstabelle. „Wir hatten Spiele, in denen wir deutliche Niederlagen kassiert haben. Wir haben aber auch viele Punkte nach der 88. Minute abgegeben. Das war dem Selbstvertrauen nicht dienlich. Die Lage ist nicht ganz hoffnungslos, aber wir sind uns bewusst, dass es schwer wird drei Teams hinter und zu lassen“, sagt Vorsitzender Eduard Frank.